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Di, 10:00 Uhr
16.04.2024
Szenetreff wird wiederbelebt

Am Hünstein rollen die Oldtimer wieder an

Seit einem Vierteljahrhundert schraubt man beim „Ostklassikerklub“ mit Freunde und Fachkenntnis an alten Fahrzeugen. Die Mühen der Arbeit hat man gerne vorgezeigt, etwa beim jährlichen Treffen am Hünstein bei Nohra. Bis Corona kam. Nun soll die Zusammenkunft wiederbelebt werden und man hat passende Unterstützung gefunden…

Wollen das Hünstein-Treffen zwischen Nohra und Wolkramshausen wiederbeleben: (v.l.) Phillip Gerlach, Luzie Lorenz und Lutz Pfeil (Foto: agl) Wollen das Hünstein-Treffen zwischen Nohra und Wolkramshausen wiederbeleben: (v.l.) Phillip Gerlach, Luzie Lorenz und Lutz Pfeil (Foto: agl)


Ein schickes Stück Technik hat Lutz Pfeil vor dem Verfall bewahrt: ein Fiat 501, Baujahr 1924. Wer jetzt eine italienische kleine Blechbüchse á la Cinquencento vor Augen hat, könnte falscher nicht liegen, Pfeil's Bolide ist ein waschechter Rennwagen und drehte seine Runden einst auf der AVUS Rennstrecke bei Berlin. Fahrgestell und Motor kamen damals aus Italien, das drumherum wurde in Berlin zusammengeschraubt, berichtet Pfeil, der selber auf manches Rennen zurückblicken kann.

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Statt mit dem BMW bei Vollgas über die Berge zu brettern lässt er es heute etwas gemütlicher angehen, der Roadster aus den 20er Jahren schafft 120 km/h in der Spitze, reiht sich gut in den Überlandverkehr dieser Tage ein und ist ein echter Hingucker. Das er wieder rollt hat Pfeil auch den Freunden und Kollegen vom Ostklasssikerklub Wolkramshausen zu verdanken. „Das sind nicht einfach nur Freizeitschrauber, wir haben ein paar ausgewiesene Fachleute mit guter Ausbildung“, sagt Pfeil. Im Club ist seit 1999 nach einem Vierteljahrhundert viel Expertise zusammengekommen und die Oldtimerszene lebt vom Austausch.

Zurück auf den Hünstein
Den organisierte man bis zum „Corona-Knick“ gerne auch am Hünstein bei Nohra. Nicht nur die „Ostklassiker“ kamen hier zusammen, als „offenes Treffen“ waren Old- wie Youngtimer aller Herren Länder gerne gesehen. Mit Pandemie und Lockdown schlief die Sache ein, auch der alte Treffpunkt im Gewerbegebiet steht inzwischen nicht mehr zur Verfügung.

Aber mitunter fallen die Würfel günstig. Auch Phillip Gerlach hat irgendwann Bekanntschaft mit den Autoschraubern gemacht. Der umtriebige junge Mann hat selber ein Faible für Fahrzeuge, angefangen bei solchen, die mit zwei Rädern auskommen. Wie so manch Jugendlicher in diesen Breiten hat er an seiner ersten Simson selber herumgeschraubt und für den Audi RS2 aus 1993 mussten später Ersatzteile her, so kommt eins zum anderen, man kennt sich in der Szene und Gerlach ist bei den Ostklassikern genau an der richtigen Adresse.

Mehr als Kaffee und Kraftstoff: Phillip Gerlach und Luzie Lorenz wollen aus der AGIP Tankstelle mehr machen (Foto: agl) Mehr als Kaffee und Kraftstoff: Phillip Gerlach und Luzie Lorenz wollen aus der AGIP Tankstelle mehr machen (Foto: agl) Man kommt ins Gespräch und siehe da, wie es der Zufall will betreibt Gerlachs bessere Hälfte, Luzie Lorenz, seit einiger Zeit die Tankstelle zwischen Nohra und Wolkramshausen. Da man gerne mehr machen möchte, als Kaffee und Kraftstoff verkaufen, steht nun endlich die Neuauflage des Hünstein-Happenings an.

Ein offenes Technik- und Kulturtreffen soll es werden, mit Musik, Tanz, Teilemarkt, fachlichem Austausch, ausführlicher Mopedbewertung und der Vergabe des „Hünsteinpreises“. Für Speis und Trank ist gesorgt und wer will, kann am nahen Campingplatz „Am Hünstein“ seine Zelte aufschlagen. Willkommen sind nicht nur die „Ostklassiker“ sondern auch „Westprodukte“. „Wir freuen uns sehr, das wir diese Tradition wieder aufleben lassen können, das wird ein schöner Abend bei dem man nicht nur feiern, sondern auch die Seele ein wenig baumeln lassen kann“, fasst Vereinschef Hubert Rein zusammen.

Blick unter die Motorhaube: Hubert Rein vom Ostklassikerklub freut sich schon auf die Neuauflage des Szenetreffs (Foto: agl) Blick unter die Motorhaube: Hubert Rein vom Ostklassikerklub freut sich schon auf die Neuauflage des Szenetreffs (Foto: agl)


Mit dabei ist dann natürlich auch Pfeil’s pfeilschneller Fiat. Der feuerrote Hingucker bekommt aber einige Konkurrenz, man rechnet mit bis zu 60 Fahrzeugen und in der Vergangenheit hat das Hünstein-Treffen Oldtimerfreunde aus ganz Thüringen und darüber hinaus gelockt. Bleibt die Frage wann das ganze denn stattfinden soll: am Samstag, den 01. Juni. Ein bisschen Zeit die Schmuckstücke für das große Schaulaufen in Schuss zu bringen bleibt also noch.
Angelo Glashagel
Autor: red

Kommentare
Kitty Kat
16.04.2024, 20.12 Uhr
Solche Veranstaltungen
zur Pflege automobiler Tradition finde ich toll. Entgegen unserem Wirtschaftsminister gibt es zum Glück Menschen, die so etwas hochhalten!!
Wollen wir hoffen, dass unsere bunten Straßenklebvögel solche Veranstaltungen nicht auch noch für sich entdecken.
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