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So, 06:52 Uhr
10.03.2024
Sitzen macht krank – Bewegung macht klug

Kinder werden immer träger

Morgens mit dem Auto zur Schule, stundenlang die Schulbank drücken, Mittagessen, Hausaufgaben und schließlich per Smartphone oder Laptop chatten und spielen: Der Alltag vieler Kinder und Jugendlicher ist erschreckend bewegungsarm...

Welche Folgen das haben kann, zeigen Daten der KKH Kaufmännische Krankenkasse. Demnach stieg der Anteil schulpflichtiger Heranwachsender, die unter motorischen Entwicklungsstörungen leiden, von 2012 auf 2022 um 44 Prozent.

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Während das Plus bei den 6- bis 10-Jährigen bei rund 30 Prozent liegt, beläuft es sich bei den 11- bis 14-Jährigen auf rund 66 Prozent und bei den 15- bis 18-Jährigen sogar auf fast 120 Prozent. Dabei waren im Jahr 2022 etwa zweieinhalbmal so viele Jungen betroffen wie Mädchen (4,3 zu 1,8 Prozent). Motorische Entwicklungsdefizite können die Grobmotorik betreffen, wie zum Beispiel Laufen und Klettern, sowie die Feinmotorik, also Bewegungen von Händen und Fingern, Gesicht und Mimik.

Bewegungsmangel in jungen Jahren geht auf Kosten der körperlichen Fitness, das bedeutet: weniger Ausdauer, Beweglichkeit, Muskelkraft und Koordinationsfähigkeit. Das kann langfristig fatale körperliche wie seelische Folgen für junge Menschen haben. Neben Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Gelenkproblemen können Frustration, mangelndes Selbstvertrauen, Ängste und Isolation entstehen. Nicht zu unterschätzen ist auch das Risiko, dass die trägen Kinder von heute die trägen, chronisch kranken Erwachsenen von morgen sind. Daher ist es wichtig, den Grundstein für gesunde Bewegungsgewohnheiten bereits in der Kindheit zu legen.

Mehr Medienkonsum, weniger Bewegung: Riskanter Mix für Kids
„Kinder sind von Natur aus aktiv. In ihnen steckt enormes Bewegungstalent“, erklärt Vijitha Sanjivkumar vom Kompetenzteam Medizin der KKH. „Doch das wird im heutigen digitalen Alltag oft vernachlässigt, zu groß sind die Verlockungen von Videospielen, Podcasts und sozialen Medien.“ Die Corona-Pandemie mit zeitweise geschlossenen Schulen und Sportvereinen hat den Trend bei den Jüngsten hin zu Bewegungsarmut forciert. Dabei machen körperliche Aktivitäten Kinder klug. „Kinder entdecken ihre Umwelt und damit Neues über Bewegung – ob beim Laufen, Toben, Balancieren oder Radfahren. Haben sie dabei Spaß, sorgt das für Entspannung. Obendrein stärkt Bewegung das Gehirn. Beides wiederum erhöht die Aufnahme- und Konzentrationsfähigkeit bei Denk- und Lernprozessen.“ Insofern fördert Bewegung einen wachen Verstand und damit langfristig die kognitive Leistungsfähigkeit. Mit zwei, drei Stunden Schulsport pro Woche ist es aber nicht getan. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für schulpflichtige Kinder und Jugendliche täglich mindestens 60 Minuten körperliche Aktivität. Das ist das Minimum.

