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Di, 09:38 Uhr
29.08.2023
Zweites NUV Sommergespräch

Migration, Bürokratie und Fachkräftemangel

Der Nordthüringer Unternehmerverband (NUV) hatte am Montag dieser Woche zu einem weiteren Sommergespräch eingeladen. In die Skoda-Autowelt waren der Einladung des Verbandes Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) und der Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag Prof. Dr. Mario Voigt gefolgt...

Die Erfurter Politik stand den Nordthüringer Unternehmern Rede und Antwort, zum zweiten Sommergespräch waren Innenminister Georg Maier (SPD) und der Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag Prof. Dr. Mario Voigt geladen (Foto: NUV) Die Erfurter Politik stand den Nordthüringer Unternehmern Rede und Antwort, zum zweiten Sommergespräch waren Innenminister Georg Maier (SPD) und der Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag Prof. Dr. Mario Voigt geladen (Foto: NUV)

Hausherr Helmut Peter begrüßte die beiden Politiker sowie die rund 60 Vertreter der Thüringer Wirtschaft und machte für diese Gesprächsrunde sofort drei wichtige Themen fest: Die Migration und die damit verbundene Integration von Flüchtlingen, den Abbau von Bürokratie und den Fachkräftemangel. “Alle drei Krisen seien vermutlich in Berlin und vielleicht auch in Erfurt noch nicht so richtig angekommen.” Das unterstrich auch NUV-Chef Niels Neu und konstatierte in Richtung Politik, dass deren Vertreter viel zu spät mit einer ehrlichen Diskussion der Problemlagen und möglicher Lösungen in alle Richtungen begonnen haben und dadurch ein großer Vertrauensverlust in politisches Agieren entstanden ist.

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In ihren einleitenden Statements lobten Maier und Voigt die Initiative des Wirtschaftsverbandes. “Schön, dass es Möglichkeiten des Meinungsaustausches gebe. Ich sehe die Situation der Wirtschaft als äußerst angespannt und sehe die Probleme des Fachkräftemangels und der Inflation”, sagte der Innenminister. Sein politischer Gegenspieler in Erfurt, der CDU-Fraktionsvorsitzende, erläuterte dagegen, wie Deutschland als größte Volkswirtschaft Europas gegen die Wand gefahren wird. Deutschland ist das einzige Land in der Eurozone, das sich wirtschaftlich nicht mehr auf Vor-Corona-Niveau befindet. Für ihn steht fest, dass die Einführung des Bürgergeldes ein weiterer Fehler ist und dass die Einwanderung in die Sozialsysteme dieses Landes beendet werden müsse.

Thüringens Innenminister Georg Maier (Foto: NUV) Thüringens Innenminister Georg Maier (Foto: NUV)
Danach hatten die Mitglieder des Nordthüringer Wirtschaftsverbandes die Möglichkeit zur Diskussion. So berichtete Logistikunternehmer Hans-Dieter Otto am Beispiel der Erhöhung der Mautgebühr, welche Auswirkungen die ständigen Kostenerhöhungen bei Steuern, Abgaben, Genehmigungskosten etc. auf seine Spedition haben. So muss er im Falle der Erhöhung der Maut-Gebühr ab dem 1. Dezember 2023 für seine Spedition laut Beschluss der Bundesregierung 15 Cent pro gefahrenen Kilometer mehr entrichten. Das seien allein in seinem Unternehmen pro Jahr 640.000 Euro mehr. Auch die Erhöhung des Mindestlohnes schlage sich auf eine Erhöhung der Transportkosten um 20 Prozent ab dem kommenden Jahr nieder. Im Ergebnis wird hierdurch der Verbraucher erneut tiefer in die Tasche greifen müssen. “Eigentlich ist die Lkw-Maut eine Maut für die Schiene, weil für den Ausbau des Schienennetzes zu wenig Geld vorhanden sei und dieser deshalb über die Maut subventioniert werde. Mit der CDU werde es das nicht geben”, entgegnete Mario Voigt.

Beim Thema Industriestrom kritisierte NUV-Chef Niels Neu die einseitige Subventionierung der Industrie, weil die mittelständischen Unternehmen wie bspw. die energieintensiven Bäckereien nicht berücksichtigt werden. Für Innenminister Maier sei die Welt weitaus komplizierter und so müsse an der Absenkung des Industriestromes festgehalten werden. Auch in anderen Ländern dieser Welt gebe es für die energieintensive Industrie Subventionen.

