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Mi, 10:47 Uhr
03.05.2023
Erdüberlastungstag

Drei Erden haben wir nicht

Am 4. Mai ist Erdüberlastungstag. Deutschland hat dann seine erneuerbaren natürlichen Ressourcen für den Rest des Jahres aufgebraucht. Gegen diese Verschwendung fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) von der Bundesregierung bis 2026 ein Ressourcenschutzgesetz mit verbindlichen Schutzzielen...

Ein solches Gesetz muss sich auf Ressourcen wie Böden und Flächen, Acker- und Weideland, Fischgründe, Wald und Holz beziehen. Und gleichermaßen auf Baumaterialien wie Beton und Gips sowie Lithium und andere Metalle, die unter anderem für Elektronik und Batterien benötigt werden.

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„In Thüringen beispielsweise wird nach wie vor in umfangreichem Ausmaß Naturgips abgebaut. Schon lange fordert der BUND Thüringen den Naturgipsausstieg bis spätestens 2045. Und das ist leider nur eines von viele Beispielen, wie natürliche Ressourcen über die Maße genutzt werden - mit dem Ergebnis des Verlustes einmaliger Landschaften wie dem Gipskarst. Hinzu kommen Beispiele wie die Erweiterung des Kalksteinabbaus bei Deuna, wo naturnahe Wälder für die Produktion eines klimaschädlichen Rohstoffs den Baggern zum Opfer fallen sollen“ betont Ron Hoffmann, Mitglied des Landesvorstands des BUND Thüringen.

Die Analyse zeigt, dass wir dringend verbindliche Ziele für den Schutz der Ressourcen benötigen. Aus Sicht des Umweltverbandes muss der Verbrauch in Deutschland als Zwischenziel bis 2030 um 50 Prozent im Vergleich zum derzeitigen Bedarf sinken. Dazu braucht es in fast allen Bereichen unseres Lebens deutlich weniger Verbrauch.

Neben der Kohleindustrie werden noch zahlreiche andere Branchen verschwinden, deutlich schrumpfen oder ganz neu aufgestellt werden müssen. Insbesondere die Automobil- und Chemieindustrie müssen sich neu aufstellen. Denn die Ziele erreichen wir nur mit weniger Autos, Straßenbaubetrieben und Tankstellen. Mit dem Wegfall ihres Hauptrohstoffes Erdöl braucht es auch in der Chemieindustrie weniger umweltschädliche Produkte, denn ein Ausweichen auf nachwachsende Rohstoffe ist nicht oder nur sehr begrenzt möglich.

Das Gute: Ein Ressourcenschutzgesetz und verbindliche -schutzziele können dabei helfen, diesen Wandel planbar zu gestalten. Andernfalls werden uns Klimakrise, Wasserknappheit und Artensterben bald zu viel radikaleren Maßnahmen zwingen.

„Initiativen wie der Thüringer Reparaturbonus sind ein erster Schritt in die richtige Richtung. Doch bedarf es noch deutlich mehr Anstrengungen seitens der Landesregierung, dem Thema Ressourcenverbrauch und vor allem dem Thema Ressourcenverschwendung, aktiv zu begegnen. Eine in Erstellung befindliche nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie allein wird dabei nicht ausreichen. Wir fordern die Landesregierung daher auf, rechtlich verbindliche Reduktionspfade festzulegen“ so Hoffmann weiter.

Weder auf nationaler noch internationaler Ebene gibt es bisher einen rechtlichen Rahmen, um den Ressourcenverbrauch zu verringern. Nicht einmal verbindliche Ziele sind formuliert. Dabei ist der Verbrauch für 90 Prozent des Wasserstresses und des Verlusts an biologischer Vielfalt verantwortlich, zudem für die Hälfte der globalen Treibhausgase. Auch werden die Ressourcen weltweit sehr ungleich in Anspruch genommen. Entsprechend ungleich verteilt sich der Schaden. Mit der Erarbeitung einer nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie hat sich die Bundesregierung auf den Weg gemacht, den Ressourcenverbrauch zu reduzieren. Dies kann aber nur der erste Schritt sein.

