Mi, 22:59 Uhr
26.04.2006
2009 rollen die Autos
Sollstedt (nnz). 2009 soll es soweit sein, die A38 in Thüringen ist komplett. 18 Jahre haben die Sollstedter dann gewartet. Nun steht ihnen aber noch der anstrengendste Teil bevor, die Bauarbeiten. nnz berichtet, was da zu erwarten ist.
2009 rollen die Autos (Foto: nnz)
Bürgermeister Jürgen Hohberg hatte eingeladen zu einer Bürgerinformationsveranstaltung in die Festhalle von Sollstedt. Da ging es nicht nur um die Autobahn 38. Andere Verkehrsprobleme machen den Bürgern mindestens genauso zu schaffen. Gern hätte Hohberg dem Straßenbauamt Nordthüringen seine Fragen gestellt. Einen Vertreter habe er schon im Februar eingeladen. Gekommen war niemand, nur eine beschämende Antwort. Er solle sich genau überlegen, ob er das in der Presse publik mache, sei ihm gesagt worden, berichtete der Bürgermeister. Er möge sich ausrechnen, ob ihm das Vorteile bringt, oder doch eher Nachteile. Das sind Methoden wie vor 20 Jahren sagte er dazu.
Positiver sind die Neuigkeiten von der Autobahn. In der nächsten Woche erhält der Bauträger, die DEGES, den Planfeststellungsbeschluß überreicht. Peter Siefer, Referatsleiter im Thüringer Bauamt, brachte diese Neuigkeit mit. Er dürfe jedoch noch nicht viel dazu sagen, da es sich gewissermaßen noch um ein schwebendes Verfahren handele. Mehr würden die Bürger dann in der nächsten Woche erfahren.
Es geht um eine Strecke von zwölf Kilometern, die gebaut werden soll. Drei große Ingenieurbauwerke müssen errichtet werden. Zwei Brücken mit 300 und fast 500 Metern Länge, sowie ein rund 900 Meter langer Tunnel. Mit diesen Bauwerken soll begonnen werden. Vorher muß die zukünftige Trasse nach Kampfmitteln abgesucht werden. Auch sind einige Baustraßen und Brücken anzulegen, wie Joachim Wintjen von der DEGES erklärte. Weitere geplante Bauten beschreibt Waldemar Labusga. Zwei Durchlässe für das Wild, sowie für Bäche müßten gebaut werden. Ebenso Wirtschaftswege, die Zufahrt zu einer Wochenendhaussiedlung, und Brücken für die Landesstraßen. Etliche Stützwände mit bis zu neun Metern Höhe werden im Bereich der Kalihalde errichtet. Insgesamt werden auf der Strecke im Rahmen der Bauarbeiten 1,8 Millionen Kubikmeter Erde bewegt.
Die Bürger sollen unter den Arbeiten nicht über Gebühr leiden müssen. Ein eigens erstelltes Lärmschutzgutachten klärt über die erwarteten Belastungen auf. Während das Stützwerk und die Pfeiler für die Friedetalbrücke errichtet werden, ist es vermutlich am lautesten. Vor allem ist auch mit starken Erschütterungen zu rechnen, denn es müssen bis zu 60 Meter tiefe Bohrungen ins Erdreich getrieben werden. Das passiert auch nachts, denn der Bohrer darf nicht stillstehen, sonst funktioniert er nicht mehr. Für die acht Wochen dieser Arbeiten sollen die Bewohner in einem Hotel untergebracht werden. Für die weniger Lärm- und Erschütterungsintensive Zeit würde das Aufstellen von Containermauern ausreichen, so das Gutachten.
Diskutiert wurde außerdem die Erneuerung der B80 in der Ortslage. Das sei Geldverschwendung meinte Hohberg. Es wäre sinnvoller, das Projekt gemeinsam mit dem Bau des Rad- und Fußweges in Angriff zu nehmen. Sonst entstünden zu große Belastungen für die Anwohner und für den Durchgangsverkehr.
Ein großes Ärgernis ist für die Anwohner auch die Straße nach Rehungen. In Sollstedt, an der Brücke über der Wipper, ist die Straße so schmal, daß zwei Fahrzeuge kaum aneinander vorbei passen. Die Autos nutzen den Gehweg als Ausweichstraße. Es sei ein Wunder, daß da noch nicht mehr passiert sei. Jürgen Hohberg will aber auch nicht warten, bis dort ein Kind umkommt. Längst hätten Brücke und Straße umgebaut sein können. 1998 hätte Baubeginn sein sollen, 2002 Fertigstellung. Der Gemeinderat befürwortete das Projekt. Mit einem Grundstückseigentümer kam man nicht überein. Die Ausweichvariante durch das Gewerbegebiet wurde abgelehnt. Hohberg bedauerte, daß er zu dem Thema keinen wirklich kompetenten Ansprechpartner bieten konnte.
