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Di, 14:40 Uhr
04.07.2006

Nobas: Verraten und verkauft

Nordhausen (nnz). Vom eigenen Chef verraten und verkauft, so fühlen sich die Mitarbeiter der NOBAS. Am Montag hatten sich etliche von ihnen auf den Weg nach Mühlhausen zum Amtsgericht gemacht, um mit eigenen Ohren den Bericht des Insolvenzverwalters zu hören.

Das war wirklich bitter. Am Montag hatten sich etliche Arbeiter und Angestellte der NOBAS auf den Weg zum Amtsgericht nach Mühlhausen gemacht. Schließlich wollten alle mit eigenen Ohren hören, was der Insolvenzverwalter zu berichten hat und vielleicht, so jedenfalls die Hoffnung einiger, würde ja auch Herr Kupsch als Chef der NOBAS Spezialstahlbau GmbH endlich ehrliche Antwort auf die Frage geben, warum er seine eigene Belegschaft ins Unglück stürzte. Letzterer war auch bei Gericht erschienen. Kein Wort, kein Blick waren ihm die Beschäftigten wert.

Kein Wunder. Wahrscheinlich wusste er schon, was wenige Minuten später auch seine Belegschaft hören würde.

1.Die NOBAS Spezialstahlbau GmbH hatte vom ersten Tag an außer Beschäftigten nichts, kein Briefbogen, kein Konto, nicht mal einen eigenen Briefkasten.

2.Die GmbH war von Anfang an eine „verlängerte Werkbank“.

3.Der GmbH-Chef Kupsch hat zu keinem Zeitpunkt die Geschäfte seiner Firma eigenständig wie ein Kaufmann geführt.

4.Die Geschäftsführer der GmbH haben mit der Abgabe ihrer eidesstattlichen Erklärung gelogen. So war unter anderem die „Pleite“ der GmbH sehr viel früher als von der Geschäftsführung behauptet.

Die Geschäftsführung hat mit erheblichen Konsequenzen zu rechnen. Es ist davon auszugehen, dass sich die Staatsanwaltschaft mit dem Fall beschäftigt, von Ansprüchen aus Schadensersatz - ganz zu schweigen.

Mit seinem Abschlusssatz wandte sich dann der Insolvenzverwalter an die anwesenden Arbeitnehmer und stellte in Aussicht, das er die Forderungen der Betroffenen (geschuldete Lohngelder) mit deutlich hoher Wahrscheinlichkeit eintreiben und dann auszahlen wird.

Nach knapp dreißig Minuten Gerichtstermin jedenfalls stand fest: Die Arbeitnehmer waren nicht Schuld an ihrem Schicksal, auch nicht der rechtschaffende Betriebsrat oder gar die zuständige Gewerkschaft. Nein, der eigene Chef hatte sie verraten und verkauft und als billige Manövriermasse in einem scheinbar undurchsichtigen Spiel missbraucht. Und so ließen die Versammelten noch vor dem Amtsgericht dann ihren Ärger freien Lauf.

Ein Schlosser schimpfte gleich beim Verlassen des Gerichtsgebäudes: „Eine solche Sauerei - die haben die Firma doch nur gegründet, um Gelder vom Arbeitsamt abzuzocken.“ Ein anderer rief :„Ich hoffe, daß diese Machenschaften bestraft werden.
Ich hoffe, dass das, was die mir und meiner Familie angetan haben, vor den Kadi geht.“

Etliche ältere Beschäftigte berichteten aufgeregt davon, dass Herr Kupsch sie persönlich in Gesprächen vor drei Jahren gebeten hatte, ihr Arbeitsverhältnis mit der Papenburg AG aufzulösen und in seine GmbH zu kommen. Jedem, der sich darauf einließ wurde versprochen, daß er keine Nachteile erleiden würde. Im Gegenteil. Um auch die letzten Zweifel auszuräumen wurde ein Vertrag geschlossen, der für den Fall, das doch was mit der GmbH schief laufen würde regelt, dass dann alle wieder unter dem Dach der Papenburg AG ihren Arbeitsplatz haben.

Fazit: Den Vertrag gibt es. Mit der GmbH ist was schief gelaufen. Auch der Insolvenzverwalter vertritt die Ansicht, das alle Beschäftigten der NOBAS Spezialstahlbau GmbH ihren Arbeitsplatz bei der AG haben.
Autor: nnz

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