Do, 12:45 Uhr
13.07.2006
nnz-Doku: Erklärung
Nordhausen/Sollstedt (nnz). Auf der jüngsten Sitzung des Sollstedter Gemeinderates wurde auch Bürgermeister Jürgen Hohberg der Eid abgenommen. Danach gab Hohberg eine Erklärung ab, die von der nnz innerhalb der doku-Reihe veröffentlicht wird.
"Einleitend möchte ich meinem Herausforderer bei der diesjährigen Bürgermeisterwahl meinen Respekt für das erreichte Wahlergebnis aussprechen und ihm dazu auch hier im Gemeinderat gratulieren.
Obwohl ich mit einem solch knappen Ergebnis gerechnet habe, hat mir der Wahlausgang doch sehr zu denken gegeben. Meine Arbeitsweise für die kommenden Jahre werde ich in einigen wichtigen Dingen verändern. Jedoch habe ich soeben meinen Diensteid erneuert und geschworen, die Gesetze zu wahren und meine Amtspflichten gewissenhaft und unparteiisch zu erfüllen. Damit ist die Grundlinie meiner Amtsführung vorbestimmt.
Dieser Amtseid, den ich 1990 zum ersten Mal abgelegt habe, war für mich immer Verpflichtung, meine ganze Kraft zum Nutzen unserer Gemeinde einzusetzen. Wir sollten nun gemeinsam, das was in Sollstedt seit der Wende unter den denkbar schlechtesten Voraussetzungen geschaffen wurde, bewahren und wenn möglich ausbauen. Dazu werde ich weiter mit Ideen, mit Visionen beitragen und mit Ihrer Hilfe und Unterstützung Sollstedt nicht zurück fallen lassen. Unser finanzielles Fundament ist klein aber es ist fest und sicher.
Meine größte Wertschätzung gilt einem funktionierendem Kollektiv bzw. einer gut aufgestellten Mannschaft. Aber aus Visionen sind Konzeptionen zu entwickeln und dann Menschen dafür zu begeistern. Die Fußballweltmeisterschaft in unserem Land hat die Menschen begeistert, Zusammenhalt und Nationalstolz signalisiert. Gemeinsam sind wir zu allem fähig, nicht nur im Sport. Auf allen Ebenen des Lebens sollten wir versuchen, positive Zeichen zu setzen. In diesem Zusammenhang denke ich an das 1. Heimat- und Bergmannsfest in dieser Art in Sollstedt. Die Art und Weise der Durchführung war finanziell ein großes Risiko aber es ist gelungen. Darauf sollten wir gemeinsam aufbauen. Eigenverantwortlichkeit der Vereine, Kreativität und ein Super-Engagement aller Beteiligten, insbesondere der Mitglieder des Heimatvereins, brachten ein total positives Endergebnis zu Stande. Dafür allen ein großes Dankeschön.
Ich war und bin mit Leib und Seele Bürgermeister. Mein Beruf ist für mich eine Berufung. Das heißt schlicht und einfach: Selbst die allerschwierigsten Probleme werden mir nicht die Liebe zu meinem Beruf nehmen sondern für mich Ansporn sein noch mehr Energie aufzuwenden, um mit dem Gemeinderat nach den besten Lösungen zu suchen.
Unsere Gemeinde voranzubringen, unseren Bürgern das Lebensumfeld attraktiver zu gestalten und es möglich ist, Arbeitsplätze zu schaffen bzw. zu erhalten, sollte unser gemeinsames Anliegen sein.
Ich vergaß leider des Öfteren, dass nicht alle meine Mitstreiter, insbesondere auch Sie als Gemeinderäte und /innen nicht den gleichen Aufwand für unsere Sache aufwenden können, einfach weil Sie in Ihren Berufen jeweils stark beansprucht sind und sich auch noch um andere wichtige Dinge kümmern müssen und wollen. Auch können Sie oft nicht so tief im Sachverhalt stecken, vielleicht mangels Zeit oder fehlender Informationen, so dass für Sie die eine oder andere Beschlussvorlage oft voreilig erscheint. Ich unterstelle niemandem, dass er rein aus persönlichen Erwägungen heraus, unsere Arbeit erschweren will. Aber Konzepte bzw. Beschlussvorlagen umsetzen, mit Leben erfüllen kann ich nur mit Ihnen.
