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Mi, 11:18 Uhr
30.08.2023
20. INSM-Bildungsmonitor

Sachsen Spitzenreiter, Bremen Schlusslicht

Das Bildungsniveau in Deutschland hat sich in den vergangenen zehn Jahren dramatisch verschlechtert. Vor allem in den Bereichen Schulqualität, Integration und Bildungsarmut gibt es negative Entwicklungen. Das ist das Ergebnis der Langzeitanalyse im Rahmen des Bildungsmonitors der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)...

Grafik (Foto: INSM) Grafik (Foto: INSM)
Das Fazit der Studienautoren des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW): Auf zehn Jahre Fortschritt folgten zehn Jahre mit steigendem Handlungsdruck. Im aktuellen Ländervergleich schneiden erneut Sachsen, Bayern und Thüringen am besten ab.

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Allerdings ist auch in Sachsen und Thüringen das Niveau in den letzten zehn Jahren gesunken, in Bayern nur minimal gestiegen. Besonders große Herausforderungen haben die drei Schlusslichter Brandenburg, Berlin und Bremen. Baden-Württemberg, aktuell auf Platz 5 im Ländervergleich, hat gegenüber 2013 am deutlichsten verloren (- 9,6 Punkte, siehe Tabelle).

Grafik (Foto: isnm) Grafik (Foto: isnm)

IW-Studienautor Prof. Dr. Axel Plünnecke: „Die Kitas und Schulen haben noch keine gute Antwort darauf gefunden, dass die Schülerschaft in den vergangenen Jahren deutlich heterogener wurde, ein steigender Anteil zu Hause nicht Deutsch spricht oder nur wenige Bücher im Haushalt besitzt. Die Folge: Die Ergebnisse von Kindern aus Haushalten mit Migrationshintergrund oder von bildungsfernen Haushalten sind besonders stark gesunken. Leichte Verbesserungen bei der Ganztagsinfrastruktur und den Betreuungsrelationen konnten diese Verschlechterungen der Bildungsergebnisse nicht umkehren. Es fehlt an Qualität beim Ganztag und an gezielter Förderung. Internationale Vergleiche zeigen, dass es anderen Ländern besser als Deutschland gelingt, den Bildungserfolg von der familiären Herkunft zu entkoppeln.“

Die Forscher des IW Köln fordern unter anderem einen Ausbau der frühkindlichen Bildung, mehr Schulautonomie, jährliche Vergleichsarbeiten in allen Klassenstufen, gezielte Förderung und bessere Verwaltungsstrukturen. Auch werden mehr hochwertige Ganztagsangebote gebraucht. Das Angebot an Lehrkräften müsse durch zielorientierte Zulagen gesichert werden. Es sollten die Chancen der Digitalisierung besser genutzt sowie demokratische Kompetenzen und Weltoffenheit vermittelt werden. INSM-Geschäftsführer Thorsten Alsleben fordert eine „Zeitenwende in der Bildungspolitik“.

Deutschland verliere in vielen Bereichen den Anschluss an die Weltspitze, seit einigen Jahren auch in der Bildungspolitik, so Alsleben: „Bildung ist der Schlüssel, um Deutschland aus der Abwärtsspirale zu holen. Wann handeln Bund und Länder endlich?“ Alsleben sieht es sehr kritisch, dass immer mehr Kinder in der Grundschule nicht ausreichend Deutsch sprechen: „Die Herausforderungen durch massive Zuwanderung haben leider auch viele Schulen überfordert. Die Länder müssen umsteuern und viel mehr in frühkindliche Bildung investieren. Wir brauchen eine Vorschulpflicht für alle, die nicht oder schlecht Deutsch sprechen.“ Schulen mit hohem Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Sprachdefiziten müssten viel besser ausgestattet und die betroffenen Lehrkräfte mehr unterstützt werden, so die Forderung der INSM.

Den kompletten Bericht finden Sie hier .
Autor: psg

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Kommentare
free Gigi
30.08.2023, 12:46 Uhr
spannende Statistik
wenn man nun noch Parallelen zum Wahlverhalten, der s.g. Demokratiefeindlichkeit und generell zur politischen Einstellung der 3 führenden Bundesländer hinzufügen würde.
Romikon
30.08.2023, 13:38 Uhr
Baxter sie haben den Migrationsanteil und die noch
aus der DDR vorhandenen Lehrkräfte im "Osten" vergessen.Man sollte auf jeden Fall den grossen Migrationsanteil nach 2./mehrfacher Generation in den westl. Bundesländern nicht vergessen .Das will zwar keiner wissen von den links/grünen .Aber gerade in Bremen wird es deutlich.Es funktioniert einfach nicht mit zusammengewürfelten Kulturen.Integration ist und bleibt ein Wunschtraum.Hier wird wieder der Kalkutta Vergleich von Peter Scholl-Latour deutlich.
Die Linken und Grünen erfinden mit ihrer Sozialpolitik und vielem mehr gerade das "Rad" neu.Dieses Rad ist ein "grosser Witz" und zeigt sich immer wieder in der Realität.
ChristianNDH
30.08.2023, 13:44 Uhr
Einfach traurig
In den Nordhäuser Schulen und im Übrigen auch allen anderen Thüringer Schulen ist der Unterrichtsausfall bei fasst 20 Prozent der Unterrichtstafel angekommen. Georgrafie soll auch bald von der Unterrichtstafel verschwinden bzw. eingedampft werden. MNT ist auch schon nicht mehr im Regelbetrieb zu machen. Sport ist eine Vollkatastrophe.
Das Niveau ist in den letzten sechs bis zehn Jahren drastisch gesunken.
Bei meinem Sohn an einem Nordhäuser Gymnasium in Klasse 8 lernend sehe ich das Totalversagen der Bildungspolitik vollkommen und ausreichend. Mich gruselt schon wieder vor dem heutigen Elternabend.
Die Gute Nachricht Thüringen liegt auf Platz 3 im Bundeslandvergleich.