Forderungen des BUND:
  • Deutschlands Ressourcenverbrauch muss bis 2050 um 85 Prozent sinken – und bis 2030 um 50 Prozent
  • Ressourcenschutzgesetz bis 2026 nötig
  • Gesetzesinitiative der Bundesregierung für ein Ressourcenschutzgesetz in Form eines übergeordneten Stammgesetzes, das den Anwendungsbereich und die Grundsätze des Ressourcenschutzes festlegt, ohne dass alle bestehenden Regelungen in den einzelnen Fachgesetzen in ein Ressourcenschutz-Gesetzbuch umgeschrieben werden müssen. Das Ressourcenschutzgesetz muss messbare Schutzziele inklusive Bezugs- und Erreichungsjahr, Reduktionspfad, Monitoring, Sanktionen und Berichtspflichten verbindlich festschreiben.
  • Die Festlegung von zwei konkreten und verbindlichen Schutzzielen: 1. Verringerung des Verbrauchs von abiotischen Primärrohstoffen auf maximal sechs Tonnen pro Person und Jahr, gemessen in Total Material Consumption (TMC) bis 2050, 2. Verringerung des Verbrauchs biotischer Primärrohstoffe auf maximal zwei Tonnen pro Person und Jahr (in TMC bis 2050)
Autor: red

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Kommentare
Leser X
03.05.2023, 12:29 Uhr
Durchgezappt
Bin neulich beim Zappen durch Zufall bei den Geissens gelandet. Und musste unwillkürlich an die Überschrift dieses Beitrages denken.

Man kann nur froh sein, dass wir nicht alle über soviel Kleingeld verfügen. Dann würde wohl ein Sonnensystem nicht reichen...

