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Fr, 13:00 Uhr
30.06.2023
Die neuen Zahlen der Agentur für Arbeit sind da

Arbeitslosigkeit zur Jahresmitte leicht rückläufig

Die Nordthüringer Arbeitsagentur zieht Halbjahresbilanz auf dem Arbeitsmarkt: 12.127 Arbeitslose waren Ende Juni bei der Arbeitsagentur und den vier Jobcentern gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,6 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Quote noch 5,7 Prozent...

Statistik für den Juni erschienen (Foto: Agentur für Arbeit) Statistik für den Juni erschienen (Foto: Agentur für Arbeit)

„Der Arbeitsmarkt muss einigen Belastungen Stand halten. Die Konjunktur schwächt sich ab. Wir hatten nach anfänglichem Wachstum im letzten Jahr zum Jahresende stagnierende Beschäftigung“, sagt Karsten Froböse, Chef der Arbeitsagentur Thüringen Nord anlässlich eines Pressegespräches bei den Nordhäuser Stadtwerken. „Einen großen Einfluss auf die Zahl der Arbeitslosen hat die Betreuung ukrainischer Geflüchteter.“

Arbeitslosigkeit liegt weiter über Vorjahr
Die Zahl der Arbeitslosen ging im Berichtsmonat leicht um 0,8 Prozent zurück. „Das ist aber jahreszeitlich üblich. Allerdings haben wir im Vergleich zum Vorjahr dreizehn Prozent Arbeitslose mehr“, so Froböse. Die Situation werde insbesondere in den Jobcentern, mit einem Plus von rund 16 Prozent zum Vorjahr, deutlich. Bei den Agenturkunden liege der Anstieg der Arbeitslosigkeit aktuell bei 6,6 Prozent.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Knapp 119.900 Männer und Frauen sind in den vier Landkreisen Nordthüringens sozialversicherungspflichtig tätig. Das war praktisch Vorjahresniveau. Das Land Thüringen verzeichnete im vierten Quartal 2022 ein Plus von 0,3 Prozent.

Während die Beschäftigung im Unstrut-Hainich-Kreis um 0,8 und im Landkreis Eichsfeld um 0,3 Prozent zum Vorjahr stieg, gab es im Kreis Nordhausen bereits ein Minus um 0,9 Prozent. Im Kyffhäuserkreis ging die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ebenfalls zurück. Hier lag der Rückgang bei 0,5 Prozent.

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Fachkräfte weiterhin stark nachgefragt
Rund 2.800 Stellenangebote sind aktuell für Nordthüringen bei den Vermittlungsfachkräften registriert, in neunzig Prozent der Fälle werden Fachkräfte gesucht. „Wir merken es an den Handwerkern, Pflegefachkräften, Berufskraftfahrern und Metallfacharbeitern die fehlen“, so Karsten Froböse.

TiP für Fachkräfte von morgen
„Die Berufsausbildung ist der wichtigste Hebel zur Sicherung von Fachkräften“, so Froböse. Mit dem „Tag in der Praxis TiP“ gibt es in Nordthüringen eine spezielle Form der Berufsorientierung. Man ermögliche seit letztem Jahr Schülerinnen und Schülern von zweitem Halbjahr Klasse acht bis erstem Halbjahr Klasse neun einen Tag pro Woche ein Praktikum in einem Unternehmen der Region. „Es gibt in dem einen Jahr vier Phasen: Vier Berufe und vier Betriebe sind für die Jugendlichen zur Berufsorientierung möglich“, sagt Karsten Froböse. Junge Leute werden frühzeitig und praxisnah an Berufe und an künftige Ausbildungsbetriebe herangeführt.

Aktuell sind 13 Schulen mit 640 Schülerinnen und Schülern und 450 Unternehmen in vier Landkreisen am Tag in der Praxis beteiligt. Die Teilnahme weiterer Schulen wird derzeit vorbereitet. Der Tag in der Praxis ist eine gemeinsame Initiative in Nordthüringen vom Schulamt, der Agentur für Arbeit, der IHK und von den beiden Kreishandwerkerschaften.

Ausländische Arbeitslose
2.800 ausländische Arbeitslose sind aktuell in Nordthüringen gemeldet. Mit 1.377 Personen ist fast jeder zweite dieser Jobsuchenden aus der Ukraine.
„Rund 350 Ukrainer waren Ende des Jahres in Arbeit.“ so Froböse.

Juni 2023: Arbeitslosigkeit in allen Landkreisen höher als im Vorjahr
In allen vier Landkreisen liegt die Arbeitslosigkeit Ende Juni über den Vorjahreswerten.
3.307 Arbeitslose waren im Landkreis Nordhausen registriert, 57 Personen weniger als vor einem Monat. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Arbeitslosigkeit um elf Prozent (+329). Während bei den Agenturkunden die Arbeitslosigkeit zum Vorjahr lediglich um rund drei Prozent zu nahm, stieg beim Jobcenter die Zahl der Arbeitslosen zum Vorjahr um über 300 Personen. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 8,0 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 7,2 Prozent.

