Fr, 12:49 Uhr
07.07.2006
Erste Reaktionen
Nordhausen (nnz). Das Land streicht die Theaterzuschüsse und Nordhausen ist davon mit am schlimmsten betroffen. Die nnz mit ersten politischen Reaktionen.
Nach dem gestern angekündigten radikalen Kürzungen der Thüringer Landesregierung beim Nordhäuser Theater fordert die FDP die anderen Stadtratsfraktionen zu einer geschlossenen Erklärung auf. Als FDP haben wir bereits einen Text dazu verfasst und werden diesen so schnell wie irgend möglich zur Abstimmung im Stadtrat stellen, so FDP-Gruppensprecher Claus-Peter Roßberg. Für die FDP ist die Handlungsweise der Landesregierung ein klares Zeichen gegen eine positive Entwicklung im Norden des Freistaates Was der Ministerpräsident hier machen will, ist nichts anderes als auf Kosten des kulturellen Lebens die Landesfinanzen zu sanieren, so FDP-Pressesprecher Marcel Hardrath. Er spielt damit auf die desolate Lage des Landeshaushaltes an, die man nun im Rasenmäherverfahren wieder zurecht trimmen will..
Die Gruppe der FDP hat zusätzlich zu der vorbereiteten Erklärung eine Anfrage an die Oberbürgermeisterin gerichtet mit dem Ziel, die Verabschiedung der Erklärung im Theater vorzunehmen und dazu die nächste Stadtratssitzung dort durchzuführen!
Als Kulturpolitik mit der Abrissbirne" hat Hans-Jürgen Döring, kulturpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, die heute bekannt gewordenen Pläne der Landesregierung zur Theater- und Orchesterfinanzierung ab 2009 kritisiert. Das Vorgehen des Kultusministers lasse keinerlei konzeptionellen Hintergrund erkennen, es gehe ihm offenbar lediglich darum, um jeden Preis das bereits im Vorhinein definierte Einsparziel von 10 Millionen Euro zu erreichen. Als besonders fatal wertete der Kulturpolitiker die beabsichtigten drastischen Kürzungen bei den Theatern Eisenach, Nordhausen/Sondershausen und Rudolstadt/Saalfeld. Das wird unweigerlich zum Theater- und Orchestersterben und zur kulturellen Entwertung der betroffenen Regionen führen", sagte Döring. Eine derart rücksichtslose Mittelkürzung sei daher kulturpolitisch unverantwortlich.
Döring forderte zugleich ein generelles Umsteuern bei der Kulturfinanzierung im Freistaat. Thüringen sei ein Kulturland, und mit diesem Pfund müsse weit mehr als bisher gewuchert werden. Das bedeute insbesondere, dass es endlich zu einer langfristig tragfähigen und ausreichenden Theater- und Orchesterfinanzierung kommen müsse. *Es darf keinen weiteren Kahlschlag bei den Theater- und Orchesterstandorten geben", forderte Döring. Es müsse vielmehr alles getan werden, um deren touristische Attraktivität zu steigern.
Das Beispiel Meiningen zeige, dass sich so die Einnahmesituation des Standorts deutlich verbessern lasse. Ferner müsse Thüringen endlich zu einer Kulturraumfinanzierung übergehen, bei der nicht allein der jeweilige Träger, sondern auch das Umland in die Finanzierung regional bedeutsamer Kulturinstitutionen eingebunden werde.
Autor: nnzNach dem gestern angekündigten radikalen Kürzungen der Thüringer Landesregierung beim Nordhäuser Theater fordert die FDP die anderen Stadtratsfraktionen zu einer geschlossenen Erklärung auf. Als FDP haben wir bereits einen Text dazu verfasst und werden diesen so schnell wie irgend möglich zur Abstimmung im Stadtrat stellen, so FDP-Gruppensprecher Claus-Peter Roßberg. Für die FDP ist die Handlungsweise der Landesregierung ein klares Zeichen gegen eine positive Entwicklung im Norden des Freistaates Was der Ministerpräsident hier machen will, ist nichts anderes als auf Kosten des kulturellen Lebens die Landesfinanzen zu sanieren, so FDP-Pressesprecher Marcel Hardrath. Er spielt damit auf die desolate Lage des Landeshaushaltes an, die man nun im Rasenmäherverfahren wieder zurecht trimmen will..
Die Gruppe der FDP hat zusätzlich zu der vorbereiteten Erklärung eine Anfrage an die Oberbürgermeisterin gerichtet mit dem Ziel, die Verabschiedung der Erklärung im Theater vorzunehmen und dazu die nächste Stadtratssitzung dort durchzuführen!
Als Kulturpolitik mit der Abrissbirne" hat Hans-Jürgen Döring, kulturpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, die heute bekannt gewordenen Pläne der Landesregierung zur Theater- und Orchesterfinanzierung ab 2009 kritisiert. Das Vorgehen des Kultusministers lasse keinerlei konzeptionellen Hintergrund erkennen, es gehe ihm offenbar lediglich darum, um jeden Preis das bereits im Vorhinein definierte Einsparziel von 10 Millionen Euro zu erreichen. Als besonders fatal wertete der Kulturpolitiker die beabsichtigten drastischen Kürzungen bei den Theatern Eisenach, Nordhausen/Sondershausen und Rudolstadt/Saalfeld. Das wird unweigerlich zum Theater- und Orchestersterben und zur kulturellen Entwertung der betroffenen Regionen führen", sagte Döring. Eine derart rücksichtslose Mittelkürzung sei daher kulturpolitisch unverantwortlich.
Döring forderte zugleich ein generelles Umsteuern bei der Kulturfinanzierung im Freistaat. Thüringen sei ein Kulturland, und mit diesem Pfund müsse weit mehr als bisher gewuchert werden. Das bedeute insbesondere, dass es endlich zu einer langfristig tragfähigen und ausreichenden Theater- und Orchesterfinanzierung kommen müsse. *Es darf keinen weiteren Kahlschlag bei den Theater- und Orchesterstandorten geben", forderte Döring. Es müsse vielmehr alles getan werden, um deren touristische Attraktivität zu steigern.
Das Beispiel Meiningen zeige, dass sich so die Einnahmesituation des Standorts deutlich verbessern lasse. Ferner müsse Thüringen endlich zu einer Kulturraumfinanzierung übergehen, bei der nicht allein der jeweilige Träger, sondern auch das Umland in die Finanzierung regional bedeutsamer Kulturinstitutionen eingebunden werde.

