Fr, 15:07 Uhr
24.03.2006
Die gepflegte Kleinstadt
Nordhausen (nnz). Was schätzen die Studenten der Fachhochschule an Nordhausen? Was lehnen Sie ab? Was könnte besser sein? All diesen Fragen ist eine junge Frau in Ihrer Diplomarbeit nachgegangen.
Die gepflegte Kleinstadt (Foto: nnz)
Den Charakter einer so wörtlich gepflegten Kleinstadt und die damit verbundene Übersichtlichkeit der Kommune – das schätzen die Nordhäuser Fachhochschulstudenten am Studienort Nordhausen. Sie wollen mit ihren speziellen Bedürfnissen als Studierende aber auch ernster genommen werden.
Das sind zwei ausgewählte Ergebnisse aus der Diplomarbeit der Diplom-Sozialwirtin Nadine Aurin mit dem Titel Attraktivität der Stadt Nordhausen unter dem Aspekt der studentischen Kultur- und Freizeitgestaltung, die auch eine umfängliche Studierendenbefragung umfasst. Das Diplomarbeits-Thema im Studiengang Sozialmanagement entstand in Zusammenarbeit mit der Stadt Nordhausen, und mit den Daten von 336 ausgefüllten Fragebögen ist sie auch repräsentativ für die Fachhochschule, sagte der betreuende Professor Dr. Hartmut Bargfrede.
Frau Aurin hat ihre Ergebnisse bereits in der Stadtverwaltung und im Stadtratsausschuss für Schulen, Kultur, Soziales und Sport vorgestellt: Die Resultate sind für uns wichtige Fingerzeige - wir werden jetzt Schlussfolgerungen daraus ziehen, kündigte Kulturamtsleiterin Dr. Cornelia Klose an, die als Zweitgutachterin für die Arbeit fungierte.
Ansatz der Diplomarbeit sei die Fragestellung gewesen, ob sich im 8. Jahr nach Gründung der Nordhäuser Fachhochschule und mit inzwischen deutlich über 1300 Studenten diese Institution in der Stadt bemerkbar mache, und - falls das nicht so sei -, was die Gründe dafür sind, sagte Frau Aurin.
Rund die Hälfte der Befragten sehen Nordhausen noch nicht als typische Studentenstadt. Als Gründe dafür ist unter anderem das Fehlen von Rabatten bzw. Vergünstigungen für Studenten genannt worden, ebenso wurde ein Defizit bei Nebenjob-Angeboten gesehen und bei den entsprechenden Freizeitangeboten. Die Studenten wünschten sich unter anderem ein besseres Kneipenangebot und bessere Sport und Freizeitmöglichkeiten. Sie vermissen auch alternative Kino-Angebote und fordern darüber hinaus bessere Informationen zu den durchaus vorhandenen Kultur- und Freizeitangeboten in der Stadt bzw. zur Stadt allgemein.
Allerdings muss man berücksichtigen, dass ein Großteil der Studenten aus der Nähe von Nordhausen kommt, also unmittelbar nach dem Ende des Lehrbetriebs nach Hause fährt und die Angebote nicht hier in Nordhausen wahrnimmt, sondern im Heimatort. Und hinzu kommt, dass der Campus aufgrund seiner Lage wie eine Art `Barriere´ zur Stadt wirkt, erklärte Professor Bargfrede.
Dass die Studenten angaben, es gebe für sie zu wenig spezielle Kultur- und Freizeitangebote war schon überraschend, sagte Frau Dr. Klose. Man werde jetzt prüfen, wie die Angebote gezielter gestaltet- und die Studenten besser darüber informiert werden könnten. So habe die Umfrage gezeigt, dass sich die Studierenden eher über Freunde und Bekannte bzw. Plakate und Aushänge informierten als über den Kulturkalender oder Internet-Seiten. Darüber hinaus habe Frau Aurin herausgefunden, dass längst nicht alle Kultur- und Freizeiteinrichtungen bekannt seien, da kann man ansetzen, in dem wir jeweils zum Semesterbeginn für die Studienanfänger eine speziell ausgerichtete Stadtführung anbieten – in Abstimmung mit der FH, so Frau Dr. Klose.
Praktisch alle Akteure in der Stadt – ob im privaten oder öffentlichen Sektor – müssen ihr Bewusstsein für die Zielgruppe Student steigern. Die Studenten müssen gezielter und effizienter über Angebote informiert werden, man könnte den Campus noch besser in das Geschehen in der Stadt einbeziehen – diese Handlungsempfehlungen gibt Frau Aurin in ihrer Arbeit.
