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Do, 11:11 Uhr
21.09.2006

Interesse ist vorhanden

Nordhausen (nnz). Es gibt sie eigentlich wie Sand am Meer – die Seminare für Existenzgründer. IHK, Handwerkskammer, private Anbieter und selbst die Volkshochschulen sind auf diesem Gebiet zu Gange. Wie das Gründungsgeschehen in Thüringen wirklich aussieht, das hat jetzt die nnz erfahren.


Im 1. Halbjahr 2006 wurden in Thüringen 11 592 Gewerbe an- und 9 009 Gewerbe abgemeldet. Mit einer Zunahme von 1,7 Prozent (+ 193 Anmeldungen) und einer Abnahme um 3,3 Prozent (- 307 Abmeldungen) veränderten sich die Gesamtzahlen gegenüber dem 1. Halbjahr 2005 nur wenig. Außerdem wurden 3 666 Gewerbeummeldungen vorgenommen.

Wenn man die Anmeldeseite näher betrachtet, stellt man fest, dass der Anstieg der Gewerbeanmeldungen allein auf die verstärkte Gründung des Kleingewerbes sowie auf den Nebenerwerb zurückzuführen ist, deren Zahl sich von 7 001 auf 7 549 erhöhte (+ 7,8 Prozent). Dagegen ist die Zahl der Betriebsgründungen mit größerer wirtschaftlicher Substanz (Personengesellschaften, Betriebe mit beschäftigten Arbeitnehmern) gegenüber dem Vergleichszeitraum 2005 von 2 618 auf 2 402 (- 8,3 Prozent) gesunken.

Anders auf der Abmeldeseite. Hier hat die verringerte Zahl von Betriebsaufgaben (Schließungen mit wirtschaftlicher Substanz) von 2 070 gegenüber 2 413 im 1. Halbjahr 2005 (- 14,3 Prozent) dazu geführt, dass die Gesamtzahl der Gewerbeabmeldungen um 307 auf 9 009 sinken konnte (- 3,3 Prozent). Die Zahl der Stilllegungen bei Kleinunternehmen und aus dem Nebenerwerb hat sich dagegen von 5 033 auf 5 134 um 2 Prozent gegenüber dem 1. Halbjahr des Vorjahres erhöht.

Auch in den einzelnen Wirtschaftsbereichen gab es beträchtliche Unterschiede. Während die Zahl der Gewerbeanmeldungen im Bereich Verkehr und Nachrichtenübermittlung von 519 auf 411 (- 20,8 Prozent), Kredit- und Versicherungsgewerbe von 821 auf 742 (- 9,6 Prozent) und auch im Verarbeitenden Gewerbe von 533 auf 494 (- 7,5 Prozent) rückläufig war, gab es im 1. Halbjahr 2006 in solchen Wirtschaftsbreichen wieder eine Belebung, die in den Vorjahren rückläufig waren.

Allen voran das Baugewerbe mit einem Anstieg der Gewerbeanmeldungen von 1 461 auf 1 721 (+ 17,8 Prozent) bei einem gleichzeitigen Rückgang der Abmeldungen von 1 104 auf 1 030 (- 6,7 Prozent). Hierzu zählt auch der Handel mit 3 112 gegenüber 3 008 Gewerbeanmeldungen im Vergleichszeitraum des Vorjahres (+ 3,5 Prozent) und das Gastgewerbe mit 889 gegenüber 877 Anmeldungen (+ 1,4 Prozent).

9 657 der 11 592 Gewerbeanmeldungen betrafen Einzelunternehmer, das waren 2,4 Prozent mehr als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. 3 264 bzw. 33,8 Prozent der Einzelunternehmer waren weiblichen Geschlechts.

Nach der Staatsangehörigkeit haben 9 277 der 9 657 Einzelunternehmen die deutsche Nationalität (95,6 Prozent). Von den weiteren 410 Gewerbeanmeldungen durch ausländische Einzelunternehmer hatten 111 eine vietnamesische Staatsangehörigkeit, gefolgt von der türkischen Staatsangehörigkeit mit 69 Anmeldungen.

Regional betrachtet gab es bei den Anmeldungen die größten Veränderungen in der Stadt Jena (+ 20,6 Prozent) bzw. im Landkreis Sömmerda (- 19,5 Prozent) sowie bei den Abmeldungen im Landkreis Greiz (+ 21,1 Prozent) und im Unstrut-Hainich-Kreis (- 17,6 Prozent).

In den neuen Bundesländern wurden im 1. Halbjahr 2006 insgesamt 68 048 Gewerbe angemeldet (- 0,7 Prozent) und 53 689 Gewerbe abgemeldet (- 2,0 Prozent). Auf 100 Anmeldungen kamen in den neuen Ländern durchschnittlich 79 Abmeldungen. Unter diesem Mittelwert lagen Brandenburg, Sachsen und Thüringen (je 78), während Mecklenburg-Vorpommern (80) und Sachsen-Anhalt (82) darüber lagen. Die Unterschiede in den neuen Bundesländern waren somit gering.
Autor: nnz

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