Sa, 06:47 Uhr
09.09.2006
nnz-Forum: Quo vadis Goldene Aue?
Nordhausen (nnz). Nun scheint endlich die Katze aus dem Sack zu sein! Es gibt nach nnz - Informationen ein "Übernahmeangebot" der Stadt Nordhausen für die die gesamte Verwaltungsgemeinschaft Goldene Aue. Dazu eine Anmerkung im Forum.
Die gewachsene, funktionierende Struktur einer VG, deren Mitgliedsgemeinden mehrheitlich eine Einheitsgemeinde gründen wollen, soll mit einer von Herrn Jendricke verkündeten Gnadenfrist" in die Stadt Nordhausen übernommen werden. Als Dank für diese kommunale Selbstdemontage dürfen die betroffenen Orte für drei Jahre ihr Ortsrecht behalten.
Wer soll sich darüber eigentlich freuen? Ganz spontan fällt mir hier nur die Verwaltung der Stadt Nordhausen ein, die dann über erhöhte Schlüsselzuweisungen des Landes verfügen kann, die sonst in vollem Umfang den Bürgern einer Einheitsgemeinde in der Goldenen Aue zustehen würden. Von erhöhten Steuersätzen, die bei einer Übernahme durch Nordhausen dann auf die Bürger der Goldenen Aue zukommen, einmal ganz zu schweigen.
So wie viele Stadt- und Gemeinderäte in der Goldenen Aue sollte auch Bürgermeister Jendricke wissen, dass viele seiner großzügigen Versprechen an einzelne Gemeinden einer kommunalrechtlichen Prüfung nicht standhalten werden. Denn Bürger erster Klasse in Görsbach und Bürger zweiter Klasse in Sundhausen kann sich auch eine Stadt Nordhausen nicht leisten. Möglicherweise wird dies aber bewußt ins Kalkül gezogen, um gemachte Versprechen später nicht einhalten zu müssen!
Was kann die Stadt Nordhausen den Bürgern der auf dem Einkaufszettel stehenden Gemeinden bieten, was ihnen eine Einheitsgemeinde in der Goldenen Aue nicht bieten kann? Um es auf den Punkt zu bringen, nicht sonderlich viel! Im Gegenteil, für die Orte gäbe es weniger kommunale Selbstbestimmung, höhere Steuersätze, langfristig weniger finanzielle Mittel für notwendige Investitionen in den Orten, um hier nur einige Punkte zu nennen.
Vergleicht man die Verwaltung der VG Goldene Aue mit der Verwaltung der Stadt Nordhausen, bietet sich ein interessantes Bild! Während die VG mit ca. 3 Mitarbeitern pro 1000 Einwohner auskommt, sind es in der Stadt Nordhausen ca. 8,5 Mitarbeiter pro 1000 Einwohner! Wo demzufolge die Kosten für die Verwaltung höher sein werden, sollte jedem klar sein. Da Herr Jendricke Urbach und Görsbach eine Verwaltung als erfüllende Gemeinde für 20.000 € pro Jahr, inklusive Übernahme des anteiligen Personals der VG, angeboten hat liegt nahe, dass Nordhäuser Bürger letztendlich die Zeche (Subvention) für solche "Freundschaftsgeschenke" zahlen sollen. Wenn dann Görsbach und Urbach zu Nordhausen gehören, werden die Orte ihre eigene Subventionierung zurückzahlen müssen. Irgendwie erinnert das Ganze an ein umgekehrtes Schneeballprinzip.
Bleibt zu hoffen, dass die Mehrzahl der Urbacher und Görsbacher Gemeinderäte diese Spaltungsstrategie erkennen, ihr widerstehen und sich klar zu ihrer geschichtlich gewachsenen Region bekennen. Man kennt sich in der Goldenen Aue und man verhandelt auf gleicher Augenhöhe miteinander. Dies sollte nicht einer politischen "Planspielerei" geopfert werden, die der Region insgesamt nicht hilft und letztendlich zum Verlust von 1,6 Millionen Euro Landeszuweisungen für die Mitgliedsgemeinden der VG Goldene Aue führt! Auch Nordhausen würde als erfüllende Gemeinde dieses Geld nicht bekommen. Es muss gemeinsames Ziel sein, die Region der Goldenen Aue voranzubringen. Es kann nicht das Ziel sein, gewachsene, effiziente Verwaltungsstrukturen zu zerschlagen und in ihrer Entwicklung zu hemmen!
