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Mo, 12:06 Uhr
28.08.2023
Gewerkschaft mahnt vor überdrehten Preisen

„Schnitzel-Rabatt“ soll bleiben

Das Essengehen in Nordthüringen könnte bald deutlich teurer werden. Denn Anfang nächsten Jahres soll die Umsatzsteuer fürs Essen in Gaststätten und Restaurants wieder kräftig steigen – von jetzt 7 auf dann 19 Prozent...

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) befürchtet allerdings, dass Gastronomen sich scheuen werden, den „Steuer-Paukenschlag“ eins zu eins an die Gäste weiterzugeben. „Ab Januar mal eben 12 Prozent an zusätzlichen Steuern auf die ohnehin schon kräftig gestiegenen Preise oben drauf, das werden die meisten Betriebe nicht wagen. Sie haben Angst, dass ihnen die Gäste dann wegbleiben. Also sparen sie lieber beim Personal. Aber genau das wäre fatal“, sagt Jens Löbel von der NGG Thüringen.

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Der Gewerkschafter warnt die Gastronomen in Nordthüringen davor, den geplanten Anstieg der Mehrwertsteuer aufs Personal abzuwälzen: „Jedes Drücken beim Lohn kommt nicht in Frage. Genauso wenig wie Tricksereien bei der Arbeitszeit: Umsonst-Überstunden sind keine Lösung“, macht Löbel klar. Um die Gastro-Branche erst gar nicht in eine kritische Situation zu bringen, appelliert die NGG Thüringen an die heimischen Bundestagsabgeordneten, sich für einen reduzierten Mehrwertsteuersatz in der Gastronomie auch für 2024 einzusetzen. Vor allem auf dem Schreibtisch von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) müsse es jetzt „Blaue Gastro-Briefe“ der Abgeordneten hageln: Es gehe darum Lindners „Schnitzel-Steuer-Hunger“ zu bremsen, so die NGG Thüringen.

„7 statt 19 Prozent Mehrwertsteuer: Die Branche braucht den ‚Schnitzel-Rabatt‘. Davon hängt auch ein fairer Umgang mit dem Personal in der Gastronomie ab“, sagt Jens Löbel. Die reduzierte Mehrwertsteuer habe Gastronomie und Hotellerie während der Corona-Krise und auch danach Luft gegeben, mehr ins Personal zu investieren: „Die Löhne haben gerade etwas zugelegt. Sie sind aber immer noch weit unter dem, was nötig ist, um qualifiziertes Personal für die Küche oder den Service zu gewinnen und bei der Stange zu halten“, so Jens Löbel. „Perspektivisch müssen die Löhne in der Gastronomie weiter steigen, um Gastro-Jobs attraktiver zu machen“, so Löbel.
Autor: red

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Kommentare
A-H-S
28.08.2023, 12:51 Uhr
Das wird noch besser
Neben der erhöhten Umsatzsteuer werden noch:
- erhöhte Lohnkosten (Anhebung des Mindestlohns)
- erhöhte Mautkosten (Lebensmittelbranche ist stark betroffen)
- erhöhte CO2-Steuer (umgelegt auf Strom- und Sprit)
zu Buche schlagen.

In der Konsequenz werden die Preise um mindestens 25-30Prozent steigen müssen. Daraus folgt, dass Restaurantbesuche zum Luxus werden. Daraus folgt, dass einige gastronomische Einrichtungen schließen werden.

Achja, nichts davon ist vom Himmel gefallen. Das ist politisch so gewollt und in Gang gesetzt.
Pusteblume1
28.08.2023, 14:08 Uhr
Schon klar...
Die Mehrwertsteuererhöhung wird wahrscheinlich eh wieder auf die Gäste abgewälzt. Allerdings hat glaube keiner der Gäste damals bei der Absenkung weniger bezahlen müssen. Das ist alles schön geblieben oder trotzdem preislich nach oben gewandert. Brauch sich bald keiner mehr über mangelnde Gäste oder Gaststättensterben wundern...
diskobolos
28.08.2023, 15:50 Uhr
Milchmädchenrechnung
Eine Erhöhung der Restaurantpreise hat doch im letzten Jahr schon stattgefunden. Die MwSt wurde lediglich wieder auf den normalen Satz gesetzt, weil die Corona-Einschränkungen nicht mehr bestehen.
Erhöhungen bei den anderen von Ihnen genannten Kostenbestandteilen sind alle deutlich unter den von Ihnen genannten 25-30Prozent, z. B. der Mindestlohn. Insofern ist Ihre Prognose unbegründet.
Das Klagen von Gastronomen ist genauso üblich wie bei Bauern.
NDH hat m. E. wirtschaftlich betrachtet eher zu viele Restaurants. Für den Gast ist das natürlich schön, für manche Betreiber nicht
Kobold2
28.08.2023, 17:16 Uhr
Schön einseitig
Aber was will man von einer Partei erwarten, die sich angeblich fürs Volk einsetzt, aber den Volk keinen Lohn zugesteht, von dem man auch leben kann. Niedriglöhner sind auch keine potentiellen Restauantbesucher und zum Mautthema verweise ich wiederholt auf die Verkehrsentwicklung der letzten Jahrzehnte.
Wenn man hier u.a. Obst und Gemüse aus der halben Welt billiger anbieten kann, als das von den einheimischen Produzenten, läuft was schief. Die Anfälligkeit globaler Lieferketten haben die letzten Jahre gezeigt und man sollte sich langsam von dem Gedanken verabschieden, allen Kram über den Globus zu karren.
Wenn ich jetzt wieder selbst erlebte Beispiele bringe, ist es ja wieder Besserwisserei.
Rumjammern, das man etwas mehr abgeben muss, aber anderen nicht mal die Grundlagen zugestehen, ist nicht die Lösung.
Die Schweizer leben mit dem Mindestlohn schon lange recht erfolgreich.
Mit niedrigen Löhne bekommt man das Personalproblem auch nicht gelöst..
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