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Di, 12:01 Uhr
30.05.2006

Beängstigender Anstieg

Nordhausen (nnz). In den ersten drei Monaten des Jahres 2006 wurden von den Thüringer Amtsgerichten 1.063 Insolvenzen registriert. Das waren 198 Insolvenzfälle bzw. 22,9 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Weitere Einzelheiten wie immer mit einem aktuellen Klick.


Von den gemeldeten 1.063 Insolvenzverfahren wurden 929 eröffnet, das sind 87,4 Prozent aller Insolvenzanträge. 130 Verfahren (12,2 Prozent) wurden mangels Masse abgewiesen und 4 Verfahren endeten mit der Annahme eines Schuldenbereinigungsplanes. Die voraussichtlichen Gläubigerforderungen beliefen sich für alle Verfahren auf 197 Millionen Euro. Pro Verfahren standen Forderungen von durchschnittlich 185.000 Euro aus. Von den gemeldeten 212 Unternehmensinsolvenzen waren zum Zeitpunkt der Antragstellung 572 beschäftigte Arbeitnehmer betroffen.

Der wirtschaftliche Schwerpunkt des Insolvenzgeschehens lag mit 62 Verfahren und trotz einer Abnahme um 15 Verfahren bzw. 19,5 Prozent wiederum im Baugewerbe. Fast 30 Prozent aller Unternehmensinsolvenzen betreffen diesen Wirtschaftsbereich.

Das Grundstücks- und Wohnungswesen und der Bereich Handel/Reparatur von Kraftfahrzeugen und Gebrauchsgütern hatten mit 42 und 35 Verfahren ebenfalls einen beträchtlichen Anteil an den Unternehmensinsolvenzen in Thüringen. Aber auch hier ist mit - 10,6 bzw. - 2,2 Prozent ein Rückgang gegenüber dem Vergleichszeitraum 2005 eingetreten.

Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich mit 18 gegenüber 25 Insolvenzverfahren (-28,0 Prozent) die rückläufige Entwicklung aus dem Jahr 2005 auch im 1. Quartal 2006 fortgesetzt. Eine Zunahme der Unternehmensinsolvenzen bei geringer Fallzahl gab es im Gastgewerbe, im Gesundheit-, Veterinär- und Sozialwesen, im Bereich der sonstigen öffentlichen und persönlichen Dienstleistungen sowie in der Land- und Forstwirtschaft.

Nach Rechtsformen mussten am häufigsten Gesellschaften mit beschränkter Haftung (108) sowie Einzelunternehmen, Freie Berufe und das Kleingewerbe (75) Insolvenz anmelden.
Bei den übrigen Schuldnern wurden 851 Verfahren gezählt, 234 bzw. 37,9 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Hier kommt weiterhin die Neuregelung der Insolvenzordnung aus dem Jahr 2001 zum Tragen, die u.a. vorsieht, die Verfahrenskosten bis zur Restschuldbefreiung zu stunden. Insbesondere private Schuldner machen von den neuen Möglichkeiten des Insolvenzrechts Gebrauch. Im 1. Quartal 2006 gab es mit 577 Insolvenzanträgen gegenüber 348 im Vergleichszeitraum 2005 eine deutliche Steigerung der Privatinsolvenzen in Thüringen (+ 65,8 Prozent).

Regional betrachtet wurden die meisten Insolvenzfälle je 100 000 Einwohner in der Stadt Eisenach (91), im Landkreis Greiz (64) und in der Stadt Erfurt (61) registriert. Die wenigsten Insolvenzfälle je 100 000 Einwohner wurden im Landkreis Altenburger Land (31) sowie im Wartburgkreis und im Landkreis Sonneberg (je 32) festgestellt.
Autor: nnz

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