Und alle, die sich immer so gerne über die vermeintliche Dekadenz der Hartzer aufregen: seid ihnen dankbar - sie leisten mit ihrem Verzicht einen wenn auch unfreiwilligen Beitrag zur Schonung der Ressourcen.
Kobold2
03.05.2023, 12:50 Uhr
Wenn man dann
hier erwähnt, daß wie über unsere Verhältnisse leben, wird das von den üblichen Kommentatoren auch noch vehement abgestritten.....
grobschmied56
03.05.2023, 16:30 Uhr
Über 'unsere' Verhältnisse gelebt? ...
... ich weiß natürlich nicht genau, ob der Kobold über seine Verhältnisse lebt. Ich jedenfalls tu das eher nicht. Was ich unternehmen könnte, um nicht über 'unsere Verhältnisse' zu leben, kann mir der Kobold natürlich sehr genau erzählen. Z.B. sollte ich mal aufhören, ständig Flugreisen nach Paris, Davos oder Scharm el Sheikh zu unternehmen. Gute Idee! Nur bin ich dort noch nie hingeflogen und habe es auch nicht vor. Es waren ein paar tausend Schlachtenbummler des Klima-Zirkus, die zum Teil mit Privatjets dorthin gedüst sind.
Vielleicht hilft es ja, wenn ich meinen Pool nicht mehr beheize? Leider habe ich keinen, nur eine Dusche. Oder ich verkneife mir meine ständigen Kreuzfahrten?
Habe gar kein Geld für solchen Schnickschnack.
Vielleicht hätte ich heute zum Mittag das argentinische Hüftsteak weglassen sollen?
Das habe ich tatsächlich getan! Statt Steak gab's Möhrensuppe!
Ich weiß nicht, ob das über Kobolds Verhältnisse geht, über meine geht es jedenfalls nicht.
Kobold2
03.05.2023, 19:42 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Kommentarfunktion ist kein Chat
Kobold2
03.05.2023, 20:29 Uhr
Na gut dann anders
Auch wenn man hier direkt angesprochen wird...
Nichts verstanden und nicht verstehen wollen, ist hier wohl die bejubelte Vorgabe....
Woher denn die Möhren fürs Süppchen kommt, die Kartoffeln für den Puffer,, das Huhn für die Suppe, oder die Konserven.. Einblicke habe ich hier schon aus dem Berufsalltag ausreichend gegeben, wird aber abgestraft.. Der nordthüringer Provinzler weiß es ja besser.
Ob man lieber billig kauft und im Schadensfall wegwirft, oder etwas repariert damit es länger nutzbar bleibt.
Ob es klug ist, kilometerweit umherzufahren, nur weil irgendwas im Angebot ist, dessen Ersparnis durch die Fahrtkosten schon beim Einparken aufgebraucht ist.
Ob man jeden Meter mit dem Auto fahren muß, oder doch mal das Rad nimmt, oder zu Fuß geht, sind ausreichen Hinweise, mal nachzudenken.
grobschmied56
04.05.2023, 00:17 Uhr
Noch ein paar Gedanken zu den Forderungen ...
... des BUND. Diese sind nämlich völlig dem entgegengesetzt zu dem, was unsere Ampelregierung plant und durchsetzen will.
Ein wichtiger Punkt des BUND: Weniger Verwendung von Gips und Beton.
Da kommen sie aber bei unserer Bundes- Bau- Ministerin Frau Klara Geywitz nicht gut an! Immerhin 400.000 Wohnungen pro Jahr will die Ministerin fertiggestellt sehen. Jedes Jahr!
Schließlich haben wir reichlich Zulauf an 'Schutzsuchenden' aus aller Welt. Die kann man ja nicht auf ewig in Zelten oder Turnhallen unterbringen, gelle?
Dann ist da auch noch unser Superminister Herr Habeck, zuständig für Wirtschaft, Energie, Klima... (wofür ist eigentlich unser Herrgott noch da?)
Der Herr Habeck wünscht sich, unterstützt vom Bundeskanzler einen Zubau von jährlich nicht weniger als 1400 Windkraftanlagen in D.
Für eine einzige dieser So da rum - Windmühlen wird schon mal ein Fundament aus Stahlbeton von ca. 2000 Tonnen benötigt.
Heiligs' Blechle - 2000 Tonnen - nur fürs Fundament, fragt nicht, was das restliche Gerümpel wiegt...
Und dann liefern die Dinger noch nicht mal Strom, wenn man ihn braucht. Sondern nur irgendwann mal.
Wenn der BUND also Probleme hat mit zu viel Verbrauch an Stahlbeton, sollte er sich doch vertrauensvoll an Frau Bundesbauministerin und Herrn Bundeswirtschaftsminister wenden.
Die meisten Leser der NNZ, die in eher bescheidenen Verhältnissen leben, sind wohl nicht so ganz die geeigneten Adressaten für die Sorgen und Nöte des BUND.
Echter-Nordhaeuser
04.05.2023, 07:54 Uhr
Über unsere Verhältnisse leben?@Kobold2
Wir leben doch nicht über unsere Verhältnisse das sind die Kapitalisten die ihren Hals nicht voll bekommen. Es wird produziert ohne Ende und ins Ausland verscheuert. Wir aus der ehemaligen DDR kommen doch mit wenig zurecht.Der Westen hat doch immer schon auf großen Fuß gelebt.
Kobold2
04.05.2023, 09:24 Uhr
Genau
Es sind immer die anderen.....
Augen zu und weiter so........
Der Grobschmied baut seine heisgeliebten AKW's ja schließlich seit Jahren mit dem Holz von ausrangierten Einwegpaletten.
Nach Paris und Davos kann man übrigens recht komfortabel mit dem Zug reisen.
Obwohl man gern mit seiner gelernten DDR Vergangenheit hausieren geht, ist in Sachen Ressourcenschonung nicht viel hängen geblieben. Damals war es aus der Situation raus, heute müsste es aus der Vernunft und Lebenserfahrung selbstverständlich sein......
Woran fehlts? ..... Stephen Hawkins hats erkannt.
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