Mi, 15:04 Uhr
05.12.2001
IHK fordert Schulreform in Thüringen
Nordhausen (nnz/ihk). Vor dem Hintergrund des schlechten Abschneidens deutscher Schüler bei der weltweit größten Schulleistungsuntersuchung "Pisa" hat die IHK Erfurt dringend eine Reformierung und Modernisierung der Schulen in Thüringen angemahnt. Entsprechende Vorschläge seien dem Kultusministerium bereits im Juni diesen Jahres übergeben worden. Was aber ist bislang passiert?
"Internationale Vergleiche zeigen, dass leistungsorientierte und erziehungswirksame Schulen durch ein hohes Maß an interner Gestaltungsfreiheit im Rahmen von genauen Qualitätsvorgaben gekennzeichnet sind", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Dazu gehöre auch ein leistungs- und wertegebundener Unterricht. Das Schulwesen der Zukunft müsse sich vom heutigen durch flache Hierarchien und durch eine drastische Reduktion des bürokratischen Aufwandes unterscheiden. Der Staat sollte seine Verantwortung auf Normfestsetzungen und Ergebniskontrollen beschränken. Größere Flexibilität und Eigenverantwortung bei der Einstellung von Lehrern, bei der Unterrichtsgestaltung und bei der Verwaltung des Personal- und Sachmittelbudgets seien dringend geboten.
"Unbefriedigende Ausbildungsreife und fehlende Schlüsselkompetenzen der Schulabgänger schließen viele von einer qualifizierten Berufsausbildung aus", so Grusser. Trauriger Beleg dafür wären die 14.000 arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen ohne Berufsabschluss in Thüringen. Befördert werde die Negativlage durch "verwaltete" Schulen, in der Bezüge zum realen Arbeitsleben nicht existierten und in der der Erziehungsauftrag zum Leistungsstreben auf der Strecke bliebe.
So wäre Thüringen mit 13 Prozent Schulabgängern ohne Hauptschulzeugnis das Schlusslicht aller Bundesländer. Das Nachbarland Bayern weise hier lediglich 8 Prozent aus, denn dort würden leistungsschwache Schüler entsprechend ihrer praktischen Begabungen weitaus stärker als in Thüringen betreut.
Tatsache sei auch, dass 60 Prozent der Thüringer Hauptschüler mit ihrem Abschluss so schlechte Noten aufweisen würden, dass sie für eine qualifizierte Lehre nicht in Frage kämen. Kostenaufwendige Sondermaßnahmen zur Berufsvorbereitung wären die Folge.
Autor: nnz"Internationale Vergleiche zeigen, dass leistungsorientierte und erziehungswirksame Schulen durch ein hohes Maß an interner Gestaltungsfreiheit im Rahmen von genauen Qualitätsvorgaben gekennzeichnet sind", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Dazu gehöre auch ein leistungs- und wertegebundener Unterricht. Das Schulwesen der Zukunft müsse sich vom heutigen durch flache Hierarchien und durch eine drastische Reduktion des bürokratischen Aufwandes unterscheiden. Der Staat sollte seine Verantwortung auf Normfestsetzungen und Ergebniskontrollen beschränken. Größere Flexibilität und Eigenverantwortung bei der Einstellung von Lehrern, bei der Unterrichtsgestaltung und bei der Verwaltung des Personal- und Sachmittelbudgets seien dringend geboten.
"Unbefriedigende Ausbildungsreife und fehlende Schlüsselkompetenzen der Schulabgänger schließen viele von einer qualifizierten Berufsausbildung aus", so Grusser. Trauriger Beleg dafür wären die 14.000 arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen ohne Berufsabschluss in Thüringen. Befördert werde die Negativlage durch "verwaltete" Schulen, in der Bezüge zum realen Arbeitsleben nicht existierten und in der der Erziehungsauftrag zum Leistungsstreben auf der Strecke bliebe.
So wäre Thüringen mit 13 Prozent Schulabgängern ohne Hauptschulzeugnis das Schlusslicht aller Bundesländer. Das Nachbarland Bayern weise hier lediglich 8 Prozent aus, denn dort würden leistungsschwache Schüler entsprechend ihrer praktischen Begabungen weitaus stärker als in Thüringen betreut.
Tatsache sei auch, dass 60 Prozent der Thüringer Hauptschüler mit ihrem Abschluss so schlechte Noten aufweisen würden, dass sie für eine qualifizierte Lehre nicht in Frage kämen. Kostenaufwendige Sondermaßnahmen zur Berufsvorbereitung wären die Folge.