Mathias Hänel, Mitglied des Heringer Stadtrates
Autor: nnzDie gewachsene, funktionierende Struktur einer VG, deren Mitgliedsgemeinden mehrheitlich eine Einheitsgemeinde gründen wollen, soll mit einer von Herrn Jendricke verkündeten Gnadenfrist" in die Stadt Nordhausen übernommen werden. Als Dank für diese kommunale Selbstdemontage dürfen die betroffenen Orte für drei Jahre ihr Ortsrecht behalten.
Wer soll sich darüber eigentlich freuen? Ganz spontan fällt mir hier nur die Verwaltung der Stadt Nordhausen ein, die dann über erhöhte Schlüsselzuweisungen des Landes verfügen kann, die sonst in vollem Umfang den Bürgern einer Einheitsgemeinde in der Goldenen Aue zustehen würden. Von erhöhten Steuersätzen, die bei einer Übernahme durch Nordhausen dann auf die Bürger der Goldenen Aue zukommen, einmal ganz zu schweigen.
So wie viele Stadt- und Gemeinderäte in der Goldenen Aue sollte auch Bürgermeister Jendricke wissen, dass viele seiner großzügigen Versprechen an einzelne Gemeinden einer kommunalrechtlichen Prüfung nicht standhalten werden. Denn Bürger erster Klasse in Görsbach und Bürger zweiter Klasse in Sundhausen kann sich auch eine Stadt Nordhausen nicht leisten. Möglicherweise wird dies aber bewußt ins Kalkül gezogen, um gemachte Versprechen später nicht einhalten zu müssen!
Was kann die Stadt Nordhausen den Bürgern der auf dem Einkaufszettel stehenden Gemeinden bieten, was ihnen eine Einheitsgemeinde in der Goldenen Aue nicht bieten kann? Um es auf den Punkt zu bringen, nicht sonderlich viel! Im Gegenteil, für die Orte gäbe es weniger kommunale Selbstbestimmung, höhere Steuersätze, langfristig weniger finanzielle Mittel für notwendige Investitionen in den Orten, um hier nur einige Punkte zu nennen.
Vergleicht man die Verwaltung der VG Goldene Aue mit der Verwaltung der Stadt Nordhausen, bietet sich ein interessantes Bild! Während die VG mit ca. 3 Mitarbeitern pro 1000 Einwohner auskommt, sind es in der Stadt Nordhausen ca. 8,5 Mitarbeiter pro 1000 Einwohner! Wo demzufolge die Kosten für die Verwaltung höher sein werden, sollte jedem klar sein. Da Herr Jendricke Urbach und Görsbach eine Verwaltung als erfüllende Gemeinde für 20.000 € pro Jahr, inklusive Übernahme des anteiligen Personals der VG, angeboten hat liegt nahe, dass Nordhäuser Bürger letztendlich die Zeche (Subvention) für solche "Freundschaftsgeschenke" zahlen sollen. Wenn dann Görsbach und Urbach zu Nordhausen gehören, werden die Orte ihre eigene Subventionierung zurückzahlen müssen. Irgendwie erinnert das Ganze an ein umgekehrtes Schneeballprinzip.
Bleibt zu hoffen, dass die Mehrzahl der Urbacher und Görsbacher Gemeinderäte diese Spaltungsstrategie erkennen, ihr widerstehen und sich klar zu ihrer geschichtlich gewachsenen Region bekennen. Man kennt sich in der Goldenen Aue und man verhandelt auf gleicher Augenhöhe miteinander. Dies sollte nicht einer politischen "Planspielerei" geopfert werden, die der Region insgesamt nicht hilft und letztendlich zum Verlust von 1,6 Millionen Euro Landeszuweisungen für die Mitgliedsgemeinden der VG Goldene Aue führt! Auch Nordhausen würde als erfüllende Gemeinde dieses Geld nicht bekommen. Es muss gemeinsames Ziel sein, die Region der Goldenen Aue voranzubringen. Es kann nicht das Ziel sein, gewachsene, effiziente Verwaltungsstrukturen zu zerschlagen und in ihrer Entwicklung zu hemmen!
Mathias Hänel, Mitglied des Heringer Stadtrates
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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