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Fr, 07:14 Uhr
17.03.2006

Gedenktafel für Künstlerin

Nordhausen (nnz). Am 27. März 1967 starb im Alter von 78 Jahren die Malerin und Graphikerin Maria Schmidt-Franken in Nordhausen. Sie lebte seit 1926 im Sachsenhof 7, dem Haus, dass sie sich hatte bauen lassen. Dazu einige Gedanken von Heidelore Kneffel in der nnz.


Um das Jahr der Tausendjahrfeier Nordhausens, 1927, wurde an der östlichen Peripherie der Stadt das so genannte „historische Viertel“ errichtet mit dem Heinrichs- und Mathildenweg, dem Rolandsweg, der Frankenstraße, dem Sachsenhof. Im besagten Jahr erschienen die hiesigen Zeitungen mit Festausgaben, in der Allgemeinen Zeitung wurden „Nordhäuser Maler der Gegenwart“ vorgestellt, darunter Maria Schmidt-Franken. Damals war sie bereits so bekannt, dass man schreiben konnte: „Die hier ansässige Künstlerin, die uns immer wieder mit neuen Werken in den Ausstellungen des hiesigen Kunstvereins erfreut und überrascht, ist ja in ihrer künstlerischen Wesensart so allgemein erkannt, dass sich ihr gegenüber eigentlich weitere Worte erübrigen. In frühen Jahren besonders für die Einsamkeitsstimmungen des Hochgebirges, der Heide, des Moores, des Meeres empfänglich, hat sie sich in den letzten Jahren von den Stimmungen der Harznatur gewinnen lassen.“

In der Festausgabe der Nordhäuser Zeitung veröffentlichte Schmidt-Franken damals einen Artikel: „Der moderne Mensch und die Kunst“. Ihr Credo geht dahin, dass es den Künstlern auch in der Zeit der großen Technisierung gelingen möge, Geist und Gefühl in ihren Kunstwerken Stimme zu verleihen.

In der Gedächtnisausstellung ihrer Graphiken und Gemälde vom 8. Juli bis zum 20. August 1993 in der Galerie der Kreissparkasse Nordhausen am Kornmarkt konnte man der Künstlerin in ihren Grafiken, Pastellen, Aquarellen und Ölbildern begegnen. Neunundvierzig Werke von S-F – so signierte sie in den letzten Jahren – waren aus zahlreichen Orten zusammengekommen. Auslöser war das Entdecken von drei großen beschädigten Bogenbildern von Schmidt-Franken in den Kellergängen des Neuen Rathauses Markt 15. Sechs Landschaftsansichten hatte sie 1937/38 für den neuen Ratskeller in Ölfarbe auf Leinwand gemalt. Sie waren während der „Umformung“ des Ratskellers zu DDR-Zeiten entfernt worden.

Im „Allgemeinen Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart“, im Thieme-Becker-Vollmer, als Nachschlagewerk über Künstler allseits anerkannt, steht: „Schmidt-Franken, Maria, deutsche Landschaftsmalerin, geb. 25.9.1888 in Nürnberg, ansässig in Nordhausen am Harz...“

Maria Schmidt, die sich später als Künstlerin den Beinamen Franken zulegen wird, konnte es sich dank der finanziellen Lage ihrer Eltern leisten, sich zur Künstlerin ausbilden zu lassen. Sie war eine der so genannten „Malweiber“, die, wie die nach und nach berühmt gewordenen Frauen – Käthe Kollwitz, Paula Modersohn-Becker, Gabriele Münter, Marianne Werefkin u.a. – sich in privat geleiteten Kunstschulen ausbilden ließen oder Privatschülerin bei einem Künstler, einer Künstlerin waren. Erst später konnten Frauen an den offiziellen Kunstakademien studieren.

Maria Schmidt studierte in München vier Jahre bei einer bekannten russischen Künstlerin die Landschaftsmalerei, danach bei einem aus Mecklenburg stammenden Maler. Auch eine Bildungsreise nach Italien konnte sie unternehmen. Dass zwei ihrer Bilder vom Bayernkönig Ludwig III. angekauft wurden – „Frühling im Moor“ und später das „Neustädter Tor“ – steigerte ihre Anerkennung.

Am 27. Januar 1916 siedelte Schmidt-Franken sich in Nordhausen an. Durch Inserate in den Zeitungen lud sie zu Verkaufsausstellungen in ihre Wohnung ein. In einer Rezension erfährt man: „Und so sind wir in ihren künstlerisch ausgestatteten Ateliers zwischen Palmen, Staffeleien, alten Krügen, Stickereien und reichem Bilderschmuck der Wände. Sahen wir früher hauptsächlich farbige Zeichnungen, Pastelle, Radierungen und Steinzeichnungen, so überwiegen jetzt Bildwerke in Ölfarbe...“

28 Jahre war Schmidt-Franken, als sie nach Nordhausen kam, mit 78 Jahren starb sie, also verbrachte sie die Hauptphase ihres künstlerischen Schaffens in der Stadt am Rande der von ihr dann ab den 1930er Jahren für die Motivwahl bevorzugten Harzlandschaft. Es ist lobenswert, dass sich die jetzige Besitzerin des Hauses Sachsenhof 7, Rita Barthold, entschloss, von dem in Nordhausen in der Jahnstraße 17 beheimateten Holzbildhauer Wulf-Günther Galonska eine Holztafel anfertigen zu lassen, auf der auf die Malerin und Grafikerin Maria Schmidt-Franken hingewiesen wird, deren Grab von der Stadt auf dem Hauptfriedhof gepflegt wird. Herr Galonska eignete sich seine holzbildhauerischen Fähigkeiten autodidaktisch an und davon, dass sie überaus sehenswert sind, kann man sich z. B. in der Krypta der Neanderklinik in Ilfeld anhand eines Holzreliefbildes überzeugen, das den vor dem Hohnsteinschen Wappen knienden Grafen Elger darstellt.

Die Gedächtnistafel wird am Freitag nächster Woche (24. März), kurz vor dem 39. Todestag der Maria Schmidt-Franken am Haus Sachsenhof 7 enthüllt. Interessierte sind um 14.00 Uhr herzlich eingeladen.
Heidelore Kneffel
Autor: nnz

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