Di, 19:52 Uhr
29.08.2006
Es geht ums Ganze
Nordhausen (nnz). Selten waren sich die Mitglieder des Nordhäuser Stadtrates so einig, wie zu dieser heutigen dringlichen Sitzung des Gremiums. Es waren nicht die einstimmigen Beschlussvorlagen, es war die Sorge um die Identität einer gesamten Region. Die nnz war aufmerksamer Zuhörer.
In der ersten Septemberwoche soll es in Erfurt weitere Gespräche zur Zukunft der Nordthüringer Theaterlandschaft geben. Für diese Gespräche wurde Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) mit dem nötigen Gepäck ausgestattet. Mit der beschlossenen Willensbekundung und mit dem Mandat zum Führen von Gesprächen und Verhandlungen soll der politische Druck aus Nordhausen in Richtung Landeshauptstadt erhöht werden. Barbara Rinke machte in ihrem Statement deutlich, dass es mit der vorgesehen Mittelkürzung nicht nur um eine kulturpolitische Entscheidung gehe, es geht ums Ganze, man will eine komplette Region abhängen.
Schließlich wurden zur Argumentation die verschiedensten Gutachten zitiert, auch der Landesentwicklungsplan und der Einigungsvertrag blieben nicht unerwähnt. Der Nordhäuser Intendant Lars Tietje kam mit bekannten Zahlen und Projektionen daher, sein Rudolstädter Kollege Axel Vornam machte auf einen ähnlichen Leidensweg der Ostthüringer aufmerksam. Er machte aber auch klar, der er kein Freund einer angedachten Fusion sei, sondern auf eine noch engere Kooperation setze. Nur ein regionales Theater stifte in der Region die notwendige Identität.
Der stellvertretende Vorsitzendes des Nordhäuser Theater-Fördervereins und Ex-Bürgermeister, Klaus Wahlbuhl, berichtet dem Stadtrat über die bisherigen Anstrengungen des Theaters, sein eigens Dasein effizienter zu gestalten. In den vergangenen zehn Jahren sei ein Drittel der Belegschaft abgebaut worden. Als kleines Haus habe es schon große Opfer gebracht, jetzt seien die großen Häuser endlich mal dran, meinte Wahlbuhl in Richtung Weimar und Erfurt.
Redebedarf hatten auch die Fraktionen. Doch eigentlich wiederholten Detlef Kiel (Linke.PDS), Andreas Wieninger (SPD) sowie Norbert Klodt (CDU) schon Gesagtes. Klodt versicherte dem Gremium allerdings die rückhaltlose Unterstützung von Minister Dr. Klaus Zeh. Der christdemokratische Landespolitiker werde alles in seiner Macht stehen tun, um das Theater in Nordhausen als Produktionsstandort zu erhalten.
Es war eigentlich keine harmonische Stadtratssitzung, wie es nach außen hin aussah. Es war eine Stadtratssitzung, die aus großer Sorge einberufen werden musste. Es war aber auch ein Signal in Richtung Erfurt: Mit uns ist das nicht zu machen. Denn, es sei wiederholt: es geht nicht nur ums Theater, es geht ums Ganze.
Autor: nnzIn der ersten Septemberwoche soll es in Erfurt weitere Gespräche zur Zukunft der Nordthüringer Theaterlandschaft geben. Für diese Gespräche wurde Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) mit dem nötigen Gepäck ausgestattet. Mit der beschlossenen Willensbekundung und mit dem Mandat zum Führen von Gesprächen und Verhandlungen soll der politische Druck aus Nordhausen in Richtung Landeshauptstadt erhöht werden. Barbara Rinke machte in ihrem Statement deutlich, dass es mit der vorgesehen Mittelkürzung nicht nur um eine kulturpolitische Entscheidung gehe, es geht ums Ganze, man will eine komplette Region abhängen.
Schließlich wurden zur Argumentation die verschiedensten Gutachten zitiert, auch der Landesentwicklungsplan und der Einigungsvertrag blieben nicht unerwähnt. Der Nordhäuser Intendant Lars Tietje kam mit bekannten Zahlen und Projektionen daher, sein Rudolstädter Kollege Axel Vornam machte auf einen ähnlichen Leidensweg der Ostthüringer aufmerksam. Er machte aber auch klar, der er kein Freund einer angedachten Fusion sei, sondern auf eine noch engere Kooperation setze. Nur ein regionales Theater stifte in der Region die notwendige Identität.
Der stellvertretende Vorsitzendes des Nordhäuser Theater-Fördervereins und Ex-Bürgermeister, Klaus Wahlbuhl, berichtet dem Stadtrat über die bisherigen Anstrengungen des Theaters, sein eigens Dasein effizienter zu gestalten. In den vergangenen zehn Jahren sei ein Drittel der Belegschaft abgebaut worden. Als kleines Haus habe es schon große Opfer gebracht, jetzt seien die großen Häuser endlich mal dran, meinte Wahlbuhl in Richtung Weimar und Erfurt.
Redebedarf hatten auch die Fraktionen. Doch eigentlich wiederholten Detlef Kiel (Linke.PDS), Andreas Wieninger (SPD) sowie Norbert Klodt (CDU) schon Gesagtes. Klodt versicherte dem Gremium allerdings die rückhaltlose Unterstützung von Minister Dr. Klaus Zeh. Der christdemokratische Landespolitiker werde alles in seiner Macht stehen tun, um das Theater in Nordhausen als Produktionsstandort zu erhalten.
Es war eigentlich keine harmonische Stadtratssitzung, wie es nach außen hin aussah. Es war eine Stadtratssitzung, die aus großer Sorge einberufen werden musste. Es war aber auch ein Signal in Richtung Erfurt: Mit uns ist das nicht zu machen. Denn, es sei wiederholt: es geht nicht nur ums Theater, es geht ums Ganze.


