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Di, 11:21 Uhr
07.03.2006

Eine runde Million

Nordhausen (nnz). Immer wieder werden in den Medien die Zahlen der arbeitslosen Frauen und Männer veröffentlicht. Die nnz ist deshalb mal der Frage nachgegangnen, wie viele Menschen in Thüringen denn überhaupt einen Job haben.


Im Jahr 2005 hatten im Jahresdurchschnitt 1 000 400 Personen einen Arbeitsplatz in Thüringen. Das waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik ca. 11 900 Personen bzw. 1,2 Prozent weniger als im Jahr 2004. Dabei wurde die Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Thüringen im Jahr 2005 durch den anhaltenden Abbau voll sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung bestimmt, darin eingeschlossen die Rückführung der klassischen arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumente wie Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) oder Strukturanpassungsmaßnahmen (SAM).

In Thüringen verringerte sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 728 922 Personen im Juni 2004 auf 708 264 Personen im Juni 2005. Zugleich nahm im Jahr 2005 auch die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten (Minijobs) ab. Durch die Förderung von Arbeitsgelegenheiten (Ein-Euro-Jobs) im Rahmen von Hartz IV wurde der Rückgang der Erwerbstätigkeit im Jahr 2005 deutlich gedämpft. Während die Zahl der Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen um 3.500 Personen bzw. 3,2 Prozent stieg, verringerte sich die Zahl der Arbeitnehmer um 15.400 Personen bzw. 1,7 Prozent. Der Anstieg der Erwerbstätigkeit in Thüringen im Jahr 2004 (+ 2 400 Personen bzw. + 0,2 Prozent) fand damit im Jahr 2005 keine Fortsetzung.

In Deutschland gab es im Jahr 2005 ebenfalls einen Rückgang der Erwerbstätigkeit. Mit rund 38,8 Millionen Erwerbstätigen im Jahresdurchschnitt 2005 fanden in Deutschland 85 000 Personen (- 0,2 Prozent) weniger eine Beschäftigung als ein Jahr zuvor. Im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin) verringerte sich die Zahl der Erwerbstätigen geringfügig (- 11 900 Personen bzw. 0,0 Prozent) und im Gebiet der neuen Bundesländer (ohne Berlin) in annähernd gleichem Maße wie in Thüringen (- 73 800 Personen bzw. - 1,3 Prozent).

Wie die Berechnungen des Arbeitskreises 'Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder' zeigen, verzeichneten Hamburg (+ 0,8 Prozent) und Bayern (+ 0,3 Prozent) den prozentual höchsten Zuwachs aller Bundesländer. Den größten Beschäftigungsrückgang gab es in Sachsen-Anhalt (- 1,8 Prozent) und in Sachsen (- 1,4 Prozent).

Betrachtet man die Wirtschaftsbereiche in Thüringen im Einzelnen, so stellt man fest, dass sich im Jahr 2005 in nahezu allen Wirtschaftsbereichen die Zahl der Arbeitsplätze verringert hat. Im Baugewerbe um 4,5 Tausend Personen bzw. 5,2 Prozent, im Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr um 3,8 Tausend Personen bzw. 1,7 Prozent, im Bereich Land- und Forstwirtschaft, Fischerei um 2.200 Personen bzw. 7,4 Prozent, im Verarbeitenden Gewerbe um 1.900 Personen bzw. 1,0 Prozent und im Bereich der unternehmensbezogenen Dienstleister um 1.000 Personen bzw. 0,8 Prozent.

Im Bereich der öffentlichen und privaten Dienstleister erhöhte sich die Zahl der Arbeitsplätze um 1.700 Personen bzw. 0,5 Prozent. Der sich fortsetzende Stellenabbau in der öffentlichen Verwaltung wurde im Jahr 2005 von einem starken Anstieg bei den geförderten Arbeitsgelegenheiten im Rahmen von Hartz IV (Ein-Euro-Jobs) deutlich überlagert.

Über die Entwicklung der Zahl der Erwerbstätigen am Arbeitsort in den einzelnen Bundesländern im Jahr 2005 sowie über die Entwicklung der Zahl der Erwerbstätigen am Arbeitsort in Thüringen im Jahr 2005 in den einzelnen Wirtschaftsbereichen und untergliedert nach Arbeitnehmern und Selbständigen informieren die beigefügten Tabellen.
Autor: nnz

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