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Do, 20:11 Uhr
15.06.2023
Ehrenplakette verliehen

Wo Ehrenamt ist, ist Leben

Der Landkreis verlieh heute zum dritten Mal die Ehrenplakette an Menschen und Vereine, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Region engagieren. Dazu gehörte auch der Nachhaltigkeitspreis, der in diesem Jahr auf Wanderschaft geht…

An der Rodishainer Wolfsmühle verlieh der Landkreis heute wieder die Ehrenplakette an verdiente Ehrenamtler und Vereine (Foto: agl) An der Rodishainer Wolfsmühle verlieh der Landkreis heute wieder die Ehrenplakette an verdiente Ehrenamtler und Vereine (Foto: agl)


Zur Verleihung hatte man dieses mal in die Wolfsmühle in Rodishain geladen. Hier fanden sich zahlreiche der verdienten Ehrenamtler ein, deren Wirken und Engagement man in diesem Jahr in den Vordergrund zu rücken gedachte. Nicht alle, die auf der langen Liste standen, konnten auch kommen und nicht alle, die es verdient hätten, konnten heute geehrt werden.

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Denn die Zahl derer, die heimlich, still und leise und ohne Gegenleistung das Leben im Landkreis prägen ist groß. „Das Ehrenamt zieht sich durch bei Kultur und Sport, in der Rettung und der Pflege, bei Kindergärten und Schulen und an so vielen anderen Stellen. Sie sind der Rückhalt, der Anker des Gemeinwohls und das, was man am Ende Gemeinschaft und Staat nennt.“, sagte Landrat Matthias Jendricke. Es sei das ausdrückliche Ziel, nicht nur die auszuzeichnen, die so schon in der Öffentlichkeit präsent sind, sondern auch die zu ehren, die im Hintergrund einfach da waren und gearbeitet haben, teilweise über Jahre und Jahrzehnte hinweg.

Entsprechend breit war heute das Feld: von Vereins- und Ortschronisten, der Feuerwehrfrau und dem verdienten und unermüdlichen Altsportler, über die Reporterlegende und eine feste Säule der Domgemeinde bis zum Turnvater. Neben Einzelpersonen wurden auch Vereine geehrte, darunter einer, der in der Nordhausens tiefe Wasser über die Region hinaus bekannt gemacht hat, ein anderer, der dafür sorgt das an Land die Wege in Schuss gehalten werden und ein weiterer, der kommt wenn hoch oben im umzugänglichen Gelände mal etwas schief geht.

„Sie sind nicht nur Motor der Gemeinschaft sondern auch Beispiel für diejenigen, die ihr Wirken vielleicht in der Zukunft fortsetzen. Sie sind es, die als Vorreiter die nächste Generation begeistern“, sagte Landrat Jendricke „ein herzlichen Dank für ihr Engagement.“

Die Geehrten 
Die Ehrenplakette erhalten in diesem Jahr sieben Einzelpersonen, die sich ehrenamtlich engagieren, und drei Vereine:
  • Carla Buhl, Nordhäuser Domgemeinde 
  • Klaus Verkouter, Wacker 90
  • Kerstin Makrinus, Freiwillige Feuerwehr Auleben
  • Rainer Berndt, LV Altstadt 98, Kreissportbund Nordhausen
  • Kurt Trost, Fußballreporter (nicht anwesend bei der Verleihung)
  • Ingeborg Brandenburg, Dorfchronik in Wolkramshausen (nicht anwesend bei der Verleihung)
  • Joachim Müller, TSG Krimderode (nicht anwesend bei der Verleihung)
  • Tauchsportclub Neptun Nordhausen, Vorsitzender Daniel Voigt
  • Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein, Vorsitzender Hans-Jürgen Grönke
  • DRK Kreisverband Nordhausen Bergwacht Südharz, Vorsitzender Dr. André Hoy

 
Den Nachhaltigkeitspreis, dotiert mit 1000 Euro, erhält der Förderverein Karstwanderweg Landkreis Nordhausen.

Ehrenplakette Einzelpersonen



Carla Buhl, Nordhäuser Dombauverein 

Carla Buhl ist eine wahre Instanz in der Nordhäuser Domgemeinde. Die 88jährige Nordhäuserin ist seit vielen Jahrzehnten in die Gemeindearbeit im Dom zum Heiligen Kreuz eingebunden. Frau Buhl gründete im Mai 2001 den Verein zur Pflege und Erhaltung des Domes zum Hl. Kreuz, der aus dem Orgelverein hervorging.

