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Mi, 07:14 Uhr
28.06.2006

Was wurde teurer, was wurde billiger?

Nordhausen (nnz). Es ist das allmonatliche Prozedere. Der so genannte Warenkorb der Thüringer wird untersucht – um schließlich festzustellen, dass fast alles teurer geworden ist. Fast alles.


Die Verbraucherpreise in Thüringen stiegen nach Berechnungen des Thüringer Landesamtes für Statistik zwischen Mitte Mai und Mitte Juni 2006 um 0,2 Prozent auf einen Indexstand von 110,9 (Basisjahr 2000 = 100). Damit entsprach die Preisentwicklung in Thüringen dem bundesweiten Trend. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Verbraucherpreise bundesweit ebenfalls um 0,2 Prozent.

Bestimmt wurde die Preisentwicklung in Thüringen insbesondere durch den Preisanstieg im Bereich 'Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke' um 1,0 Prozent.
Hier waren es vor allem die saisonbedingten Nahrungsmittel, die mit einem durchschnittlichen Anstieg um 4,6 Prozent das Preisniveau bestimmten. Sowohl für Gemüse (+ 5,5 Prozent) als auch für Obst (+ 2,1 Prozent) zogen die Preise im Vergleich zum Vormonat an. So mussten die Kunden u.a. für Speisekartoffeln (+ 29,4 Prozent), für Blumenkohl (+ 24,8 Prozent) und für Lauch (+ 23,5 Prozent) tiefer in die Tasche greifen als noch im Mai. Günstiger waren dagegen Salat (- 23,2 Prozent), Tomaten (- 14,2 Prozent), Wirsing (- 8,8 Prozent), Paprikaschoten (- 8,6 Prozent) und Gurken (- 8,1 Prozent) zu bekommen.

Erhöhend auf den Gesamtindex (+ 0,2 Prozent) wirkten sich auch die Preissteigerungen im Bereich 'Freizeit, Unterhaltung und Kultur' (+ 0,7 Prozent) sowie bei den Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen (+ 0,5 Prozent) aus. Saisonbedingt stiegen die Preise für Ferienwohnungen um 6,9 Prozent. Pauschalreisen wurden binnen Monatsfrist um 2,6 Prozent teuerer. Beherbergungsdienstleistungen kosteten im Juni 2,8 Prozent mehr als im Vormonat. Die Preise in Restaurants, Cafes, Straßenverkauf u.ä. stiegen dagegen nur um 0,2 Prozent.

Als einzige Hauptgruppe verzeichnete der Bereich 'Bekleidung und Schuhe' im Juni ein niedrigeres Preisniveau als im Mai 2006 (- 0,4 Prozent). Weniger mussten die Kunden u.a. für Herrenmäntel (- 6,4 Prozent), Herrenlederjacken (- 4,7 Prozent), Damenhosenanzüge (- 3,3 Prozent), Damenblusen (- 3,2 Prozent) und Damenjeans (- 2,7 Prozent) bezahlen.

Die Jahresteuerungsrate lag in Thüringen - wie im Vormonat - bei 2,2 Prozent. Bundesweit betrug sie nach vorläufigen Ergebnissen 2,0 Prozent. Die Hauptursache ist bundesweit in den nunmehr seit über zwei Jahren steigenden Energiepreisen zu suchen. Ohne Energie (Haushaltsenergie und Kraftstoffe) hätte die Jahresteuerungsrate in Thüringen bei 1,3 Prozent gelegen. Die Preise für Haushaltsenergie und Kraftstoffe stiegen binnen Jahresfrist um 10,5 Prozent; darunter Heizöl um 16,8 Prozent und Kraftstoffe um 8,5 Prozent. Neben den Preisen für Heizöl stiegen auch die Umlagen für Zentralheizung, Fernwärme u.a. (+ 17,3 Prozent) und Gas (+ 15,3 Prozent) sowie Kohle (+ 4,2 Prozent).

Innerhalb der Wohnungsnebenkosten (+ 8,4 Prozent) verteuerten sich besonders die Müllgebühren (+ 19,7 Prozent). Es folgten die Gebühren für Wasser (+ 7,9 Prozent) und Abwasser (+ 4,9 Prozent) sowie die Grundsteuer (+ 5,0 Prozent). Alles in allem hat sich Wohnen in Thüringen im letzten Jahr um 3,6 Prozent verteuert.

Alkoholische Getränke und Tabakwaren kosteten im Juni 3,5 Prozent mehr als im Juni 2005. Während die Preise für alkoholische Getränke um 0,6 Prozent zurückgingen, musste für Tabakwaren - als Auswirkung der Erhöhung der Tabaksteuer vom September 2005 - im Juni 6,0 Prozent mehr bezahlt werden als vor Jahresfrist.

Auch im Bereich 'Verkehr' stiegen die Preise um 3,5 Prozent. Neben den Preiserhöhungen für Kraft- und Schmierstoffe (+ 8,5 Prozent) bestimmte auch der Preisanstieg für Verkehrsdienstleistungen (+ 3,7 Prozent) das hohe Preisniveau. Überdurchschnittlich der Preisanstieg bei der Personenbeförderung im See- und Binnenschiffsverkehr (+ 6,9 Prozent), im Luft- (+ 5,3 Prozent), Straßen- (+ 4,5 Prozent) und im Schienenverkehr (+ 4,0 Prozent).

Rückläufige Preisentwicklungen gab es im Vergleich zum Juni 2005 nur in den Bereichen 'Nachrichtenübermittlung' (- 3,2 Prozent) sowie 'Bekleidung und Schuhe' (- 0,5 Prozent).
Autor: nnz

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