Autor: wf
2009 rollen die Autos (Foto: nnz)
Bürgermeister Jürgen Hohberg hatte eingeladen zu einer Bürgerinformationsveranstaltung in die Festhalle von Sollstedt. Da ging es nicht nur um die Autobahn 38. Andere Verkehrsprobleme machen den Bürgern mindestens genauso zu schaffen. Gern hätte Hohberg dem Straßenbauamt Nordthüringen seine Fragen gestellt. Einen Vertreter habe er schon im Februar eingeladen. Gekommen war niemand, nur eine beschämende Antwort. Er solle sich genau überlegen, ob er das in der Presse publik mache, sei ihm gesagt worden, berichtete der Bürgermeister. Er möge sich ausrechnen, ob ihm das Vorteile bringt, oder doch eher Nachteile. Das sind Methoden wie vor 20 Jahren sagte er dazu.
Positiver sind die Neuigkeiten von der Autobahn. In der nächsten Woche erhält der Bauträger, die DEGES, den Planfeststellungsbeschluß überreicht. Peter Siefer, Referatsleiter im Thüringer Bauamt, brachte diese Neuigkeit mit. Er dürfe jedoch noch nicht viel dazu sagen, da es sich gewissermaßen noch um ein schwebendes Verfahren handele. Mehr würden die Bürger dann in der nächsten Woche erfahren.
Es geht um eine Strecke von zwölf Kilometern, die gebaut werden soll. Drei große Ingenieurbauwerke müssen errichtet werden. Zwei Brücken mit 300 und fast 500 Metern Länge, sowie ein rund 900 Meter langer Tunnel. Mit diesen Bauwerken soll begonnen werden. Vorher muß die zukünftige Trasse nach Kampfmitteln abgesucht werden. Auch sind einige Baustraßen und Brücken anzulegen, wie Joachim Wintjen von der DEGES erklärte. Weitere geplante Bauten beschreibt Waldemar Labusga. Zwei Durchlässe für das Wild, sowie für Bäche müßten gebaut werden. Ebenso Wirtschaftswege, die Zufahrt zu einer Wochenendhaussiedlung, und Brücken für die Landesstraßen. Etliche Stützwände mit bis zu neun Metern Höhe werden im Bereich der Kalihalde errichtet. Insgesamt werden auf der Strecke im Rahmen der Bauarbeiten 1,8 Millionen Kubikmeter Erde bewegt.
Die Bürger sollen unter den Arbeiten nicht über Gebühr leiden müssen. Ein eigens erstelltes Lärmschutzgutachten klärt über die erwarteten Belastungen auf. Während das Stützwerk und die Pfeiler für die Friedetalbrücke errichtet werden, ist es vermutlich am lautesten. Vor allem ist auch mit starken Erschütterungen zu rechnen, denn es müssen bis zu 60 Meter tiefe Bohrungen ins Erdreich getrieben werden. Das passiert auch nachts, denn der Bohrer darf nicht stillstehen, sonst funktioniert er nicht mehr. Für die acht Wochen dieser Arbeiten sollen die Bewohner in einem Hotel untergebracht werden. Für die weniger Lärm- und Erschütterungsintensive Zeit würde das Aufstellen von Containermauern ausreichen, so das Gutachten.
Diskutiert wurde außerdem die Erneuerung der B80 in der Ortslage. Das sei Geldverschwendung meinte Hohberg. Es wäre sinnvoller, das Projekt gemeinsam mit dem Bau des Rad- und Fußweges in Angriff zu nehmen. Sonst entstünden zu große Belastungen für die Anwohner und für den Durchgangsverkehr.
Ein großes Ärgernis ist für die Anwohner auch die Straße nach Rehungen. In Sollstedt, an der Brücke über der Wipper, ist die Straße so schmal, daß zwei Fahrzeuge kaum aneinander vorbei passen. Die Autos nutzen den Gehweg als Ausweichstraße. Es sei ein Wunder, daß da noch nicht mehr passiert sei. Jürgen Hohberg will aber auch nicht warten, bis dort ein Kind umkommt. Längst hätten Brücke und Straße umgebaut sein können. 1998 hätte Baubeginn sein sollen, 2002 Fertigstellung. Der Gemeinderat befürwortete das Projekt. Mit einem Grundstückseigentümer kam man nicht überein. Die Ausweichvariante durch das Gewerbegebiet wurde abgelehnt. Hohberg bedauerte, daß er zu dem Thema keinen wirklich kompetenten Ansprechpartner bieten konnte.