Übrigens lasse ich heute bewusst ein zurzeit schwebendes Verfahren (die Anfechtung der Wahl) völlig außer acht, da ich mich erst dann damit auseinander setzen kann, wenn es gefordert ist. Es kann und darf bei unserer Arbeit vorerst keine Rolle spielen. Für mich ist die Zusammenarbeit im und mit dem Gemeinderat veränderungswürdig und in jedem Fall verbesserungsfähig.
An dieser Stelle möchte ich auch mein Angebot an die vier Fraktionen des Gemeinderates deutlich wiederholen, nämlich alle durch mich bzw. die Verwaltung in den Gemeinderat einzubringenden Vorlagen ausführlicher zu erläutern und erforderliche bzw. gewünschte Änderungen unter Beachtung der geltenden Gesetzlichkeiten und der Finanzierbarkeit im Rahmen des jeweiligen Haushaltes gemeinsam zu überarbeiten.
Zu den im Rahmen des Wahlkampfes geäußerten Wünschen und Vorhaben meines Mitbewerbers und langjährigem Gemeinderatsmitgliedes erhoffe ich für uns nun auch entsprechende Beschlussvorlagen, natürlich unter Beachtung der Realisierbarkeit im Haushalt 2006 und 2007 sowie der Folgejahre. Das sind Sie wohl auch Ihren Wählern schuldig.
Initiativen zum Nutzen unserer Gemeinde sind mehr als gewünscht. Dass aber finanzielle Sachzwänge des Öfteren den einen oder anderen gut gemeinten Wunsch zunichte machen können, damit werden wir täglich konfrontiert.
Wirtschaftsförderung ist und bleibt, wie vieles andere in unserer kleinen Verwaltung wichtige Chefsache. Um im Haushalt 2007 ff. gewaltig neue Vorhaben realisieren zu können, wird angesichts der Einflüsse, die Entscheidungen auf Landes- und Landkreisebene auf unsere Haushaltsführung ausüben, uns mehr als schwer fallen !
Es wird aber meine Aufgabe als Bürgermeister bleiben, negativ scheinende Entscheidungen, die aufgrund finanzieller Gegebenheiten getroffen werden müssen, nach außen zu vertreten. Davor fürchte ich mich nicht. Was zu sagen ist, wird vom Bürgermeister gesagt. Dazu und dabei bitte ich Sie um Verständnis und Unterstützung.
Ehrlichkeit, verantwortungsbewusste Entscheidungen, gegenseitiger Respekt und Diskussionen ausschließlich in der Sache das wären meine Wünsche für die nächsten 6 Jahre mit Ihnen im Gemeinderat. Ich reiche allen vier Fraktionen dazu meine Hand. Erste positive Zeichen in dieser Richtung habe ich von Ihnen schon kurz nach der Wahl empfangen.
In diesem Zusammenhang danke ich den Fraktionsvorsitzenden, dass Sie der Aufnahme eines weiteren Tagesordnungspunkt, hier der Grundsatzbeschluss zur Auftragserweiterung für Baumaßnahmen (Garagenhöfe) im Rahmen des beschlossenen Haushaltes 2006, erst mal mündlich und kurzfristig zugestimmt haben.
Auch das ist für mich ein positives Zeichen, dass Ihrerseits eine gute Zusammenarbeit gewünscht ist. Deshalb hoffe ich auch auf Ihre weitere Unterstützung, beim zügigen Bau unserer Seniorenresidenz die auch ein barrierefreies und Betreutes Wohnen erlaubt. Eine positive Entwicklung für uns kann auch die Übernahme der Sollstedter Grube durch die NDH-E werden. Hier könnten gegebenenfalls 30 Arbeitsplätze auf 10 Jahre erhalten oder neue geschaffen werden.
Noch während der sogenannten Sommerpause des Gemeinderates wird deshalb die Verwaltung unter meiner Federführung den Haushaltsentwurf 2007 erarbeiten. Dem Wunsch der Gemeinderäte entsprechend, wird auch dieser Entwurf dem Gemeinderat wieder ausgeglichen vorgelegt. Änderungsvorschläge dürfen aber dann nicht zu einer Schieflage führen. Sie sollten also ebenfalls mit einem Gegenfinanzierungsvorschlag versehen sein.
Abschließend möchte ich noch den Dichter Johannes R. Becher aus einem, vielen noch bekannten, leider in der späten DDR sogar verbotenen, Lied zitieren: … lasst uns dir zum Guten dienen, Deutschland, einig Vaterland oder was Hoffmann von Fallersleben schrieb … Blüh im Glanze dieses Glückes, blühe deutsches Vaterland. Beides ist jetzt vereint.