Eine feste Stütze für die Domgemeinde: Carla Buhl (Foto: agl) Eine feste Stütze für die Domgemeinde: Carla Buhl (Foto: agl)


Der Dom ist für sie eine Herzensangelegenheit: seine Geschichte, seine Pflege und vor allem, von diesem Gebäude und dem Leben der Gemeinde anderen zu erzählen und es mitzugestalten. Sie war stets beteiligt an allen Restaurierungen des Domes seit seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Frau Buhl lebt die Domgemeinde, insbesondere in ihrer Tätigkeit als Domführerin hat sie andere geschult und ihr scheinbar unendliches Wissen weitergegeben, sie hat unzählige Besucherinnen und Besucher durch den Dom geführt und wirkt bis heute an Veröffentlichungen über den Nordhäuser Dom und die Gemeinde mit. Außerdem organisiert Frau Buhl Ausstellungen in der Domgemeinde und arbeitete an die 40 Jahre im Pfarrgemeinderat mit.

Klaus Verkouter, Wacker 90

Klaus Verkouter ist das Gedächtnis von Wacker Nordhausen, er hat einen Großteil seines Lebens als Historiker für den FSV Wacker Nordhausen gewirkt. Damit hat sich der Nordhäuser große Verdienste für den Fußballverein erworben. Klaus Verkouter ist Ehrenmitglied von Wacker und sagt über sich selbst, dass sein Herzblut an diesem Verein hängt. Er hat tausende Andenken rund um den Fußballverein gesammelt - von der blau-weißen Krawatte über das Motor-West-Glas, Trikots, Fotos, Urkunden, Audio-Mitschnitte und unzählige Zeitungsartikel bis hin zum Kugelschreiber.

Bei Wacker eine Legende: Klaus Verkouter (Foto: agl) Bei Wacker eine Legende: Klaus Verkouter (Foto: agl) Er schrieb auch selbst als freier Journalist Wacker-Berichte für die Thüringer Allgemeine. Mit dem Fußball ist er seit seiner Kindheit verbunden, mit zehn Jahren begann Herr Verkouter bei Motor im Mittelfeld zu kicken. Seine Sammelleidenschaft begann 1960. Seine Sammlung bildete die perfekte Grundlage für das 2005 erschienene Buch „100 Jahre Wacker“, das Klaus Verkouter mit Harald Dreßler, Reiner Hellberg und Herbert Beikirch schrieb. Außerdem erfasste er alle Länderspiele in Nordhausen, angefangen beim Juniorenspiel der DDR gegen Tschechien im März 1983 bis zu den Spielen Polen - Schweden (1:1) und Portugal - CSSR (3:5 nach Elfmeterschießen) 1990, damals war Nordhausen EM-Gastgeber. Man kann also mit Fug und Recht sagen: Fußball ist sein Leben und Wacker insbesondere.

Kerstin Makrinus, Freiwillige Feuerwehr Auleben

Kerstin Makrinus ist als aktive Einsatzkraft und Betreuerin der Jugendfeuerwehr in der Freiwilligen Feuerwehr Auleben aktiv. Insbesondere in der Kinderfeuerwehr mit den 6- bis 10-jährigen Kindern leistet Frau Makrinus eine engagierte Arbeit, begeistert und motiviert die Mädchen und Jungen in diesem wichtigen Hobby. Die Jugendfeuerwehr Auleben ist mittlerweile eine der mitgliederstärksten Jugendfeuerwehren im Landkreis Nordhausen und das ist auch dem Einsatz von Frau Makrinus zu verdanken. Gerade in den Jahren, in denen eine reguläre Jugendarbeit durch die Corona-Pandemie nicht möglich war, hat Kerstin Makrinus immer wieder Möglichkeiten gefunden, die Kinder trotzdem zu erreichen, an die Jugendfeuerwehr zu binden und von zuhause aus zu beschäftigten.

Setzt sich auch unter schwierigen Bedingungen unermüdlich für den Nachwuchs ein: Kerstin Makrinus (Foto: agl) Setzt sich auch unter schwierigen Bedingungen unermüdlich für den Nachwuchs ein: Kerstin Makrinus (Foto: agl)


So hat die Jugendfeuerwehr beispielsweise Beutel mit Übungsmaterial und speziellen Aufgaben an die Kinder verteilt und anschließend die fertigen Aufgaben dann wieder eingesammelt und ausgewertet, telefonisch wurden die Eltern und Kinder dann über die Ergebnisse informiert.