Der CDU Fraktionsvorsitzende im Landtag, Mario Voigt (Foto: NUV) Der CDU Fraktionsvorsitzende im Landtag, Mario Voigt (Foto: NUV)
“Raus aus dem Euro, raus aus der EU, wie das den Menschen im Landkreis Sonneberg versprochen wurde, könne es nicht geben. Ja, mit diesen Parolen wurde in Südthüringen ein AfD-Landrat gewählt”, so Maier.

Weitere Kritikpunkte, die im Verlauf des zweieinhalbstündigen Gespräches mit zahlreichen Wortmeldungen teilweise kontrovers diskutiert wurden, waren die (Nicht)erreichbarkeit von Nordhausen auf der Schiene, der “Nichtausbau” der B4 im Bereich der Hainer Berger, die Ausweisung von Nordhausen als Oberzentrum, eine tatsächliche und insbesondere wirksame Begrenzung der Migration sowie die Misere des Unterrichtsausfalls in den Thüringer Schulen und das damit einhergehenden Sinken des Bildungsniveaus.

Wie in den vorangegangenen Diskussionsrunden mit den bisherigen Politikern erwarteten die Mitglieder des Nordthüringer Unternehmerverbandes auch von Voigt und Maier ein klares Statement zum oberzentralen Status für Nordhausen. Der Innenminister “will sich dafür einsetzen, will in der Landesregierung die Diskussion dahin befördern”. Für den Oppositionsführer im Landtag muss die Diskussion um neue Oberzentren in Thüringen einhergehen mit weiteren Strukturreformen. Der Landtag selbst habe hier allerdings wenig Mitspracherecht, die Entscheidungshoheit zum Landesentwicklungsplan liege beim Kabinett.

Es ist zu hoffen, dass die Gesprächsrunde mit den beiden Landespolitikern einige Denkanstöße vermittelt hat. Aus Sicht des NUV-Vorstandes sind diese Runden weiterhin notwendig, um auf die Problemlagen aufmerksam zu machen und um im Interesse einer funktionierenden Wirtschaft politische Lösungen einzufordern.
Autor: red

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Kommentare
free Gigi
29.08.2023, 10:18 Uhr
sehr geehrter Prof. Dr. Mario Voigt
wo waren Sie die letzten 8 Jahre???
Herr Fuchs
29.08.2023, 12:28 Uhr
Gute Frage
Baxter, und ich weiß die Antwort: Er hat sich aus der Versenkung mit RRG gemein gemacht und wird das auch weiterhin zum eigenen Machterhalt tun. Was im Artikel von ihm zu lesen war, ist Geschwätz. Er wird jederzeit umkippen, wenn es dem.Erhalt seiner Position dient. Wer die versprochenen Neuwahlen in Thüringen verhindert hat, dem ist niemals mehr irgend etwas zu glauben.
A-H-S
29.08.2023, 13:56 Uhr
Es ist nicht komplex
Der NUV agiert als Wirtschaftsverband weitgehend politisch neutral, deshalb wurden auch Vertreter der AfD eingetreten (Jens Cotta als MdL). Und ja, es fällt mitunter schwer ruhig zu bleiben.

Zitat aus dem Artikel: "der CDU-Fraktionsvorsitzende, erläuterte dagegen, wie Deutschland als größte Volkswirtschaft Europas gegen die Wand gefahren wird."
-> Wer von 2005-2021 die Geschicke dieses Landes geleitet hat, ist im offensichtlich entfallen?

Zitat aus dem Text: "Für ihn (Voigt) steht fest, dass die Einführung des Bürgergeldes ein weiterer Fehler ist und dass die Einwanderung in die Sozialsysteme dieses Landes beendet werden müsse."
-> Bürgergeld ist auch nur ein anderer Name für H4 und damit habt ihr die letzten 16 Jahre auch keine Probleme gehabt! Und für die Einwanderung in die Sozialsysteme ist ursächlich wer verantwortlich: genau, die CDU des Herrn Voigt.

Zitat aus dem Artikel: “Eigentlich ist die Lkw-Maut eine Maut für die Schiene, weil für den Ausbau des Schienennetzes zu wenig Geld vorhanden sei und dieser deshalb über die Maut subventioniert werde. Mit der CDU werde es das nicht geben”, entgegnete Mario Voigt.
-> Wer hat die Maut beschlossen? Richtig, die CDU.
-> Wer hat von 2009 die Mautsätze kräftig erhöht? Richtig, die CDU-Regierung. (im übrigen mit Wirtschaftsminister Tiefensee).
-> Wer hat die Maut in seiner Regierungszeit 5x angehoben? Richtig, die CDU.