Wenn wir sinngemäß diese Zeilen zu unserem Leitsatz auch in der Kommunalpolitik in Sollstedt machen, können wir nicht anders, als gemeinsam an einem Strang zu ziehen.
Ihr Bürgermeister Jürgen Hohberg
Autor: nnz"Einleitend möchte ich meinem Herausforderer bei der diesjährigen Bürgermeisterwahl meinen Respekt für das erreichte Wahlergebnis aussprechen und ihm dazu auch hier im Gemeinderat gratulieren.
Obwohl ich mit einem solch knappen Ergebnis gerechnet habe, hat mir der Wahlausgang doch sehr zu denken gegeben. Meine Arbeitsweise für die kommenden Jahre werde ich in einigen wichtigen Dingen verändern. Jedoch habe ich soeben meinen Diensteid erneuert und geschworen, die Gesetze zu wahren und meine Amtspflichten gewissenhaft und unparteiisch zu erfüllen. Damit ist die Grundlinie meiner Amtsführung vorbestimmt.
Dieser Amtseid, den ich 1990 zum ersten Mal abgelegt habe, war für mich immer Verpflichtung, meine ganze Kraft zum Nutzen unserer Gemeinde einzusetzen. Wir sollten nun gemeinsam, das was in Sollstedt seit der Wende unter den denkbar schlechtesten Voraussetzungen geschaffen wurde, bewahren und wenn möglich ausbauen. Dazu werde ich weiter mit Ideen, mit Visionen beitragen und mit Ihrer Hilfe und Unterstützung Sollstedt nicht zurück fallen lassen. Unser finanzielles Fundament ist klein aber es ist fest und sicher.
Meine größte Wertschätzung gilt einem funktionierendem Kollektiv bzw. einer gut aufgestellten Mannschaft. Aber aus Visionen sind Konzeptionen zu entwickeln und dann Menschen dafür zu begeistern. Die Fußballweltmeisterschaft in unserem Land hat die Menschen begeistert, Zusammenhalt und Nationalstolz signalisiert. Gemeinsam sind wir zu allem fähig, nicht nur im Sport. Auf allen Ebenen des Lebens sollten wir versuchen, positive Zeichen zu setzen. In diesem Zusammenhang denke ich an das 1. Heimat- und Bergmannsfest in dieser Art in Sollstedt. Die Art und Weise der Durchführung war finanziell ein großes Risiko aber es ist gelungen. Darauf sollten wir gemeinsam aufbauen. Eigenverantwortlichkeit der Vereine, Kreativität und ein Super-Engagement aller Beteiligten, insbesondere der Mitglieder des Heimatvereins, brachten ein total positives Endergebnis zu Stande. Dafür allen ein großes Dankeschön.
Ich war und bin mit Leib und Seele Bürgermeister. Mein Beruf ist für mich eine Berufung. Das heißt schlicht und einfach: Selbst die allerschwierigsten Probleme werden mir nicht die Liebe zu meinem Beruf nehmen sondern für mich Ansporn sein noch mehr Energie aufzuwenden, um mit dem Gemeinderat nach den besten Lösungen zu suchen.
Unsere Gemeinde voranzubringen, unseren Bürgern das Lebensumfeld attraktiver zu gestalten und es möglich ist, Arbeitsplätze zu schaffen bzw. zu erhalten, sollte unser gemeinsames Anliegen sein.
Ich vergaß leider des Öfteren, dass nicht alle meine Mitstreiter, insbesondere auch Sie als Gemeinderäte und /innen nicht den gleichen Aufwand für unsere Sache aufwenden können, einfach weil Sie in Ihren Berufen jeweils stark beansprucht sind und sich auch noch um andere wichtige Dinge kümmern müssen und wollen. Auch können Sie oft nicht so tief im Sachverhalt stecken, vielleicht mangels Zeit oder fehlender Informationen, so dass für Sie die eine oder andere Beschlussvorlage oft voreilig erscheint. Ich unterstelle niemandem, dass er rein aus persönlichen Erwägungen heraus, unsere Arbeit erschweren will. Aber Konzepte bzw. Beschlussvorlagen umsetzen, mit Leben erfüllen kann ich nur mit Ihnen.
Übrigens lasse ich heute bewusst ein zurzeit schwebendes Verfahren (die Anfechtung der Wahl) völlig außer acht, da ich mich erst dann damit auseinander setzen kann, wenn es gefordert ist. Es kann und darf bei unserer Arbeit vorerst keine Rolle spielen. Für mich ist die Zusammenarbeit im und mit dem Gemeinderat veränderungswürdig und in jedem Fall verbesserungsfähig.
