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Fr, 10:38 Uhr
17.03.2006

Verkehrte Welt

Nordhausen (nnz). Es gibt Dinge auf dieser Welt, die dürften einfach nicht sein. Ein solches Ding ist die Nobas Spezialstahlbau GmbH. Die ist insolvent. Doch gibt es diese Gesellschaft überhaupt? Die nnz ist genau dieser Frage nachgegangen.


In Kopie liegt der nnz-Redaktion der Insolvenzantrag beim Amtsgericht in Mühlhausen vor (siehe unten). Schon der erste Blick bringt viele Fragezeichen mit sich. Für ein Unternehmen im 21. Jahrhundert sollte ein akkurater Kopfbogen schon mal zur formellen Grundausstattung gehören. Was der nnz vorliegt, das ist schlicht und ergreifend ein „Wisch“. Da ist der Firmenkopf per Stempel aufgedruckt. Bankverbindungen fehlen ebenso wie notwendige Daten hinsichtlich Steuernummern für das Finanzamt.

Bleibt weiter die Frage nach der Existenz der Firma und es bleibt die Frage nach Firmenkonten der Nobas Spezialstahlbau GmbH. Die ist so richtig nicht beantwortet. Beantwortet ist dann vermutlich auch nicht die Frage, wohin die Einarbeitungszuschüsse der Agentur für Arbeit geflossen waren, wenn es doch kein Konto der GmbH gegeben habe könnte. Sollen diese öffentlichen Gelder auch zur Papenburg AG gegangen sein, fragt man sich nun in Arbeitnehmerkreisen? Dort weiß man aber auch, dass diese Eingliederungszuschüsse nicht an verbundene Unternehmen gezahlt werden dürfen. Das die AG und GmbH auf das Engste miteinander verbunden sind, das war und das ist klar. Die 2003 gegründete GmbH liefert ausschließlich an die AG, die Luft der Marktwirtschaft hat diese Unternehmung noch nicht kennen gelernt.

Es kommt aber noch dicker. Die Mitarbeiter der zahlungsunfähigen Nobas Spezialstahlbau GmbH, die haben die Nase voll und entsinnen sich des Interessenausgleiches, der im Krisenjahr 2003 abgeschlossen worden war (siehe nnz-Archiv) und in dessen Folge sie in die staatlich geförderte Firma „transferiert“ wurden. Dort ist unter anderem vermerkt, dass bei einer wirtschaftlichen Schieflage der GmbH die Mitarbeiter wieder zurück in die AG können. Das wollen sie jetzt und werden vermutlich wieder klagen – die ersten Feststellungsanträge sollen bereits vorbereitet sein. Termin ist der 1. April, jedoch ist das kein Aprilscherz.

Wie die nnz jetzt erfuhr, lehnt Günther Papenburg eine solche Rück-Übernahme natürlich ab. Das war dem rechtliche Beistand des Betriebsrates durch den Insolvenzverwalter Rombach so übermittelt worden sein. Der Mann aus Hannover wollte nach Informationen der nnz lieber wieder eine Firma gründen, eine neue GmbH, nach dem Vorbild des Verfahrens aus dem Jahr 2003. Wollte er wieder öffentliche Gelder wie 2003? Nur, das Spiel wurde diesmal vermutlich durchschaut. Nun warten Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf den 1. April. Im „schlimmsten Fall“ könnte die Spezialstahlbau GmbH da ihre Produktion einstellen. Gut, dass die Arbeitnehmer wieder zurück in die AG können, oder?
Briefkopf? (Foto: )
Autor: nnz

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