Autor: nnz
Die gepflegte Kleinstadt (Foto: nnz)
Den Charakter einer so wörtlich gepflegten Kleinstadt und die damit verbundene Übersichtlichkeit der Kommune – das schätzen die Nordhäuser Fachhochschulstudenten am Studienort Nordhausen. Sie wollen mit ihren speziellen Bedürfnissen als Studierende aber auch ernster genommen werden.
Das sind zwei ausgewählte Ergebnisse aus der Diplomarbeit der Diplom-Sozialwirtin Nadine Aurin mit dem Titel Attraktivität der Stadt Nordhausen unter dem Aspekt der studentischen Kultur- und Freizeitgestaltung, die auch eine umfängliche Studierendenbefragung umfasst. Das Diplomarbeits-Thema im Studiengang Sozialmanagement entstand in Zusammenarbeit mit der Stadt Nordhausen, und mit den Daten von 336 ausgefüllten Fragebögen ist sie auch repräsentativ für die Fachhochschule, sagte der betreuende Professor Dr. Hartmut Bargfrede.
Frau Aurin hat ihre Ergebnisse bereits in der Stadtverwaltung und im Stadtratsausschuss für Schulen, Kultur, Soziales und Sport vorgestellt: Die Resultate sind für uns wichtige Fingerzeige - wir werden jetzt Schlussfolgerungen daraus ziehen, kündigte Kulturamtsleiterin Dr. Cornelia Klose an, die als Zweitgutachterin für die Arbeit fungierte.
Ansatz der Diplomarbeit sei die Fragestellung gewesen, ob sich im 8. Jahr nach Gründung der Nordhäuser Fachhochschule und mit inzwischen deutlich über 1300 Studenten diese Institution in der Stadt bemerkbar mache, und - falls das nicht so sei -, was die Gründe dafür sind, sagte Frau Aurin.
Rund die Hälfte der Befragten sehen Nordhausen noch nicht als typische Studentenstadt. Als Gründe dafür ist unter anderem das Fehlen von Rabatten bzw. Vergünstigungen für Studenten genannt worden, ebenso wurde ein Defizit bei Nebenjob-Angeboten gesehen und bei den entsprechenden Freizeitangeboten. Die Studenten wünschten sich unter anderem ein besseres Kneipenangebot und bessere Sport und Freizeitmöglichkeiten. Sie vermissen auch alternative Kino-Angebote und fordern darüber hinaus bessere Informationen zu den durchaus vorhandenen Kultur- und Freizeitangeboten in der Stadt bzw. zur Stadt allgemein.
Allerdings muss man berücksichtigen, dass ein Großteil der Studenten aus der Nähe von Nordhausen kommt, also unmittelbar nach dem Ende des Lehrbetriebs nach Hause fährt und die Angebote nicht hier in Nordhausen wahrnimmt, sondern im Heimatort. Und hinzu kommt, dass der Campus aufgrund seiner Lage wie eine Art `Barriere´ zur Stadt wirkt, erklärte Professor Bargfrede.
Dass die Studenten angaben, es gebe für sie zu wenig spezielle Kultur- und Freizeitangebote war schon überraschend, sagte Frau Dr. Klose. Man werde jetzt prüfen, wie die Angebote gezielter gestaltet- und die Studenten besser darüber informiert werden könnten. So habe die Umfrage gezeigt, dass sich die Studierenden eher über Freunde und Bekannte bzw. Plakate und Aushänge informierten als über den Kulturkalender oder Internet-Seiten. Darüber hinaus habe Frau Aurin herausgefunden, dass längst nicht alle Kultur- und Freizeiteinrichtungen bekannt seien, da kann man ansetzen, in dem wir jeweils zum Semesterbeginn für die Studienanfänger eine speziell ausgerichtete Stadtführung anbieten – in Abstimmung mit der FH, so Frau Dr. Klose.
Praktisch alle Akteure in der Stadt – ob im privaten oder öffentlichen Sektor – müssen ihr Bewusstsein für die Zielgruppe Student steigern. Die Studenten müssen gezielter und effizienter über Angebote informiert werden, man könnte den Campus noch besser in das Geschehen in der Stadt einbeziehen – diese Handlungsempfehlungen gibt Frau Aurin in ihrer Arbeit.

