Unabhängiger Kandidat Marcel Hardrath zieht sich wieder zurück
Kandidiert Richter Marx für die FDP in Nordhausen?
Nachdem Marcel Hardtrath, der unabhängige Oberbürgermeisterkandidat mit Parteibuch der Freien Demokraten, noch vor kurzem über seine anregenden Gespräche mit Bürgern während des Rolandsfestes berichtete und Pläne schmiedete, hat er sich heute entschlossen, seine Kandidatur wieder zurückzuziehen …
Einer geht, einer kommt. Wer zieht Ende September im Nordhäuser Rathaus ein? (Foto: S.Dietzel)
Die Kollegen einer regionalen Tageszeitung haben nachgerechnet und konstatieren Diese Kandidatur ist wohl die kürzeste in der Nordhäuser Stadtgeschichte. Wir berichteten hier mehrfach über die überraschende und unkonventionelle Bewerbung des Mannes, der im Landratsamt arbeitet und ausgewiesener Spezialist für Städteplanung ist. Nicht nur seine Ausführungen über die einstweilige Stilllegung seiner FDP-Mitgliedschaft hatte für Erstaunen gesorgt, auch dass er sich offensichtlich nicht mit seinen Parteifreunden abgestimmt hatte, sorgte für Verwirrung.
Heute wurden die Ungereimtheiten von der Nordhäuser FDP beendet, die Hardraths Bewerbung nicht weiter unterstützt, sondern nach nnz-Informationen den Richter Stefan Marx, der lange Jahre in Nordhausen tätig war, ins Rennen schicken wird. Vor einem knappen Jahr schrieben wir über ihn in der nnz: Mit Wirkung zum 1. August wurde der Direktor des Arbeitsgerichts Nordhausen, Stefan Marx, durch den Justizminister Dirk Adams zum Vorsitzenden Richter am Thüringer Landesarbeitsgericht ernannt und wird dort den Vorsitz einer Berufungskammer übernehmen, um als Leiter des Sachgebietes EDV die Einführung der elektronischen Akte in der Thüringer Arbeitsgerichtsbarkeit voranzutreiben.
Anzeige symplr (mr_1)
Herr Stefan Marx wurde 1961 in Düsseldorf geboren und kam nach seinem Studium der Rechtswissenschaften und anschließendem Referendariat im fränkischen Erlangen nach Thüringen, wo er 1991 zum Richter auf Probe zunächst in Südthüringen am Arbeitsgericht Suhl und dessen Außenkammern in Sonneberg wirkte. Hier übernahm er ab dem 1.1.1994 kommissarisch die Leitung des Gerichts. Es folgte eine Abordnung an das Thüringer Landesarbeitsgericht im Jahr 1995, bevor er ab 1998 zunächst kommissarisch die Leitung des Arbeitsgerichts Nordhausen übernahm.
Mit Wirkung zum 1.4.1999 wurde er dort zum Direktor ernannt. Nach verschiedenen weiteren Teilabordnungen an das Thüringer Landesarbeitsgericht beginnend ab 2016 erfolgte nun (Sommer 2022) die Ernennung zum Vorsitzenden Richter am Thüringer Landesarbeitsgericht.
Jetzt hat er sich mutmaßlich zu einer Kandidatur um das oberste Verwaltungsamt in der Stadt Nordhausen entschlossen. Eine offizielle Bestätigung von der Nordhäuser FDP steht noch aus. Olaf Schulze
Ich will Hr. Marx nicht mit J. Krauth gleichsetzen
... aber seit der Personalie Jutta Krauth habe ich Vorbehalte gegen "Westimporte", die zum Karriereende und vielem "Postentenhopping" hin nochmal einen lokalpolitischen Posten anstreben, ohne echte Anbindung nach "unten".
Ich hätte ein besseres Gefühl, wenns eine / einer machen würde mit nordhäuser Stallgeruch. Dann noch FDP? Meine Meinung, kann mich aber gerne irren.
Herr Marx ist eine hervorragende Alternative zu allen bisher genannten Kandidaten. Auch Jena und Dresden werden von FDP-OB regiert. Mit diesem Kandidaten wäre die FDP in NDH, nicht im Bund mit den Grünen, wieder wählbar.
Ein Kenner des Arbeitsrechtes konnte erklären, wie man Arbeitsfrieden in Stadtverwaltung bewahrt
Richter Marx als Kenner des Arbeitsrechtes könnte Stimmen sammeln, wenn er den Oberbürgermeister -Wählern erklärt , dass er als Behördenchef seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nie verbieten wird, Kontakte zum Wohle der Stadt bei der Regierung in Erfurt herzustellen. Er wird wohl auch nicht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verbieten, sich in ihrer Freizeit mit früheren Kollegen zu treffen..Er wird sich auch nicht in das Zimmer von Mitarbeitern drängeln, wenn diese von einem Stadtrat besucht werden. Insofern ist die Kandidatur von Herrn Marx als ausgewiesener Behördenleiter zu begrüssen.
Ich schätze, die vielen Kommentare auf der nnz zum Verhalten von Herrn Hardrath
im Bezug auf seine Kandidatur waren vielleicht auch mit ausschlaggebend für seinen Rückzug.