Der Landkreis Eichsfeld registrierte 2.198 Arbeitslose, 18 Personen weniger als vor vier Wochen. Zum Juni 2022 wurde ein Anstieg der Arbeitslosigkeit von 18,5 Prozent registriert. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei glatt 4,0 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie noch 3,3 Prozent.

Im Kyffhäuserkreis waren 3.070 Personen ohne Arbeit gemeldet. Das sind 29 Menschen mehr als im Vormonat und fast 500 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote lag im Juni bei 8,5 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 7,1 Prozent.

3.552 Arbeitslose registrierte der Unstrut-Hainich-Kreis im Berichtsmonat, rund fünfzig Personen weniger als vor vier Wochen. Verglichen mit dem Vorjahr gab es einen Zuwachs um knapp sieben Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 7,2 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 6,7 Prozent.
Autor: red

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Kommentare
bleibtmalfeinineurer
30.06.2023, 13:37 Uhr
Interessant ...
...danach haben also 3 von 4 Arbeitslosen in Nordthüringen einen deutschen Pass.

Interessant wäre jetzt noch eine Angabe der Zahl der arbeitsfähigen Ausländer (also nicht minderjährig, Rentner oder krank und vor allem mit Arbeitserlaubnis) und der arbeitenden Ausländer. Daraus könnte man dann ebenfalls eine Quote ermitteln und so ggf. mit dem Narrativ der sich in der sozialen Hängematte ausruhenden Ausländer aufräumen....
Gertrude
30.06.2023, 16:49 Uhr
Arbeitslos und arbeitswillig ist ein Unterschied,
ich hätte sofort Bedarf an einigen qualifizierten Mitarbeitern. Leider gibt‘s zur Zeit weder qualifizierte noch arbeitswillige Personen vom Arbeitsamt. Die meisten bringen nach 3-4 Tagen eine gelben Schein. Vermutlich haben sie das Arbeiten bereits verlernt oder fühlen sich in unserem Sozialsystem zu weich gebettet. Ich werde also weiterhin Leute die in Lohn und Brot stehen bei anderen Unternehmen abwerben müssen.
Kobold2
30.06.2023, 17:18 Uhr
Das sehen sie
Komplett verkehrt Axel. S. ;)
Nach dem Artikel haben wir 2800 offen gemeldete Stellen in den Ämtern und gleichzeitig 2800 ausländische Arbeitssuchende.
Ja und nun "wissen" wir doch alle wo das Problem liegt.....
Leser X
30.06.2023, 18:18 Uhr
Error
Der Fehler liegt im System. Mit Hartz IV bleibt oft genug mehr zum Leben übrig, als wenn man einen heute weit verbreiteten Billigjobs hat und für die Wohnkosten selber aufkommen muss.

Das Motto "Arm trotz Arbeit" hat die unselige Politik der Schröder-SPD Anfang der 2000er Jahre erschaffen und alle Nachfolge-Regierungen haben an dieser Schieflage nichts geändert.

Wäre ich in der Situation, ich würde vorher rechnen. Würde ich fair bezahlt, machte ich es. Werde ich betrogen, darf mich der Staat ernähren.
BerndLuky
30.06.2023, 18:59 Uhr
wieso....
arbeiten gehen, wenn man gerade mal etwa 200€ mehr in der Tasche hat, als ein H4 Empfänger? Kann mir jemand dies mal erklären, wieso man da noch arbeiten gehen soll? Für 200€ mehr? Niemals!
free Gigi
30.06.2023, 19:16 Uhr
Augen auf statt klugscheißen
mal genau hinschauen hilft, dann sieht man wer sich wo tummelt und dem schönen Leben fröhnt!!!
nur_mal_so
30.06.2023, 22:28 Uhr
@N.Baxter
Die Leute mit der dunklen Hautfarbe, der teuren Uhr und dem neuen Handy in der Bahnhofsstraße, die meinen Sie, richtig?

In einer anderes, heutigen Diskussion wurde, glaube ich, der Gedanke aufgebracht, was, wenn ein junger syrischer Assistenzarzt, der am Südharzklinikum arbeitet, mit teurer Uhr und neuem handy durch die Bahnhofsstraße ginge?

Gibt es nicht?
Wird es, mit dieser Einstellung der Nordhäuser Bevölkerung, auch nicht geben.

Aber Ramelow spielt mit den Ängsten von SHK-Patienten, wenn er genau das ausspricht, um gegen die AfD Stimmung zu machen, klar...
diskobolos
30.06.2023, 23:01 Uhr
Wenn man am Existenzminimum lebt,
sind 200 € schon viel mehr als nichts. In der Regel dürfte der Unterschied zum Bürgergeld auch beim Mindestlohn aber deutlich größer sein.
Sicherlich gibt es auch Leute, die sich ihre Zeit lieber mit Unterschichten-TV vertreiben als zu arbeiten. Aber die würde ich nicht beneiden.
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