Rainer Berndt, Verein: LV Altstadt 98, Kreissportbund Nordhausen

Rainer Berndt gehört zu den verdienstvollsten Persönlichkeiten des Nordhäuser Sports. Als Seniorenwart des Kreissportbundes Nordhausen hat er sich seit 2007 große Verdienste um die sportliche Seniorenarbeit erworben. Ihm ist es beispielsweise maßgeblich zu verdanken, dass der Landkreis Nordhausen über eine Jahresplanung im Seniorensport verfügt. Die Veranstaltungen - vom Sportabzeichentag bis hin zu Wanderungen und Schwimmveranstaltungen - organisiert Herr Berndt auch gern persönlich. Als pensionierter Sportlehrer des Nordhäuser Humboldt-Gymnasiums ist Rainer Berndt seit den 1950er Jahre selbst aktiv im Sport und kann so auf eine fast 60-jährige Tätigkeit als Übungsleiter und Trainer in den Sportarten Fußball und Volleyball zurückblicken.

Heute morgen noch mit den Senioren durch den Südharz gewandert, am Abend ausgezeichnet: Sportfreund Rainer Berndt (Foto: agl) Heute morgen noch mit den Senioren durch den Südharz gewandert, am Abend ausgezeichnet: Sportfreund Rainer Berndt (Foto: agl)


Neben den unzähligen Erfolgen seiner Schützlinge im Vereinssport erkämpfte er mit den Volleyballern seiner Schule 1994 beim Bundeswettbewerb Jugend trainiert für Olympia“ den 4. Platz. Herr Berndt hat neben diesen Tätigkeiten weitere zahlreiche Ehrenämter ausgeübt. So war er seit 1978 Präsidiumsmitglied des Südharzer Voleyballclub - zu jener Zeit, als der SVC in der 2. Bundesliga spielte. Er war Fußball-Übungsleiter in Ellrich und Nordhausen, Schiedsrichter im Fußball und Volleyball und seit 1964 Rettungsschwimmer. Zwei Jahrzehnte lang, von 1998 bis 2019, unterstütze Rainer Berndt den Schulsportkoordinator Werner Hütcher bei der Organisation des Fußball-Grundschulturniers, er war Schiedsrichter bei den Turnieren Ball über die Schnur und Zweifelderball sowie als Kampfrichter in der Leichtathletik aktiv.

Kurt Trost, Fußballreporter-Legende

Der Fußballberichterstatter Kurt Trost wird gern als Südharzer Reporter-Legende bezeichnet. Herr Trost hat über gut dreißig Jahre rund 12.000 Fußballberichte verfasst, insbesondere in der Kreisliga. Er kennt jeden Sportplatz im Südharz, bei jedem Wetter. Schon in seiner Kindheit war Fußball die Leidenschaft des Bleicheröders. Eine Verletzung in der Jugend beendete leider früh seine eigene Fußballkarriere. Nach der Wende arbeitete er im Vertrieb der Thüringer Zeitungsgruppe, als er 2002 in Rente ging, bleibt er weiter ehrenamtlich aktiv - spielt Tischtennis bei Hydro Nordhausen und TSG Salza. Auch dem Fußball blieb er lebenslang treu, engagiert sich im Sportverein Glückauf in Bleicherode und kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit. Seit den 1990er Jahren ist er außerdem freier Fußballreporter. In 30 Jahren verpasst er nur ein Fußball-Wochenende, da lag er im Krankenhaus. Als er anfängt, verfasst er seine Bericht noch handschriftlich, sammelt die Spielergebnisse per Telefon zusammen, später nutzt er die digitalen Medien. Ehrenamtlich engagiert sich Kurt Trost drei Jahrzehnte lang als Pressewart im Kreisfußballausschuss. Für sein Engagement ist er schon mehrfach sportlich ausgezeichnet worden, u.a. Mit der Verdienstnadel des Nordostdeutschen Fußballverbandes.

Ingeborg Brandenburg, Dorfchronistin in Wolkramshausen

Ingeborg Brandburg ist seit 2007 in Wolkramshausen als Chronistin der Ortschaft tätig. Zu dieser Aufgabe für ihren Heimatort ist sie anfänglich über eine Maßnahme des Jobcenters gekommen. Sie ist ihrer Leidenschaft als Dorfchronistin auch im Ehrenamt treu geblieben. Seit vielen Jahren schreibt Ingeborg Brandenburg ehrenamtlich die Ortschronik von Wolkramshausen fort und berichtet dabei auch über wesentliche Aspekte der umliegenden Orte in der Hainleite. Durch ihr ehrenamtliches Wirken wird die Geschichte einer ganzen Region festgehalten und für die Nachwelt dauerhaft erhalten.