An dieser Stelle möchte ich auch mein Angebot an die vier Fraktionen des Gemeinderates deutlich wiederholen, nämlich alle durch mich bzw. die Verwaltung in den Gemeinderat einzubringenden Vorlagen ausführlicher zu erläutern und erforderliche bzw. gewünschte Änderungen unter Beachtung der geltenden Gesetzlichkeiten und der Finanzierbarkeit im Rahmen des jeweiligen Haushaltes gemeinsam zu überarbeiten.
Zu den im Rahmen des Wahlkampfes geäußerten Wünschen und Vorhaben meines Mitbewerbers und langjährigem Gemeinderatsmitgliedes erhoffe ich für uns nun auch entsprechende Beschlussvorlagen, natürlich unter Beachtung der Realisierbarkeit im Haushalt 2006 und 2007 sowie der Folgejahre. Das sind Sie wohl auch Ihren Wählern schuldig.
Initiativen zum Nutzen unserer Gemeinde sind mehr als gewünscht. Dass aber finanzielle Sachzwänge des Öfteren den einen oder anderen gut gemeinten Wunsch zunichte machen können, damit werden wir täglich konfrontiert.
Wirtschaftsförderung ist und bleibt, wie vieles andere in unserer kleinen Verwaltung wichtige Chefsache. Um im Haushalt 2007 ff. gewaltig neue Vorhaben realisieren zu können, wird angesichts der Einflüsse, die Entscheidungen auf Landes- und Landkreisebene auf unsere Haushaltsführung ausüben, uns mehr als schwer fallen !
Es wird aber meine Aufgabe als Bürgermeister bleiben, negativ scheinende Entscheidungen, die aufgrund finanzieller Gegebenheiten getroffen werden müssen, nach außen zu vertreten. Davor fürchte ich mich nicht. Was zu sagen ist, wird vom Bürgermeister gesagt. Dazu und dabei bitte ich Sie um Verständnis und Unterstützung.
Ehrlichkeit, verantwortungsbewusste Entscheidungen, gegenseitiger Respekt und Diskussionen ausschließlich in der Sache das wären meine Wünsche für die nächsten 6 Jahre mit Ihnen im Gemeinderat. Ich reiche allen vier Fraktionen dazu meine Hand. Erste positive Zeichen in dieser Richtung habe ich von Ihnen schon kurz nach der Wahl empfangen.
In diesem Zusammenhang danke ich den Fraktionsvorsitzenden, dass Sie der Aufnahme eines weiteren Tagesordnungspunkt, hier der Grundsatzbeschluss zur Auftragserweiterung für Baumaßnahmen (Garagenhöfe) im Rahmen des beschlossenen Haushaltes 2006, erst mal mündlich und kurzfristig zugestimmt haben.
Auch das ist für mich ein positives Zeichen, dass Ihrerseits eine gute Zusammenarbeit gewünscht ist. Deshalb hoffe ich auch auf Ihre weitere Unterstützung, beim zügigen Bau unserer Seniorenresidenz die auch ein barrierefreies und Betreutes Wohnen erlaubt. Eine positive Entwicklung für uns kann auch die Übernahme der Sollstedter Grube durch die NDH-E werden. Hier könnten gegebenenfalls 30 Arbeitsplätze auf 10 Jahre erhalten oder neue geschaffen werden.
Noch während der sogenannten Sommerpause des Gemeinderates wird deshalb die Verwaltung unter meiner Federführung den Haushaltsentwurf 2007 erarbeiten. Dem Wunsch der Gemeinderäte entsprechend, wird auch dieser Entwurf dem Gemeinderat wieder ausgeglichen vorgelegt. Änderungsvorschläge dürfen aber dann nicht zu einer Schieflage führen. Sie sollten also ebenfalls mit einem Gegenfinanzierungsvorschlag versehen sein.
Abschließend möchte ich noch den Dichter Johannes R. Becher aus einem, vielen noch bekannten, leider in der späten DDR sogar verbotenen, Lied zitieren: … lasst uns dir zum Guten dienen, Deutschland, einig Vaterland oder was Hoffmann von Fallersleben schrieb … Blüh im Glanze dieses Glückes, blühe deutsches Vaterland. Beides ist jetzt vereint.
Wenn wir sinngemäß diese Zeilen zu unserem Leitsatz auch in der Kommunalpolitik in Sollstedt machen, können wir nicht anders, als gemeinsam an einem Strang zu ziehen.
Ihr Bürgermeister Jürgen Hohberg