Zitat aus dem Artikel: "Beim Thema Industriestrom kritisierte NUV-Chef Niels Neu die einseitige Subventionierung der Industrie, weil die mittelständischen Unternehmen wie bspw. die energieintensiven Bäckereien nicht berücksichtigt werden. Für Innenminister Maier sei die Welt weitaus komplizierter und so müsse an der Absenkung des Industriestromes festgehalten werden."
-> In der Tat ist es nicht übermässig komplex. Für ein Industrieland ist billige Energie extenziell. Daraus folgt: verderbe es Dir nicht mit demjenigen, der billige Energie liefert, schalte nicht die zuverlässigen Energieerzeuger ab, die dir günstig Strom produzieren (AKW).
Macht man es dennoch, geht das Angebot zurück und der Strom wird teurer. Die Industrie kann nicht mehr günstig produzieren und verlässt das Land. Ganz einfach.
A-H-S
29.08.2023, 14:37 Uhr
Voigt liest Höcke
Im übrigen will Herr Voigt mit der Deutschland-Koalition in Thüringen regieren. Da die FDP gute Chancen hat, an der 5Prozent-Hürde zu scheitern, kann er dass dann gerne mit seinen 20Prozent und den 10Prozent der SPD probieren.

Um die Ausführungen des Herrn Voigt zur EU und der AFD richtig zu stellen: Ja, die AfD hält das Konstrukt EU für nicht reformierbar. In die Souveränität der Staaten wird zu stark eingegriffen. Die weitergehenden Pläne zu einer Sozialunion werden abgelehnt. Das angestrebte gemeinsame Bankenrettungssystem wird ebenfalls abgelehnt.
Die AFD favourisiert ein deutlich abgespecktes Modell der EU, ähnlich der EWG. Diese Zoll- und Wirtschaftsunion hat ja auch über Jahrzehnte funktioniert. Die Industrie/Wirtschaft braucht also keine Angst vor einer Zollbürokratie innerhalb Europas zu haben. Entsprechend aufgezeichnete Horrorszenarien sollen nur der Abschreckung vor der AfD dienen.

Eher zum Schmunzeln waren die Ausführungen des Herrn Voigt zu Höcke. Erst verkündete er großspurig, dass er Höckes Buch gelesen habe und dass Höcke ALLE Migranten rauswerfen wolle. Korrekt ist, dass Höcke in dem Buch ein "großangelegtes Remigrationsprojket" fordert. Hierbei geht es in erster Linie um Kriminelle und ausländische Personen, die unser Sozialsystem belasten.

Dann ergänzte Voigt "Ich weiss genau, was dieser Höcke für ein Typ ist, der liest Oswald Spengler".
Dass Spengler aus der Region kommt und dass man bereits in den ersten Sätzen bei Wikipedia liest, dass er gegen Nationalsozialismus und die Rassentheorie war, geschenkt. Was man sich als Zuhörer nur fragt, über was soll man mehr lachen? Darüber dass Voigt Höcke liest oder darüber dass sich Voigt aufregt, dass Höcke Spengler liest?
Ein Bürger
29.08.2023, 15:28 Uhr
Was war er wieder mutig, der Herr Neu vom NUV.
Da hat er sich mit Voigt und Maier ja zwei richtige "Wirtschaftsexperten" geladen. Die Verursacher der Krisen sind nicht mal in der Lage, Fehler einzugestehen, geschweige denn, um Lösungen für die Plobleme zu ringen. Und wenn sich sowieso jeder zweite Satz um die AfD dreht, dann kann man sich auch einen Vertreter derselben einladen. Am besten gleich Herrn Prophet; der kennt sich wenigstens aus.
diskobolos
29.08.2023, 19:01 Uhr
Herr Voigt will also die Maut abschaffen
und das Geld bei den Investitionen in die Bahn einsparen. War es nicht gerade andersherum: Die Bahn musste ihre Strecken selbst finanzieren, während die LKW kostenlos die Autobahnen benutzen konnte. Dazu sollte man wissen, dass ein großer LKW die Straßen etwa so abnutzt wie 10 000 PKW.
Von den Nachteilen für unsere Atemluft, die Umwelt und das Klima mal ganz abgesehen.