Joachim Müller, TSG Krimderode
Er ist ein Turnurgestein und wohl einer der Turnväter von Nordhausen: Joachim Müller war bis 2014 rund 60 Jahre lang Übungsleiter bei der TSG Krimderode. Als etwa 10-Jähriger begann er kurz nach dem Ende des 2. Weltkrieges mit dem Turnen in Nordhausen-Salza. Bei Motor Nordhausen startete er in der Kreisauswahlmannschaft und erreichte zahlreiche Spitzenplätze bei Turnfesten. Als Sportlehrer hat er fast 40 Jahre lang unterrichtet. Er wählte die Turnhalle zu seinem zweiten Zuhause und arbeitete dort unzählige Stunden als Lehrer und Trainer. Seit Gründung der TSG Krimderode 1964 betreute Joachim Müller als Sektionsleiter Turnen die Aktiven mit seinen Übungsleitern zeitweise in sechs Trainingsgruppen. In den Ergebnislisten war Krimderode immer wieder erfolgreich bei Schulwettbewerben und erreichte vordere Podestplätze. Auch die jungen Turner der TSG Krimderode gehörten viele Jahrzehnte zur Landesspitze und sicherten sich zahlreiche Pokale und Podestplätze. Neben seiner Tätigkeit als Übungsleiter war Joachim Müller als Kampfrichter, Kreiskampfrichterobmann, im Bezirksfachausschuss Turnen und als Vorsitzender der Bezirkskampfrichterkommission aktiv. Nach der Wende leitete er bis 2001 als Oberkampfrichterwart in Nordthüringen das Kampfrichterwesen. Für sein langjähriges, beispielhaftes und ausdauerndes Engagement erhielt er bereits mehrere Auszeichnungen des Thüringer Turnverbands, darunter die höchste Auszeichnung, die Salzmann-Plakette in Gold. Seine runden Jubiläen fielen beide in das Jahr 2014: 60 Jahre als Übungsleiter aktiv, davon 50 Jahre bei der TSG Krimderode. Aber nicht nur das Turnen spielte in seinem Leben eine große Rolle, er unterstützte auch intensiv den Karnevalsverein Krimderode.

Ehrenplakette Vereine:



Tauchsportclub Neptun Nordhausen, Vorsitzender Daniel Voigt

Die Nordhäuser Kiesseen sind weit über die Region hinaus bekannt als herausragendes Tauchrevier. Was liegt da näher als den Tauchsport auch auf Vereinsebene zu pflegen. Der Nordhäuser Tauchsportclub Neptun Nordhausen wurde 1990 gegründet und ist damals aus einer ehemaligen Tauchsportgruppe der GST hervorgegangen.

Sport in der Tiefe: der Tauchsportclub Neptun Nordhausen (Foto: agl) Sport in der Tiefe: der Tauchsportclub Neptun Nordhausen (Foto: agl)


Bis zum heutigen Zeitpunkt erfreut sich der Verein über einer steigenden Zahl von Vereinsmitgliedern. Zweck des Vereins ist die Förderung des Tauchsports, Schnorcheln, Flossenschwimmen und Orientierungstauchen, in regelmäßigen Trainings und im Wettkampfbetrieb. Auf dem attraktiven Vereinsgelände mit sanitären Anlagen und einem vereinseigenem Hochdruckkompressor wird das jährlich stattfindende Trainingslager mit den anschließenden Thüringer Landesmeisterschaften im Orientierungstauchen unterstützt. Daran nehmen jeweils bis zu 60 Kinder und Jugendliche teil. Das Gelände und die Ausstattung im Verein sind prädestiniert für Wettkämpfe und bietet den Vereinsmitgliedern optimale Bedingungen für den Tauchsport. Im vergangenen Jahr fanden zum wiederholten Male internationale Wettkämpfe im Orientierungstauchen auf dem Gelände des TSC Neptun Nordhausen statt. Orientierungstauchen ist eine sehr anspruchsvolle Wettkampfsportart und verbindet das Flossenschwimmen mit technischem Verständnis sowie koordinativen und konditionellen Fähigkeiten ca. drei Meter unter der Wasseroberfläche. Der TSC Neptun Nordhausen ist außerdem offizieller Jugend- und Ausbildungsstützpunkt des Landestauchsportverbandes Thüringen.

Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein, Vorsitzender Hans-Jürgen Grönke

Der Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein gehört zu den traditionsreichsten Vereinen in Nordhausen. Die Mitglieder, Geschichtsinteressierte, Historiker, Archivare und Restauratoren, widmen sich der Geschichte der Stadt Nordhausen, fördern die Geschichts- und Altertumsforschung, wollen das Interesse der Bevölkerung für Heimatgeschichte wecken und am Schutz und Pflege von Zeugnissen der Vergangenheit beitragen. Der heutige Verein knüpft an die Arbeit des bereits 1870 gegründeten Geschichtsvereins an. Eine primäre Aufgabe ist es, die Geschichte von Stadt und Landkreis Nordhausen sowie angrenzender Regionen zu erforschen, dokumentarisch festzuhalten und darüber zu berichten, beispielsweise in der seit 1977 jährlich erscheinenden Reihe „Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Kreis Nordhausen“.

Bewahrer der Vergangenheit seit 1870: der Geschichts- und Altertumsverein (Foto: agl) Bewahrer der Vergangenheit seit 1870: der Geschichts- und Altertumsverein (Foto: agl)


Einmal im Monat lädt der Verein zu einem Vortragsabend ein, hier stellen Vereinsmitglieder und weitere Referenten ihre Themen und den aktuellen Forschungsstand dazu vor. Dabei werden auch gegenwartsgeschichtliche Probleme angesprochen, die aktueller denn je in unserer Gesellschaft sind. Der Verein setzt sich mit Geschichte kritisch und zukunftsweisend auseinander. Geschichte und Forschung werden nicht nur erzählt und niedergeschrieben, sondern auch aktiv erlebt. Zu Wanderungen und Exkursionen sind Interessierte herzlich eingeladen, denn der Verein vertritt das Credo, dass Forschung nicht allein im stillen Kämmerlein geschieht, sondern im aktiven Austausch und der lebendigen Begegnung mit Geschichte. Der Verein hat es sich auch zur Aufgabe gemacht, die Erinnerungs- und Gedenkarbeit in der Stadt zu unterstützen, durch seine Recherche und Mitarbeit bei der Gestaltung von Erinnerungs- und Gedenktafeln, bei Restaurationsmaßnahmen und Denkmalpflege von Objekten als identifikationsstiftende Zeugnisse der Vergangenheit.

DRK Kreisverband Nordhausen Bergwacht Südharz, Vorsitzender Dr. André Hoy

Der Einsatzort Gebirge ist sicher einer der schönsten, doch auch eine besondere Herausforderung. Das Gelände ist steil und schwierig, oft nicht erreichbar für klassische Einsatzfahrzeuge, was auch die notfallmedizinische Versorgung erschwert. Hier kommt die Bergwacht zum Einsatz. Die Bergwacht Ellrich/Südharz besteht schon sehr lange, 1960 wurde der Bergrettungsdienst ins Leben gerufen. Heute ist die Bergwacht als Einsatzgruppe im Deutschen Roten Kreuzes integriert. Die hiesige Bergwacht ist die nördlichste in Thüringen und schon immer eine personell zwar kleine, aber gut organisierte Gruppe. Hier sind sieben gut ausgebildete, zertifizierte Bergwachtler aktiv, acht weitere Kameraden mit einer Sanitätsdienstausbildung unterstützen im Einsatz. Die Bergwacht kommt bei Notfällen in unwegsamen, bergigem Gelände zum Einsatz. Wanderer, die beispielsweise auf engen Waldwegen ausrutschen und sich ein Bein brechen, sind ein typischer Alarmierungsgrund.

Wenn Rettungswagen und Feuerwehr nicht weiterkommen, rückt die Bergwacht an (Foto: agl) Wenn Rettungswagen und Feuerwehr nicht weiterkommen, rückt die Bergwacht an (Foto: agl)


