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Do, 14:12 Uhr
13.07.2006

nnz-Doku: Für unser Theater (5)

Nordhausen (nnz). In nnz meldet sich heute ein Nordhäuser Unternehmen zu Wort, das über eine langjährige Tradition in der Rolandstadt verfügt. Für dessen Mitarbeiter steht fest. Das Theater ist unverzichtbar.


Nordhausen ohne sein Theater, Sondershausen ohne sein Lohorchester, seit ihrer Fusion in eine GmbH von den Bürgern beider Städte vielmehr „unser“ Theater/Lohorchester genannt- das kann und will sich niemand in Nordthüringen, und schon gar nicht in Nordhausen/Sondershausen, ernsthaft vorstellen. Aber in Erfurt, in der Regierung des Freistaates Thüringen sieht man das anders. Dort wird das Theater Nordhausen/Lohorchester Sondershausen für entbehrlich erklärt.

Wir als Unternehmen in der betroffenen Region halten das Theater Nordhausen/Lohorchester Sondershausen überhaupt nicht für entbehrlich, vielmehr als Standortfaktor für die Region für unbedingt erforderlich. Abgesehen von ein paar Leuchttürmen hat es in der Region seit der Wende einen unaufhaltsamen Rückgang der Produktion gegeben.

Dieser Trend muss umgekehrt werden. Allein mit der Errichtung von Gewerbegebieten und neuerdings auch mit einem Industriegebiet ist es nicht getan, Investoren in die Region zu locken. Solche Gebiete gibt es überall in Deutschland. Von nicht zu unterschätzender Bedeutung sind immer wieder die regionaltypischen Besonderheiten, die weichen Standortfaktoren. Dazu gehört ohne Zweifel das Theater Nordhausen/Lohorchester Sondershausen.

Dieses Haus, das in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten 1917 errichtet wurde, das nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1948 unter noch schwierigeren Bedingungen aus Trümmern wieder aufgebaut wurde und das sich mit seinen Ensembleleistungen einen guten Ruf über die Grenzen der Region hinaus bis nach Niedersachsen und Sachsen-Anhalt geschaffen hat, dieses Haus mit seinen 200 Beschäftigten brauchen wir auch weiterhin.

Das Theater Nordhausen/Lohorchester Sondershausen bedeutet ein Stück Lebensqualität für alle, die hier wohnen und arbeiten. Wie wollen wir gute Fachleute, die wir für unsere Arbeit brauchen um auch für die Zukunft wettbewerbsfähig zu sein hier halten oder davon überzeugen, sich hier mit ihren Familien anzusiedeln, wenn es hier keine attraktiven Kultur- und Sportangebote gibt ? Die Arbeit und die schöne Landschaft reichen dafür nicht aus. Es gibt auch einen Wettbewerb um gut ausgebildete Arbeitskräfte und der wird allein schon aus demografischen Gründen noch zunehmen.

Wenn wir den bestehen wollen, brauchen wir als Unternehmen und damit die Wirtschaft in dieser Region eben auch unser Theater. Seine Schließung würde nichts anderes als weiteren wirtschaftlichen Rückgang in der Region zur Folge haben, abgesehen von den neuen arbeitslosen Künstlern. Seinen Fortbestand zu sichern hat deshalb oberste Priorität. HGN wird alles in seinen Kräften stehende dafür tun.

Wir sind überzeugt, dass sich weitere Unternehmen der Region in gleicher Weise erklären werden, weil damit gleichzeitig auch Verantwortung und Verbundenheit zur Region zum Ausdruck gebracht wird. An die Regierung des Freistaates Thüringen richten wir den dringenden Appell, dafür Sorge zu tragen, dass in Nordthüringen nicht noch mehr Strukturen den Bach runtergehen, als schon gegangen sind.
Die Geschäftsführung der HGN Hydrogeologie GmbH im Namen von 150 Beschäftigten
Autor: nnz

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