Di, 16:06 Uhr
19.09.2006
Keinen Herrmann machen
Nordhausen/Sollstedt (nnz). Die Schwimmhalle in Sollstedt kann bis zum Ende dieses Jahres wieder geöffnet werden. Die jähe Wendung war durch eine Rechnung und durch 15.000 Euro möglich geworden. So einfach ist das also, oder auch nicht...
Da waren in den zurückliegenden Monaten – seit Bekanntwerden der Schließung – Tonnen von Papier als Pressemitteilungen verschickt worden. Da wurden in der Nordhäuser Behringstrasse und am Sollstedter Markt ganze Hundertschaften von Verwaltern damit beschäftigt, um sich Argumente auszudenken. Von Gefahr in Verzug war da die Rede, selbst eingestützte Schwimmhallendächer in Bayern wurden bemüht. Und als das alles nichts mehr half, wurden Gefahren für die Gesundheit durch überalterte und dringend sanierungsbedürftige Wasseraufbereitungsanlagen ins Schlachtfeld der Argumente geführt.
Heute nun, man kann sich nicht mehr erinnern, sollen mit den 15.000 Euro, die von der Gemeinde Sollstedt zusätzlich aufgebracht werden (nnz berichtete), alle Bedenken weggewischt sein. Alles bestens, alles wunderbar. Bis zum 31. 12. 2006. Und am 25. September wird wieder geöffnet.
Bis zu diesem Termin sollen sich vor allem die Sollstedter Gedanken machen, wie es danach weitergehen wird. Vor allem muß Bürgermeister Jürgen Hohberg mit seinen Nachbarkollegen reden, denn ohne die Solidarität der Gemeinden (Winfried Theuerkauf, SPD) wird es nicht mehr funktionieren. Die beste Lösung könnte dann vielleicht ein Zweckverband für die Schwimmhalle sein.
Jetzt erst einmal finden fast alle Mitglieder des Kreisausschusses den Vorschlag, den Landrat Joachim Claus (CDU) unterbreitete, für sinnvoll, auch aus energetischer Sicht, wie Maik Schröter (CDU) erläutert. Gisela Hartmann (B90/Grüne) verteilt gar ein Kompliment an die Sollstedter und ihren Bürgermeister. Der ist natürlich überglücklich und wird selbstverständlich überlegen, wie und mit wem der Betonklotz mit dem wässrigen Innenleben weiter zu betreiben ist. Ein Konzept für die Zeit nach dem 31.12. fordert die designierte Fraktionschefin der Linkspartei.PDS, Birgit Keller. Nur Klaus-Dieter Drick (FDP) findet das ganze Prozedere komisch, weil: Das alles hätte man sich doch vorher durchdenken können. Und vor allem: Wie viele Kinder nutzen denn das Schulschwimmen?
Da hörte es mit der Überglücklichkeit von Jürgen Hohberg auf. Was folgte, das war ein rund zehnminütiges Plädoyer für die Schwimmhalle. Beginnend von der Geschichte der Einrichtung seit der Wende bis hin zu einem pädagogischen Grundkurs in punkto Schul- und Vorschulschwimmen und den Anforderungen an die demografische Entwicklung in Deutschland war alles enthalten. Und auf die Frage von Drick nach dem Verlust der Service GmbH als Betreiber der Halle in Höhe von 1.500 Euro, da kam die prompte Antwort: Da machen Sie mal keinen Herrmann, die legen wir auch noch drauf, so Hohberg am Ende seiner Abhandlung.
Und wie das immer so ist, in der großen wie in der kleinen Politik: Am Ende haben alle ein wenig Recht. Nur: Es bringt keinen so wirklich weiter, jedenfalls nicht mittel- oder langfristig.
Autor: nnzDa waren in den zurückliegenden Monaten – seit Bekanntwerden der Schließung – Tonnen von Papier als Pressemitteilungen verschickt worden. Da wurden in der Nordhäuser Behringstrasse und am Sollstedter Markt ganze Hundertschaften von Verwaltern damit beschäftigt, um sich Argumente auszudenken. Von Gefahr in Verzug war da die Rede, selbst eingestützte Schwimmhallendächer in Bayern wurden bemüht. Und als das alles nichts mehr half, wurden Gefahren für die Gesundheit durch überalterte und dringend sanierungsbedürftige Wasseraufbereitungsanlagen ins Schlachtfeld der Argumente geführt.
Heute nun, man kann sich nicht mehr erinnern, sollen mit den 15.000 Euro, die von der Gemeinde Sollstedt zusätzlich aufgebracht werden (nnz berichtete), alle Bedenken weggewischt sein. Alles bestens, alles wunderbar. Bis zum 31. 12. 2006. Und am 25. September wird wieder geöffnet.
Bis zu diesem Termin sollen sich vor allem die Sollstedter Gedanken machen, wie es danach weitergehen wird. Vor allem muß Bürgermeister Jürgen Hohberg mit seinen Nachbarkollegen reden, denn ohne die Solidarität der Gemeinden (Winfried Theuerkauf, SPD) wird es nicht mehr funktionieren. Die beste Lösung könnte dann vielleicht ein Zweckverband für die Schwimmhalle sein.
Jetzt erst einmal finden fast alle Mitglieder des Kreisausschusses den Vorschlag, den Landrat Joachim Claus (CDU) unterbreitete, für sinnvoll, auch aus energetischer Sicht, wie Maik Schröter (CDU) erläutert. Gisela Hartmann (B90/Grüne) verteilt gar ein Kompliment an die Sollstedter und ihren Bürgermeister. Der ist natürlich überglücklich und wird selbstverständlich überlegen, wie und mit wem der Betonklotz mit dem wässrigen Innenleben weiter zu betreiben ist. Ein Konzept für die Zeit nach dem 31.12. fordert die designierte Fraktionschefin der Linkspartei.PDS, Birgit Keller. Nur Klaus-Dieter Drick (FDP) findet das ganze Prozedere komisch, weil: Das alles hätte man sich doch vorher durchdenken können. Und vor allem: Wie viele Kinder nutzen denn das Schulschwimmen?
Da hörte es mit der Überglücklichkeit von Jürgen Hohberg auf. Was folgte, das war ein rund zehnminütiges Plädoyer für die Schwimmhalle. Beginnend von der Geschichte der Einrichtung seit der Wende bis hin zu einem pädagogischen Grundkurs in punkto Schul- und Vorschulschwimmen und den Anforderungen an die demografische Entwicklung in Deutschland war alles enthalten. Und auf die Frage von Drick nach dem Verlust der Service GmbH als Betreiber der Halle in Höhe von 1.500 Euro, da kam die prompte Antwort: Da machen Sie mal keinen Herrmann, die legen wir auch noch drauf, so Hohberg am Ende seiner Abhandlung.
Und wie das immer so ist, in der großen wie in der kleinen Politik: Am Ende haben alle ein wenig Recht. Nur: Es bringt keinen so wirklich weiter, jedenfalls nicht mittel- oder langfristig.