Spaß ist der Schlüssel zum Dranbleiben
Unsicher laufen und springen, häufig stolpern, nur mit Mühe Stifte oder Besteck halten können: Haben Eltern den Verdacht, dass ihr Nachwuchs Bewegungsdefizite hat, sollten sie frühzeitig die Kinderärztin oder den Kinderarzt zu Rate ziehen. Je nach Einschränkung kann Betroffenen mit Hilfe ärztlich verordneter Ergo- und Physiotherapie meist gut geholfen werden. Eltern kommt im Behandlungsfall eine zentrale unterstützende Funktion zu. Überhaupt spielen Eltern eine Schlüsselrolle dabei, Kinder vor Bewegungsmangel und damit gesundheitlichen Folgeschäden zu bewahren. Sie sollten ihren Kindern ein gesundes Bewegungsverhalten im Alltag vorleben und sie zu einem aktiven Lebensstil motivieren. „Fördern Sie Ihr Kind motorisch und lassen Sie zu, dass es sich austobt. Merken Sie, dass bestimmte körperliche Aktivitäten Ihrem Kind Spaß machen, bauen Sie diese im Alltag ein. Treten Sie in Interaktion mit dem Kind und spielen Sie beispielsweise ein Ballspiel mit ihm oder ermöglichen das Spielen mit Gleichaltrigen“, rät Vijitha Sanjivkumar. „Gehen Sie ins Gespräch miteinander und tauschen Sie sich über Wünsche aus.“ Am besten ist es, Aktivitäten im Alltag von Kindern fest zu integrieren: vom Schulweg zu Fuß oder mit dem Rad über Vereinssport und gemeinsame Schwimmbadbesuche bis hin zum freien Spiel am Abend mit der Familie. Entscheidend: Bewegung muss Spaß machen. Dann hat sie beste Chancen, ein Lebensbegleiter zu sein, der gesund hält und glücklich macht.
Autor: red

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Kommentare
BerndLuky
10.03.2024, 10:24 Uhr
Logisch...
meine Nichte (7Jahre) hat schon gut 1 Jahr lang keinen Sportlehrer mehr und somit auch kein Sportunterricht! Was will man also erwarten? Handys werden hinterhergeworfen, Schüler bekommen ab der 5 Klasse schon Tablets usw.. Unser Schulsystem ist so vom A*sch, man könnte glatt meinen "es spiegelt die Bundesregierung wieder"!
Paulinchen
10.03.2024, 12:56 Uhr
Betrachte ich die...
.. Schulwege deutschlandweit, so komme ich leider zu dem Ergebnis, dass die Schulwege nicht so sicher sind, wie mancher es gerne hätte.

Weshalb werden Kinder auf dem angeblich sicheren Schulweg entführt und vergewaltigt? Weshalb kommen Kinder nach der Schule nicht mehr zu Hause an?

Vielleicht liegt deshalb den besorgten Eltern etwas daran, weshalb sie ihren Nachwuchs in und vor der Schule, mit dem Auto befördern. Denn selbst wenn der Ganove gefasst wird, so ist er in der Regel noch am gleichen Tag, wieder frei.
M. Bergmann
10.03.2024, 17:45 Uhr
Ich lese hier bei Kommentatoren immer etwas von Schule
Sind die Kinder träge und fett, weil die Schule, die Lehrer oder der Schulweg (da fasst man sich ja voll an den Kopf) schuld sind? Wie wäre es mal damit, die Eltern zu bewegen, dass die Kinder wieder in Vereinen, im Haushalt und Garten, in der Freizeit spielen (keine Ballerspiele) u.a. körperlichen Beschäftigungen nachgehen und gesundes Essen bekommen? Das ist doch das normalste von der Welt, bevor man wieder einmal andere Schuldige sucht. Gehts noch?
HisMastersVoise
10.03.2024, 18:07 Uhr
Das Elternhaus !
Absolute Priorität und auch Verantwortung hat die Erziehung der Kinder in ihren Elternhäusern. Denn dort entscheidet sich, ob die kleinen zu medialen Zuckerjunkies werden oder zu überlebensfähigen Mitgliedern unserer Gesellschaft. Erziehung ist anstrengend und langwierig. Aber im Gespräch mit Kindergärtnerinnen und Lehrern zeichnet sich immer wieder das gleiche Bild ab. Kindliche Früherziehung wird immer mehr vernachlässigt. Und das geht an die Elternhäuser. In der Schule kann leider oftmals nur noch Schadensbegrenzung betrieben werden. Wenn Kinder keine Grenzen kennen lernen, drehen sie irgendwann durch oder verirren sich. Und erst danach werden Probleme wie Schulweg oder Lehrermangel relevant. Die Kleinen sind die dumme Herde der Konsumenten von morgen, wenn die Eltern es zulassen.
Waldemar Ceckorr
10.03.2024, 21:50 Uhr
....gut 1 Jahr lang keinen Sportlehrer mehr und somit auch kein Sportunterricht!
also ich brauchte in dem alter keinen sportlehrer um, z.b. auf bäume zu klettern oder für andere aktivitäten.
diese aussage ist ja voll daneben.


der waldi
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