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Do, 10:46 Uhr
11.05.2006

Gedichte voller Klänge

Nordhausen/Limlingerode (nnz). In der Dichterstätte wird eine weitere unverwechselbare lyrische Stimme im Weltorchester vorgestellt, der in Wien in einem gutbürgerlichen Hause geborene Hugo von Hofmannsthal. Dazu ein einführender Beitrag von Heidelore Kneffel in der nnz.


Hugo von Hoffmansthal galt als literarisches Wunderkind, „frühgereift und zart und traurig.“ Mit 16 Jahren veröffentlichte er Gedichte, die bereits anerkannte Autoren und die Literaturkritiker in Staunen versetzten. Der Zeitgenosse Hermann Bahr äußerte: „Er war von einer leichten, huldvoll zur Schau getragenen bezaubernden Anmut, Freiheit und Würde des Geistes, die mir unvergeßlich ist.“ Hofmannsthal begann also als Lyriker, brach aber dieses Schreiben mit 25 Jahren ab, weil er mit anderen Künstlern an der Wende zum 20.Jh. zu erkennen glaubte, dass diese Zeit der Wissenschaftsblüte, des industriellen Aufschwunges und der Hochkonjunktur der Wirtschaft dem künstlerischen Schöpfertum kein gutes Klima bereite. Er wandte sich experimentierend der Dramatik zu und verfasste u. a. das in der Zwischenzeit weltberühmte Mysterienspiel “Jedermann“, das in Salzburg in wechselnder Besetzung zum Dauerbrenner wurde. Bekannt ist er auch als Librettist von Richard-Strauss-Opern, z. B. von „Der Rosenkavalier“.

In immer anderen Bezeichnungen benennt man diese Epoche: Moderne, Decadence, Impressionismus, Fin- de siecle. Neben der Literatur suchen auch die bildenden Künstler, wie Gustav Klimt, Egon Schiele, Oskar Kokoschka andere Wege des sich Ausdrückens. Gleiches gilt für die Musik von Gustav Mahler, Arnold Schönberg, Alban Berg.

Die Veranstaltung in Limlingerode widmet sich dem Lyriker Hofmannsthal, der in einer unwahrscheinlichen Bilder- und Klangfülle das Sehnen nach Liebe und Lebensintensität, aber auch Zivilisationsmüdigkeit, Schwermut und Todessehnsucht in Worte gebannt hat. In der Dichterstätte gibt es eine Ausstellung in den Vitrinen in der Bibliothek über die genannten zeitgenössischen Künstler der Moderne. Die Ausstellung der Künstlerin Ilse Spangenberg aus Nordhausen ist weiterhin zu besichtigen.
Samstag, 20. Mai, ab 14.30 Uhr
Autor: nnz

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