Über alle Differenzen hinweg, welche wir Kommentatoren manchmal bis zur Unversöhnlichkeit ausbeißen: hier waren sich ja mal alle einig, dass die Kandidatur und ihre Begleitumstände mehr als merkwürdig waren. Da konnte Herr Hardrath einfach nicht vermitteln, was ihn antreibt und wieso.
Bei aller beschworenen "Offenheit und Transparenz" blieb er ja zum Beispiel die Antwort auf die Frage schuldig, was eine "ruhende FDP-Mitgliedschaft" während des Wahlkampfes bedeuten soll, und ob er mit dem Tag des Amtsantrittes dann wieder FDP-Mitglied hätte werden wollen.
Wenn schon die Umstände der Kandidatur so merkwürdig waren - wer hätte ihn denn wählen sollen?
Ich halte den Rückzieher für klug, ehe er sich noch mehr blamiert.
Apropos "blamieren" - weiß irgend jemand etwas von Herrn Welsch aus Saarbrücken? Ist der jetzt noch dabei, oder war seine Kandidatur doch nur Satire? Möchte die nnz da mal nachhaken?
Für die Partei der Steigbügelhalter. Aber nun gut, die FDP hat hier schon wieder einen Kandidaten ins Rennen gebracht... Kenne den Stefan Marx ja nicht, aber sein Bezug zu Nordhausen scheint eher dürftig zu sein. Im Westen geboren und dann zügige Karriere in der Nachwendezeit im Osten, damit kann ich immer nicht so viel anfangen.
Das Jahr der sogenannten Wende jährt sich in diesem Jahr zum 34. Mal. Und noch immer übernehmen Kader mit West-Biografie die Schaltstellen der Macht. Ich nenne das Wende ohne Ende.
Da muss man sich über mangelndes Vertrauen der kolonialisierten Wutbürger in die Politik doch nicht wundern. Sogar die selbsterklärten Kümmerer am rechten Rand in Thüringen haben einen Westler, der mal eben ein paar Kilometer weiter in die Zone umgezogen ist, um "einer von uns" zu sein.
Ob die FDP sich mit diesem Hickhack ein Gefallen getan hat...in jedem Fall ist es gut, dass dem ein Ende gesetzt worden ist. Es war tatsächlich unangenehm.
Herr Marx hingegen scheint ein besonnener, angenehmer Mann mit einem gr.Fundus an Sachkenntnissen zu sein. Das kann eine gute Chance sein.
Es ist schön eine grosse demokratische Vielfalt zu haben.
Jetzt wo Rieger, Prophet und Trump schon gemeinsame Radtouren machen...
Mögen die Spiele beginnen. Spannend wird es in jedem Fall und Blinsen hatten wir auch schon genug...selbst unter den krampfhaft belobten die bis zur Rente noch ein Versorgungspöstchen brauchten.
wollen sie uns selbiges für ein U vormachen?
Kommen sie mit Fakten, damit wir Namen zuordnen können.
Wen meinen sie mit Westimport?
Herr Prophet kann es ja nicht sein.
In Schwerin geboren, in der NOBAS Maschinen - und Anlagen - Monteur gelernt.
Ausreiseantrag gestellt, in die Bundesrepublik ausgebürgert.
Nach der Wende in die Heimat zurückgekehrt, Firma gegründet, Arbeitsplätze geschaffen.
Mehr Heimatverbundenheit geht kaum.
Sollten sie Herrn Prophet nicht gemeint haben, haben sie jetzt was gelernt.
Falls doch, sind sie jetzt in meiner Schublade für etwas weniger als optimal mit Hirnmasse Versehene gelandet.
Nordhausen braucht einen Kandidaten mit der Kraft der Straße
Nordhausen braucht nach Jahrzehnten des "Systems" einen OB , der sich aus der Kraft "der Straße" speist, sprich: einen Neustart "von unten" her beginnen kann. Jetzt bietet sich die einmalige Chance.
K. Buchmann hatte dieses Versprechen gegeben, nicht eingelöst. Auch mit ihm gings im selben Trott weiter, leider.
Alle KandidatInnen sind sicher honorig, aber kommen "von oben", sowohl vom persönlichen Werdegang als auch vom Beruf. Das soll kein Vorwurf sein.
Deshalb halte ich die Kandidatur von J. Prophet so extrem wichtig für Nördhausen , völlig unabhängig von der Afd Mitgliedschaft. Er hat seinen Weg wohl bodenständig begonnen, ist eigenständig und konsequent diesen weiter gegangen, hat die Rückkopplung "zur Straße" nie verloren. Vor allem wichtig: Er stand und steht offenbar außer dem " Nordhäuser System", ist dort niemanden etwas schuldig, niemand ist ihm etwas schuldig. Er dürfte einen unverstellten Blick von außen haben. Eine echte Chance für die Stadt. Sollte er sie bekommen, dann hat er eine große Verantwortung, das Format zum Wahrnehmen hat er sicher.
... wie kommen Sie denn darauf, dass ich Herrn Prophet meine. Ich kenne weder ihn noch seine Biografie. Ich schrieb von der allgemeinen Vorliebe in diesem Land, den Osten von West-Importen regieren zu lassen. Offenbar traut man uns Ossies immer noch nichts zu und auch nicht über den Weg.