Fr, 10:23 Uhr
09.06.2006
Rolandsfest?
Nordhausen (nnz). Es gab Rolandsfeste in Nordhausen, da lag tagelang vor dem offiziellen Start eine ganz besondere Atmosphäre über der Stadt, die den Beinamen Rolandstadt trägt. In diesem Jahr ist diese Atmosphäre irgendwie weggeblasen worden. Die nnz mit einer subjektiven Wahrnehmung.
Es war damals eine Zeit, da sahen zum Beispiel die Ankündigungsplakate noch irgendwie wie Plakate aus. Plakate, die neugierig machten, die sofort erkennen ließen, um was es sich handelt. Die jetzigen kunstvoll und über Jahre hinweg austauschbaren Plakate kommen einfach bei den Menschen nicht an, außer: Die haben ein sehr ausgeprägtes Kunstverständnis. Vielleicht sollte die Stadtverwaltung Nordhausen nicht so sehr in diesen Gefilden auf Hochkultur setzen, statt dessen die Geschmäcker der Massen ansprechen...
Seit die Rathausverwaltung die inhaltliche Ausgestaltung des größten Stadtfestes aus der Hand gegeben hat, ist man dem Kommerz ausgeliefert. Doch seit eine Agentur aus dem fernen Wernigerode dafür zuständig ist und daran (das soll so sein) ihr Geld verdient, seit dem scheint das Fest zu verflachen. Es verkommt zur unteren Mittelklasse. Die Besucher des vergangenen Jahres haben dieses Mittelmaß bereits beklagt, im aktuellen Jahrgang wird es auf die Spitze getrieben. Gut, dass es noch die Rolandgruppe gibt, die mit ihren Auftritten an das gleichnamige Fest erinnert.
Mehr ist es dann aber auch nicht. Das liegt nicht an der parallel veranstalteten Fußball-Weltmeisterschaft, das liegt auch nicht an den vielen Volksfesten im Landkreis Nordhausen, das liegt einzig und allein am fehlenden Reiz des Nordhäuser Stadtfestes. Und da dieser Trend schon seit Jahren erkennbar ist, entschließen sich immer mehr Kommunen (Bleicherode zum Beispiel) in der Nachbarschaft mit eigenen Angeboten dagegen zu halten. Scheinbar auch mit Erfolg. Und mal ehrlich: Ein Blick auf das Programm der kommenden Tage ist nicht gerade erbaulich. Oder gehört ein dreistündiger Auftritt von Quinteo Mayor zu den Angeboten, die Tausende in die Innenstadt ziehen werden? Da halten sich selbst langjährige Sponsoren dezent zurück. Die sind einfach nicht bereit, für eine Namens-Bühne bis zu 16.000 Euro zu zahlen? Einige Unternehmen haben ihre Unterstützung zugesagt, ihnen gilt auch gerade deshalb der Dank.
Ein generell neues Konzept für das Stadtfest muß her, doch das erfordert Mühe und Arbeit. Es beginnt mit der immer wieder angemahnten Koordinierung zwischen den städtischen Angeboten und denen auf dem Lande. Ein neues Konzept wird auf sich warten lassen, im kommenden Jahr ist das Rolandsfest in seiner 39. Auflage bereits gebongt. Da werden 500 Jahre Nordhäuser Korn schon für das nötige Kleingeld sorgen. Aber schon das Jubiläumsfest, das 40., sollte als Herausforderung angenommen werden.
Autor: nnzEs war damals eine Zeit, da sahen zum Beispiel die Ankündigungsplakate noch irgendwie wie Plakate aus. Plakate, die neugierig machten, die sofort erkennen ließen, um was es sich handelt. Die jetzigen kunstvoll und über Jahre hinweg austauschbaren Plakate kommen einfach bei den Menschen nicht an, außer: Die haben ein sehr ausgeprägtes Kunstverständnis. Vielleicht sollte die Stadtverwaltung Nordhausen nicht so sehr in diesen Gefilden auf Hochkultur setzen, statt dessen die Geschmäcker der Massen ansprechen...
Seit die Rathausverwaltung die inhaltliche Ausgestaltung des größten Stadtfestes aus der Hand gegeben hat, ist man dem Kommerz ausgeliefert. Doch seit eine Agentur aus dem fernen Wernigerode dafür zuständig ist und daran (das soll so sein) ihr Geld verdient, seit dem scheint das Fest zu verflachen. Es verkommt zur unteren Mittelklasse. Die Besucher des vergangenen Jahres haben dieses Mittelmaß bereits beklagt, im aktuellen Jahrgang wird es auf die Spitze getrieben. Gut, dass es noch die Rolandgruppe gibt, die mit ihren Auftritten an das gleichnamige Fest erinnert.
Mehr ist es dann aber auch nicht. Das liegt nicht an der parallel veranstalteten Fußball-Weltmeisterschaft, das liegt auch nicht an den vielen Volksfesten im Landkreis Nordhausen, das liegt einzig und allein am fehlenden Reiz des Nordhäuser Stadtfestes. Und da dieser Trend schon seit Jahren erkennbar ist, entschließen sich immer mehr Kommunen (Bleicherode zum Beispiel) in der Nachbarschaft mit eigenen Angeboten dagegen zu halten. Scheinbar auch mit Erfolg. Und mal ehrlich: Ein Blick auf das Programm der kommenden Tage ist nicht gerade erbaulich. Oder gehört ein dreistündiger Auftritt von Quinteo Mayor zu den Angeboten, die Tausende in die Innenstadt ziehen werden? Da halten sich selbst langjährige Sponsoren dezent zurück. Die sind einfach nicht bereit, für eine Namens-Bühne bis zu 16.000 Euro zu zahlen? Einige Unternehmen haben ihre Unterstützung zugesagt, ihnen gilt auch gerade deshalb der Dank.
Ein generell neues Konzept für das Stadtfest muß her, doch das erfordert Mühe und Arbeit. Es beginnt mit der immer wieder angemahnten Koordinierung zwischen den städtischen Angeboten und denen auf dem Lande. Ein neues Konzept wird auf sich warten lassen, im kommenden Jahr ist das Rolandsfest in seiner 39. Auflage bereits gebongt. Da werden 500 Jahre Nordhäuser Korn schon für das nötige Kleingeld sorgen. Aber schon das Jubiläumsfest, das 40., sollte als Herausforderung angenommen werden.