Ein Transportunternehmer behauptet, dass seine Kosten durch die Erhöhung des Mindestlohnes um 20Prozent steigen würden. Das ist doch Unsinn. Wie viele seiner Mitarbeiter arbeiten denn heute für den Mindestlohn oder weniger? Welchen Anteil haben die Löhne an seinen Gesamtkosten? Vermutlich zahlt er für Treibstoffe und seine Fahrzeuge viel mehr.
ArreeTim
29.08.2023, 20:54 Uhr
CDU Cef Voigt forderte, dass Firmen mehr Steuern zahlen müssen
also Westfirmen im Osten, das geht natürlisch den NUV nix an, sind ja Ossis hier, ha ha.
Henkel
29.08.2023, 21:31 Uhr
Abschaffen
Genau, diskobolos. Die sind alle zu dumm und erzählen Märchen, nur die linken Abzocker & Ausredenerfinder haben immer recht und die Wahrheit gepachtet. Vor allem sagt er gar nicht, dass die Kosten um 20Prozent wegen des Mindestlohnes steigen würden. Es fließt mit ein und hier haben dann eben die linken Menschen ihr Problem. Da eine kleine Erhöhung, dort etwas mehr abgezockt, hier noch Geld abgegriffen. Macht am Ende eine größere Summe. So spiegelt es sich auch in unserem Leben wider. Es läppert sich zu einer unerträglichen Summe zusammen und die Ziele, von denen die Rotbuntlinken immer schwadronieren, werden überhaupt nicht erreicht.

Will Herr Voigt die Maut wirklich abschaffen? Und wie viel dieser Gelder werden zweckgebunden für Straßeninfrastruktur verwendet? Man müsste meinen, selbst ein einfach gestrickter linker Mensch müsste erkennen, in welcher schwierigen Lage wir uns befinden. Da sollten sich solche enormen Erhöhungen von selbst verbieten. Zumal man gerade aus der Ukraine den teuersten Schrottplatz der Welt mit unseren völlig überteuerten und überschätzten Waffen macht. Den Fremden gibt man grenzenlos, den Einheimischen zockt man immer hemmungsloser ab.
P.Burkhardt
29.08.2023, 22:19 Uhr
meine Lieblingspassage aus dem Artikel:
“Raus aus dem Euro, raus aus der EU, wie das den Menschen im Landkreis Sonneberg versprochen wurde, könne es nicht geben. Ja, mit diesen Parolen wurde in Südthüringen ein AfD-Landrat gewählt”, so Maier.

Das sagt also aus, dass die Wähler des AFD-Landrats in Südthüringen, tatsächlich daran geglaubt haben, dass ein Landrat diese Ziele erreichen kann .... Entschuldigung, aber, echt jetzt (,Junge) ? Ich finde, das sagt mehr über die Wähler des Landrats aus, als über den Landrat. Die einen lassen sich eben verschaukeln und der andere verschaukelt (erfolgreich) seine Wähler.
Kobold2
30.08.2023, 06:22 Uhr
Angst vor der Mauterhöhung
Diese ges hörte Angst hatten wir auch schon, als nach der Pandemie die Kraftstoffkosten stiegen....
Wenn man an bestimmten Streckenabschnitten, z.B. A3 Regensburg Nürnberg, nicht mal am Tag einen Parkplatz bekommt, ab 17.00Uhr überhaupt noch Glück braucht die Tagesruhezeit halbwegs erträglich anzugehen, selbst am Wochenende die Parkplätze voll sind, das muss man diesen Wahnsinn zwangsläufig regulieren. Dazu brauchts keine linksgrünbunten Phantasieen, sondern nur offene Augen und Ohren für die betroffenen.
Zwangsläufig muss ein Eingriff erfolgen, damit langsam mal ein Umdenken statt findet, z.b. nicht jeden Kram umherzukarren, weil man die Produktion vorher ausgelagert hat.
Ich könnt hier auch genügend Beispiele von Kopfschütteln und Zusatztouren bringen. Die basieren alle auf der Grundlage billiger Transporte. Mehr Parkplätze sind ja auch nicht gewollt, wie man an den Diskussionen um den Autohof sieht, oder das man immer mehr Alternativen mit Parkverboten belegt.
Lasst euch nicht verängstigen, sondern denkt nach und denkt um.
diskobolos
30.08.2023, 09:42 Uhr
Ach, Henkel
"Will Herr Voigt die Maut wirklich abschaffen?" Ja, genau so steht es im Artikel. Lesen Sie einfach noch einmal nach.

Vor der Regierung stehen viele Aufgaben. Das Schaffen billigerer Straßentransporte gehört sicher nicht dazu! Wir haben weiß Gott genügend LKW auf den Straßen. Da die Maut alle Logistik-Firmen gleichermaßen trifft, sollte es für die einzelne kein Problem sein. Ein Unternehmer, der über die Erhöhung des Mindestlohnes jammert, sollte sich eigentlich schämen.

Ihren Rundumschlag gegen Alles, was Ihnen nicht passt, übersehe ich mal. Man könnte auf jeden Satz sachlich antworten
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