Mi, 12:08 Uhr
29.03.2006
Wackers neuer Medizinmann
Nordhausen (nnz). Thüringenligist Wacker 90 vermeldet vor dem anstehenden Heimspiel gegen Steinach einen neuen Medizinmann. Was ist da wieder los in der Parkallee? Sollen die Spieler jetzt mit Voodoo-Zauber auf die Heimspiele eingeschworen werden? Antworten finden Sie wie immer in der nnz.
Das hätte sich Detlef Hoinkis bis vor wenigen Wochen selbst nicht träumen lassen, dass er montags mit dem Wacker-Präsidium zusammensitzt und schon am Samstag im Albert-Kuntz-Sportpark beim Heimspiel gegen Steinach den Zuschauern als neuer Medizinmann vorgestellt wird. Eigentlich wollte der gelernte Landmaschinen- und Traktorenschlosser bei Wacker nur ein bisschen Hilfestellung geben und einen geeigneten Nachfolger für den im Winter ausgeschiedenen Siegbert Dornhofer vermitteln, aber dann kam alles ganz anders.
Der Vorruheständler Hoinkis, der 38 Jahre im Gesundheitswesen als Pfleger arbeitete ist nicht der Typ, der ruhig zu Hause sitzen kann, ohne einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen. So begeisterte er sich schon bald selbst für die Idee, beim Thüringenligisten die sportmedizinische Betreuung zu übernehmen. Erfahrungen auf diesem Gebiet sammelte er in den letzten zehn Jahren bei Aufbau Sundhausen und ist nun bis in die Haarspitzen motiviert, seine Kenntnisse und Fertigkeiten den Nordhäuser Fußballern zur Verfügung zu stellen. Und Detlef Hoinkis gibt gleich richtig Gas. Nach seinen Vorstellungen muss jedes Team einen Betreuer oder Übungsleiter haben, der über ein sportmedizinisches Grundwissen verfügt. Ausgestattet mit Heil- und Pflegemitteln kann dieser von Hoinkis Angelernte gleich auf dem Platz erste Hilfe leisten, falls sich ein Spieler verletzt.
Die Erstbehandlung ist ganz wichtig, sagt Hoinkis, davon hängt manchmal ab, wie schlimm die Verletzung wird. Beweisen konnte er diese These schon an Wackers Kapitän Sven Pistorius, der sich im Testspiel gegen Petershütte Blessuren am Knie zuzog und sofort von Hoinkis verarztet wurde. Schon wenige Tage später war der Spieler wieder fit und läuft am Samstag gegen Steinach auf.
Bei Wacker wundert sich inzwischen niemand mehr darüber, dass Hoinkis heimlich auch der Müller-Wohlfahrt von Sundhausen genannt wurde. Und seinem Wunsch, den Sundhäusern nach terminlichen Möglichkeiten auch weiterhin die Treue zu halten, wurde vom Wacker-Vorstand gern entsprochen.
Sehen können wir Detlef Hoinkis zum ersten Mal am Samstag ab 14 Uhr im AKS beim Punktspiel gegen den SV Steinach 08. In Aktion muss er dann aber hoffentlich nicht treten.