Oft erreichen weder Rettungsdienste den Verletzten noch kann die Feuerwehr mit der üblichen Ausrüstung in unwegsamem Gelände unmittelbar helfen. Hier werden die ehrenamtlichen, speziell ausgebildeten Kräfte der Bergwacht gerufen. Der Ausbildungs- und Trainingsbetrieb der Einsatzkräfte ist breit gefächert, beispielsweise für die Rettung bei Kletterunfällen, die Bergung aus Bäumen und Höhlen sowie die Luftrettung, abgeseilt am Hubschrauber. In der Bereitschaft gibt es auch zwei Kameraden, die im Höhlenrettungsverbund Deutschland integriert sind, und ein Kamerad hat sich als „air rescue specialist“ Luftretter spezialisiert. Körperliche Kondition und Fitness ist besonders wichtig für die Bergretter, denn sie müssen mit jeder nur denkbaren Notfallsituation zurechtkommen. Im Stützpunkt in Ellrich gibt es Ausbildungsräume, Materiallager und Garagen mit speziell ausgerüsteten Fahrzeugen. Ausbildung und regelmäßige Treffen sind essenziell, um im Einsatzfall Menschen zu helfen und Menschenleben zu retten. Auch für die Südharzer Bergwacht war - wie für viele weitere ehrenamtliche Organisationen - die Corona-Pandemie eine besondere Herausforderung. Nun finden wieder regelmäßige Treffen, Qualifizierungen und Übungen statt, um die ehrenamtlichen Kräfte fortwährend auf ihre besondere Aufgabe, der Bergung und Rettung in schwierigem, bergigen Gelände, vorzubereiten.

Nachhaltig wandern



- Förderverein Karstwanderweg Landkreis Nordhausen, Vorsitzender Andreas Heise -

Der Förderverein Karstwanderweg Landkreis Nordhausen kümmert sich um den gleichnamigen überregionalen Wanderweg durch die Südharzer Karstlandschaft, der im vergangenen Jahr sein 40jähriges Jubiläum hatte. Engagierte Wanderer und Naturliebhaber gründeten 2008 den Verein, der damit in diesem Jahr seinen 15. Geburtstag feiert. Ziel der Vereinsmitglieder war es von Beginn an, gemeinsam mit den Partnern in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen die Qualität des Karstwanderweges zu verbessern, den Weg sowie dessen Ausschilderung und Infrastruktur entlang der Strecke wie Bänke und Info-Tafeln aufzubauen und zu pflegen sowie die einmalige Südharzer Karstlandschaft beispielsweise in den geführten Sonntagswanderungen erlebbar zu machen. Im Jahr 2011 gelang ein besonderer Erfolg: Der Karstwanderweg wurde vom Deutschen Wanderverband als Qualitätsweg Wanderbares Deutschland ausgezeichnet - als erster Wanderweg im Landkreis Nordhausen.

Seit 40 Jahren auf Wanderschaft: der Förderverein Karstwanderweg (Foto: agl) Seit 40 Jahren auf Wanderschaft: der Förderverein Karstwanderweg (Foto: agl)


Das ist maßgeblich auch dem ehrenamtlichen Engagement des hiesigen Fördervereins zu verdanken, denn die hohen Qualitätsanforderungen könnten ohne den Einsatz von Ehrenamtlichen bei dem 265 Kilometer langen Weg nicht erfüllt werden. Etwa ein Viertel des Weges führt durch den Naturpark Südharz im Landkreis Nordhausen. Die Mitglieder des Fördervereins betreuen den Weg abschnittsweise, kontrollieren zum Beispiel die Beschilderung und koordinieren Pflegemaßnahmen gemeinsam mit Partnern wie dem Thüringen Forst und dem Naturpark Südharz. In diesem Jahr steht erneut die Rezertifizierung an und wir freuen uns, wenn es gelingt, dass der Karstwanderweg zum Thüringer Wandertag am 17. September in Ilfeld erneut als Qualitätsweg ausgezeichnet wird. Durch das nachhaltige ehrenamtliche Engagement des Fördervereins Karstwanderweg Landkreis Nordhausen hat sich der überregionale Karstwanderweg zu einem attraktiven Angebot für Wanderer im Südharz entwickelt, der den einzigartigen grünen Gipskarst mit seinen mannigfaltigen geologischen Phänomenen und Besonderheiten wie wassergefüllten Erdfällen, Gipsbuckellandschaften, Felsformationen, Höhlen, Bachschwinden und Quellen erschließt und erlebbar macht. Damit leistet der Verein auch einen wichtigen Beitrag zur touristischen Entwicklung unserer Region, in der das Wandern eine wesentliche Rolle spielt. Zugleich ist die Karstlandschaft ein wertvoller Naturraum und Heimat seltener Tiere und Pflanzen. Für sein ehrenamtliches Engagement um diese beeindruckende Landschaft, besondere Biotope und eine aussichtsreiche Wanderregion wird der Nordhäuser Förderverein des Karstwanderwegs mit dem Nachhaltigkeitspreis des Landkreises Nordhausen, der mit 1.000 Euro dotiert ist, geehrt. 
Autor: red

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