Mo, 07:49 Uhr
26.06.2006
Heiße Luft über Neustadt
Nordhausen (nnz). Mit einem freundlichen Gut Brand begrüßt das Harzklubmitglied Otto Ibe interessierte Gäste am Schaumeiler in Neustadt. Die nnz war für Sie natürlich dabei, dank eines Berichtes von Heidi Urban.
Der Schaumeiler zeigt, wie ein Meiler im Inneren aufgebaut ist und funktioniert. Ein Aufsteller berichtet auf Schautafeln über dieses traditionsbewusste Handwerk. Wir finden den Schaumeiler bei den Köhlerhütten am Gondelteich in Neustadt. Rechtzeitig zum kulinarischen Sommerfest am 1. und 2. Juli 2006 hat er alles vorbereitet – und er kann über Aufbau und Funktionsweise informieren. Ohne Holzkohle hätte anfänglich gar keine Erzverhüttung im Harz stattfinden können.
Dabei, so erklärt Otto Ibe, Mitglied im Harzklub Zweigverein Neustadt/Osterode, muss der Prozess unter Sauerstoffabschluss passieren. Will der Meiler gelingen, so muss der Köhler Tag und Nacht an seinem Meiler Wache halten. Die Köte, so nennen die Köhler ihre Köhlerhütten waren früher die Aufenthaltsorte der Köhler. Kegelförmig aufgestellte Stangen deckte man mit Baumrinde und Rasenstücken ab.
Der Köhler lebte vom Frühjahr bis zum Winterbeginn mit seinen Gehilfen in der Köte. Damals wurde Holzkohle zum Ausschmelzen von Kupfer- und Zinnerz zu Bronze, später auch für den Glockenguss und die Stahlindustrie verwendet. Das uralte Handwerk der Köhler ist Knochenarbeit und wurde von 1631 bis 1961 nachweislich in Osterode und Neustadt von der Firma Ibe Holzkohlenmeilerei betrieben. Generationen sicherten damit ihr Einkommen.
Der letzte Köhlermeister der das Gewerbe am Standort Neustadt Gangerfeld ausübte ist Köhlermeister Richard Ibe. Heute pflegen Hobbyköhler wie Otto Ibe dieses alte interessante Handwerk zur Freude vieler Menschen. Auch heute benötigen wir Holzkohle als Aktivfilter in Aquarien, in Dunstabzugshauben, in Schornsteinen von Kraftwerken. Bei Krankheiten, wie Durchfall, greifen wir auf Kohletabletten aus Holzkohle zurück. So begegnen wir Holzkohle nicht nur beim Würstchengrillen an lauen Sommerabenden.
Der Erdmeiler ist eine seit dem 12.Jahrhundert verwendete Meilerform im Harz. Sein Aufbau dauert je nach Größe 4-5 Tage. Das Buchenholz wählen die Südharzer Experten im Wald sachkundig aus. Ein ca. 10 Meter im Durchmesser großer Meiler fast 30-40 Festmeter Holz.
Dieses wird geschickt um einen Mittelpunkt, den Quandelschacht, in zwei Etagen konisch geschichtet und mit Grasnarben und Erde abgedeckt. Nach dem Anzünden dauert das Verkohlen etwa 5-8 Tage. Anschließend muss der Meiler noch 3-4 Tage auskühlen. Etwa zwei Wochen dauert das Aufschütten des Meilers bis zum Ernten der Holzkohle. Wenn das Buchenholz richtig durchgeschwelt ist, füllt die Holkohle 250 Säcke zu je 10 Kilogramm.
Es gehört zur Pflege von Tradition und Brauchtum, so Otto Ibe, das uralte Köhlerhandwerk. Nun wünscht er sich zum bevorstehenden kulinarischen Sommerfest in Neustadt viele schaulustige Gäste.
Heidi Urban
Autor: nnzDer Schaumeiler zeigt, wie ein Meiler im Inneren aufgebaut ist und funktioniert. Ein Aufsteller berichtet auf Schautafeln über dieses traditionsbewusste Handwerk. Wir finden den Schaumeiler bei den Köhlerhütten am Gondelteich in Neustadt. Rechtzeitig zum kulinarischen Sommerfest am 1. und 2. Juli 2006 hat er alles vorbereitet – und er kann über Aufbau und Funktionsweise informieren. Ohne Holzkohle hätte anfänglich gar keine Erzverhüttung im Harz stattfinden können.
Dabei, so erklärt Otto Ibe, Mitglied im Harzklub Zweigverein Neustadt/Osterode, muss der Prozess unter Sauerstoffabschluss passieren. Will der Meiler gelingen, so muss der Köhler Tag und Nacht an seinem Meiler Wache halten. Die Köte, so nennen die Köhler ihre Köhlerhütten waren früher die Aufenthaltsorte der Köhler. Kegelförmig aufgestellte Stangen deckte man mit Baumrinde und Rasenstücken ab.
Der Köhler lebte vom Frühjahr bis zum Winterbeginn mit seinen Gehilfen in der Köte. Damals wurde Holzkohle zum Ausschmelzen von Kupfer- und Zinnerz zu Bronze, später auch für den Glockenguss und die Stahlindustrie verwendet. Das uralte Handwerk der Köhler ist Knochenarbeit und wurde von 1631 bis 1961 nachweislich in Osterode und Neustadt von der Firma Ibe Holzkohlenmeilerei betrieben. Generationen sicherten damit ihr Einkommen.
Der letzte Köhlermeister der das Gewerbe am Standort Neustadt Gangerfeld ausübte ist Köhlermeister Richard Ibe. Heute pflegen Hobbyköhler wie Otto Ibe dieses alte interessante Handwerk zur Freude vieler Menschen. Auch heute benötigen wir Holzkohle als Aktivfilter in Aquarien, in Dunstabzugshauben, in Schornsteinen von Kraftwerken. Bei Krankheiten, wie Durchfall, greifen wir auf Kohletabletten aus Holzkohle zurück. So begegnen wir Holzkohle nicht nur beim Würstchengrillen an lauen Sommerabenden.
Der Erdmeiler ist eine seit dem 12.Jahrhundert verwendete Meilerform im Harz. Sein Aufbau dauert je nach Größe 4-5 Tage. Das Buchenholz wählen die Südharzer Experten im Wald sachkundig aus. Ein ca. 10 Meter im Durchmesser großer Meiler fast 30-40 Festmeter Holz.
Dieses wird geschickt um einen Mittelpunkt, den Quandelschacht, in zwei Etagen konisch geschichtet und mit Grasnarben und Erde abgedeckt. Nach dem Anzünden dauert das Verkohlen etwa 5-8 Tage. Anschließend muss der Meiler noch 3-4 Tage auskühlen. Etwa zwei Wochen dauert das Aufschütten des Meilers bis zum Ernten der Holzkohle. Wenn das Buchenholz richtig durchgeschwelt ist, füllt die Holkohle 250 Säcke zu je 10 Kilogramm.
Es gehört zur Pflege von Tradition und Brauchtum, so Otto Ibe, das uralte Köhlerhandwerk. Nun wünscht er sich zum bevorstehenden kulinarischen Sommerfest in Neustadt viele schaulustige Gäste.
Heidi Urban







