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Mi, 08:13 Uhr
06.09.2006

nnz-Forum: Nur noch elitär?

Nordhausen (nnz). Die Demos zum Erhalt des Nordhäuser Theaters bewegen die Menschen. Es gibt dazu aber auch nachdenkliche Anmerkungen eines nnz-Lesers.


Seit Wochen treffen sich in Nordhausen und in Sondershausen regelmäßig mehrere hundert Menschen, um für den Erhalt des Nordhäuser-Sondershäuser Theaterstandortes ihre Stimme zu erheben. Ja, auch ich erhob und erhebe meine Stimme zum Erhalt der Nordthüringer Theaterlandschaft. Eines gibt mir allerdings in diesem Zusammenhang zu denken: Wenn das Wirklichkeit wird, was sich in den letzten Stunden so genannte Berater für die Empfänger von Arbeitslosengeld II ausdachten, dann können in den nächsten Jahren nur noch elitäre Schichten der Bevölkerung Kunst und Kultur genießen. Für einen Grossteil bleiben aus eigenen finanziellen Erwägungen diese Türen geschlossen.

Die so genannten Berater meinen nämlich, dass den Arbeitslosengeld II - Empfängern die Leistungen um 30% zu kürzen seien. Das wären dann rund 241 Euro zum Leben, oder zum Sterben, wie man will. Die heute gezahlten 345 Euro reichen nach Erfahrung von Sozialberatern und Betroffenen weder vorne noch hinten. Gespart wird vor allem an Kleidung, Kulturausgaben, Ernährung und Ausgaben für Arztbesuche und Medikamente.

Letztendlich dienen derartige "Ideen" dazu, Hartz-IV-Empfänger in eine Zwangslage bringen, um so einen gnadenlosen Unterbietungswettlauf um Billigjobs auslösen zu können. Es ist doch Tatsache, dass nämlich keineswegs zu erwarten ist, daß die vielen Arbeitslosen mit Rasenmähen und Pizzaausfahren beschäftigt werden können.

Wenn also Montags, oder an welchem Tag der Woche auch immer, die Stimme zum Erhalt des Theaters Nordhausen/Sondershausen erhoben wird, muss sich logischer Weise genauso lautstark für die Schaffung und den Erhalt von Arbeitsplätzen ausgesprochen werden. Denn: sonst haben wir zwar die gerechte finanzielle Verteilung für Kunst und Kultur in Thüringen erstritten. Es können aber nur wenige diese nutzen, weil es den Bürgern einfach an Geld fehlen wird.

"Ich lade gern mir Gäste ein", war am Montag der Grundtenor der Protestveranstaltung. Ja, dann aber auch Gäste aller sozialen Schichten und Lebensverhältnisse.
Jürgen Nagel, Nordhausen
Autor: nnz

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