In dieser Statistik überhaupt von Erfolgen zu schreiben ist schon eine Beleidigung aller Eltern und Kinder.

Ich bin geradezu entsetzt was hier als Erfolg verbucht wird. Unser Bildungsystem ist ein SANIERUNGSFALL. Eigentlich gehören alle Bildungsminister des Amtes enthoben und abgeurteilt. Leider gibt es den Straftatbestand der "Bürgerverdummung" nicht.

Zum Glück steigt das Bürgergeld um 12 Prozent. Das kostet ca. 4 Milliarden per anno. Warum kann das Geld nicht in die Bildung gehen?
diskobolos
30.08.2023, 14:51 Uhr
Bildungsvergleiche mit früher
sind immer mit Vorsicht zu genießen. Mit welchem Maßstab hat man es gemessen?
Natürlich konnten die Schüler vor 30 Jahren einiges besser, z. B. Kopfrechnen, Geschichtszahlen oder Technisches Zeichnen. Dafür können die heutigen gut mit IT und den neuen Medien umgehen, meist besser als ihre Eltern. Dies ist zugleich das Problem: Auf ein Kind wirken heute unvergleichlich mehr Reize ein. Dagegen verblasst die Schule natürlich.
Zarathustra
31.08.2023, 04:40 Uhr
Die Schlusslichter
der Statistik sind vor allem auch wieder Bundesländer, in denen ohnehin eine große Arbeitslosenrate herrscht. Bedauerlicherweise geht das finanzielle und soziale elterliche Umfeld mehr in die Statistik ein als das schulische. Mit Leistungstests in der Schule stellen wir also meist nur das private Umfeld der Kinder wieder dar. Sicher haben der meiner Meinung nach falsche Fokus auf Digitalisierung, die Corona-Schließungen und der steigende Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund sich flächendeckend noch zusätzlich negativ auf die Feststellung ausgewirkt.
geloescht.20250302
31.08.2023, 11:54 Uhr
Diskobolos...
. ..wenn es vor 30 Jahren noch keine IT wie heute gab rechtfertigen Sie den jetzigen "besseren" Umgang damit, Grundrechnen und Orthographie nicht mehr zu beherrschen?

Und weil die Eltern beim Erwachsenwerden damals nicht den heutigen Reizen ausgesetzt waren, entbindet sie das nicht vor der Verantwortung, ihren Kindern beizubringen dass der Schulbesuch und Hausaufgaben wichtiger sind als die "Informationsquelle" Internet als Lebensinhalt in der Freizeit.

Zumindest, wenn sie nicht für die Schule recherieren, sondern tindern oder sonstwas.
diskobolos
31.08.2023, 12:34 Uhr
Die Welt hat sich geändert, Tannhäuser
Wir haben als Kinder zweimal in der Woche ferngesehen. Was heute ein z. B. Zwölfjähriger alles auf seinem Laptop sieht, können die Eltern kaum kontrollieren. Wie viele Trickfilme konsumiert heute ein Grundschulkind pro Woche und wie wirkt sich das auf sein Gedächtnis aus?
Heute haben die Kinder fast alle ein Smartphone und sind irgendwo in den "sozialen Medien" unterwegs. Und wenn nicht, sind sie extreme Aussenseiter.
Dass das nicht immer gut ist, ist nicht die Frage. Aber es ist schlicht die Realität. Dass die Schule darunter leidet, ist klar. Aber einige Fähigkeiten, die Kinder und Jugendlichen heute besitzen, hatten frühere Generationen nicht.
geloescht.20250302
31.08.2023, 12:59 Uhr
Sie haben Recht ...
...und ich verkläre die Vergangenheit nicht.

Aber Eltern können sich weiterbilden und damit in die Gegenwart gelangen, um ihren Kindern helfen zu können.

Das geht natürlich nicht, wenn man in Alphabetismus und hierarchischen Strukturen festhängt.

Das war meine Intention zum Kommentar und kein gebetsmühlenartiger Drang, Ihnen zu widersprechen, diskobolos!
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