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Fr, 12:05 Uhr
21.04.2006

Sicht- und fühlbar

Nordhausen (nnz). Das Frühjahrshochwasser fiel nach diesem schneereichen Winter in vielen Bundesländern und anderen Ländern höher als gewöhnlich aus. Thüringen blieb weitgehend verschont. Ein ausgedehntes System von Stauanlagen trug wesentlich zum kontrollierten Abfließen der getauten weißen Pracht des Winters 2005/2006 bei. Dazu hat die nnz einige Fakten zusammengetragen.


In Thüringen gibt es zwei große Stauanlagen. Die eine ist die Bleilochtalsperre im Saale-Orla-Kreis mit einem Stauraum von 215 Millionen Kubikmeter und einer Wasserfläche von 9,2 Quadratkilometer. Die zweitgrößte Anlage ist die Talsperre Hohenwarte I. Bei Vollstau fasst diese Talsperre 182 Kubikmeter bei einer Wasserfläche von 9,2 km2. In beiden Talsperren wird die Saale gestaut.

Die Bleilochtalsperre ist nicht nur die größte Talsperre Thüringens sondern auch Deutschlands. Die Hohenwarte Talsperre folgt nach der Talsperre Schwammenauel (202,6 Millionen Kubikmeter, Nordrhein-Westfalen) und dem Edersee (202,0 Millionen Kubikmeter, Hessen) auf Platz 4. Die drittgrößte Thüringer Talsperre Zeulenroda belegt unter den großen Stauanlagen Deutschlands den 27. Platz.

Zur Kontrolle der Saale tragen auch die Talsperren Burgkhammer im Saale-Orla-Kreis, und Eichicht im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt sowie die Talsperren Goldisthal (hier werden Schwarza und Saale aufgefangen) im Landkreis Sonneberg. Diese drei Talsperren haben einen Stauraum von 28,9 Millionen Kubikmeter.

Die drittgrößte Thüringer Talsperre ist die Talsperre Zeulenroda im Landkreis Geiz mit einem Volumen von 30,4 Millionen Kubikmeter. Sie dient wie die Talsperen Weida und Hohenleuba (beide Landkreis Greiz) sowie die Hochwasserrückhaltebecken Regis-Serbitz und Schömbach (beide Landkreis Altenburger Land) der Bändigung der Weißen Elster.

Die größten Stauanlagen Thüringens sind auch die ältesten. Die Bleilochtalsperre wurde 1932, die Hohenwarte im Jahr 1941 fertig gestellt. Die jüngste ist die Talsperre Goldisthal. Seit 2003 können dort bis zu 18,1 Millionen Kubikmeter Wasser gestaut werden. Die höchste Staumauer ist an der Talsperre Schmalwasser im Landkreis Gotha zu bewundern. Sie hat eine Kronenhöhe von 80,7 m.

Aus Wasserkraft haben die Thüringer Energieversorger im vergangenen Jahr 2,2 Milliarden Kilowattstunden Energie gewonnen. 21,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Anteil der Wasserkraft an der Energieerzeugung in Thüringen beträgt (ohne Berücksichtigung des Pumpstromverbrauchs) 48,4 Prozent, wobei nur ein Viertel des gesamten Thüringer Strombedarfs im Land selbst erzeugt wird. Im Jahr 2004 wurden in Thüringen 48,5 Millionen Kubikmeter See- und Talsperrenwasser gewonnen, das entsprach einem Anteil von 37 Prozent an der Gesamtwassergewinnung.

Stauanlagen dienen aber nicht nur dem Hochwasserschutz oder der Wasserversorgung, sie werden zu beliebten Erholungsgebieten. Besonders die Gemeinden um die großen Talsperren bieten viel Erholung auf und an den Seen.
Autor: nnz

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