Mi, 10:17 Uhr
12.07.2006
Abgewandert
Nordhausen (nnz). Die nnz hatte in dieser Woche bereits berichtet, dass rund 11.000 Thüringer ihrem Heimatbundesland den Rücken zugewandt hatten. Jetzt liegen detaillierte Zahlen vor.
Die Wanderungsbilanz Thüringens wies im Jahr 2005 nach Angaben des Thüringer Landesamtes für Statistik einen Verlust von 11 820 Personen auf. Das waren durchschnittlich täglich 32 Menschen bzw. 5 Personen je 1 000 Einwohner. Aus 31 117 Zuzügen und 42 937 Fortzügen über die Landesgrenze ergab sich gegenüber dem Jahr zuvor eine um 1 921 Personen bzw. um 19,4 Prozent gestiegene Nettoabwanderung. An der Nettoabwanderung 2005 sind mit 53,6 Prozent wieder überwiegend Frauen und Mädchen beteiligt.
Ursache für den erhöhten Wanderungsverlust war in erster Linie die reduzierte Anzahl der Zuzüge bei nahezu konstant gebliebener Fortzugszahl. Außerdem kamen erheblich weniger Menschen aus dem Ausland nach Thüringen, was zum geringsten jährlichen Zuwanderungsgewinn (180 Personen) seit 1991 gegenüber dem Ausland führte. Die deutlichsten Nettoverluste Thüringens gegenüber den anderen Bundesländern ergaben sich 2005 gegenüber Bayern (- 3 285 Personen, 2004: - 3 057 Personen), Hessen (- 2 025, 2004: - 1 888), Baden-Württemberg (- 1 916, 2004: - 2 196) und Nordrhein-Westfalen (-1 648, 2004: -1 582) sowie gegenüber dem benachbarten Sachsen (- 1 590, 2004: - 875).
Um die Thüringer Landkreise mit unterschiedlicher Einwohnerzahl in ihrem Wanderungsverhalten vergleichen zu können, wird die relative Kennziffer 'Wanderungssaldo je 1 000 Einwohner' verwendet. Vier kreisfreie Städte konnten 2005 einen Nettowanderungszuwachs verbuchen. Er fiel relativ am größten in Erfurt (+ 3,3 Einwohner je 1 000 Einwohner) aus, gefolgt von Weimar (+ 2,7). Nur marginal positiv (d.h. unter + 1,0) fand er für Jena (+ 0,9) und Eisenach (+ 0,6) statt.
Völlig gegenteilig, weil erheblich unter der durchschnittlichen Verlustquote des Landes (- 5,0) liegend, zeigte sich im Berichtsjahr das Wanderungsverhalten in den kreisfreien Städten Suhl (- 15,7) und Gera (- 7,9). Die Stadt Suhl übertraf mit ihrem relativen Wanderungsverlust bei weitem die am ungünstigsten in diesem Vergleich abschneidenden Landkreise Sömmerda (- 9,2), Greiz (- 8,9) und Sonneberg (- 8,6).
Mit - 6,3 Personen je Tausend Einwohner zeigten sich die Verluste im Durchschnitt aller Landkreise höher als im Landesmittel. Die geringsten relativen Nettoabwanderungen hatten Hildburghausen (- 3,0), Weimarer Land (- 3,0) und Gotha (- 3,6).
Autor: nnzDie Wanderungsbilanz Thüringens wies im Jahr 2005 nach Angaben des Thüringer Landesamtes für Statistik einen Verlust von 11 820 Personen auf. Das waren durchschnittlich täglich 32 Menschen bzw. 5 Personen je 1 000 Einwohner. Aus 31 117 Zuzügen und 42 937 Fortzügen über die Landesgrenze ergab sich gegenüber dem Jahr zuvor eine um 1 921 Personen bzw. um 19,4 Prozent gestiegene Nettoabwanderung. An der Nettoabwanderung 2005 sind mit 53,6 Prozent wieder überwiegend Frauen und Mädchen beteiligt.
Ursache für den erhöhten Wanderungsverlust war in erster Linie die reduzierte Anzahl der Zuzüge bei nahezu konstant gebliebener Fortzugszahl. Außerdem kamen erheblich weniger Menschen aus dem Ausland nach Thüringen, was zum geringsten jährlichen Zuwanderungsgewinn (180 Personen) seit 1991 gegenüber dem Ausland führte. Die deutlichsten Nettoverluste Thüringens gegenüber den anderen Bundesländern ergaben sich 2005 gegenüber Bayern (- 3 285 Personen, 2004: - 3 057 Personen), Hessen (- 2 025, 2004: - 1 888), Baden-Württemberg (- 1 916, 2004: - 2 196) und Nordrhein-Westfalen (-1 648, 2004: -1 582) sowie gegenüber dem benachbarten Sachsen (- 1 590, 2004: - 875).
Um die Thüringer Landkreise mit unterschiedlicher Einwohnerzahl in ihrem Wanderungsverhalten vergleichen zu können, wird die relative Kennziffer 'Wanderungssaldo je 1 000 Einwohner' verwendet. Vier kreisfreie Städte konnten 2005 einen Nettowanderungszuwachs verbuchen. Er fiel relativ am größten in Erfurt (+ 3,3 Einwohner je 1 000 Einwohner) aus, gefolgt von Weimar (+ 2,7). Nur marginal positiv (d.h. unter + 1,0) fand er für Jena (+ 0,9) und Eisenach (+ 0,6) statt.
Völlig gegenteilig, weil erheblich unter der durchschnittlichen Verlustquote des Landes (- 5,0) liegend, zeigte sich im Berichtsjahr das Wanderungsverhalten in den kreisfreien Städten Suhl (- 15,7) und Gera (- 7,9). Die Stadt Suhl übertraf mit ihrem relativen Wanderungsverlust bei weitem die am ungünstigsten in diesem Vergleich abschneidenden Landkreise Sömmerda (- 9,2), Greiz (- 8,9) und Sonneberg (- 8,6).
Mit - 6,3 Personen je Tausend Einwohner zeigten sich die Verluste im Durchschnitt aller Landkreise höher als im Landesmittel. Die geringsten relativen Nettoabwanderungen hatten Hildburghausen (- 3,0), Weimarer Land (- 3,0) und Gotha (- 3,6).

