Di, 11:49 Uhr
21.02.2006
Aus dem Weg gehen
Nordhausen (nnz). Manchmal dreht sich die privaten Finanzierungsspirale schneller als man denkt. Dann kommt die hohe Zeit der Kreditvermittler. Doch vor denen warnt die Nordhäuser Verbraucherzentrale in einem Beitrag in der nnz.
"Bargeld sofort, auch in schwierigen Fällen, ohne Schufa-Auskunft!" Solche Anzeigen klingen verlockend. Doch sollte man lieber die Finger davon lassen. "Diese Geldgeber bieten keinen Ausweg. Sie nutzen die Notlage von Menschen
aus und schwatzen nicht selten zusätzlich unnötige Versicherungen und andere Verträge auf", warnt Verbraucherberaterin Silvia Georgi. Selbst wenn ein Kredit vermittelt wird, können enorme Nebenkosten anfallen. Auch Frau S. musste diese Erfahrung machen. Sie beantragte per E-Mail einen Kredit in Höhe von 3.500 Euro und unterschrieb bei einem Hausbesuch mehrere Vereinbarungen in dem Glauben, diese seien für den versprochenen Kredit als Sicherheit notwendig. Alle unterschriebenen Verträge konnten mit Unterstützung der Verbraucherzentrale erfolgreich widerrufen werden.
Offen ist noch die von der Finanzvermittlung völlig unberechtigt geforderte "Servicegebühr" in Höhe von 119,00 Euro. Viele Menschen wissen nicht, was sie tun sollen, wenn Kreditvermittler ihnen übel mitgespielt haben, weiß Silvia Georgi aus Erfahrung. Sie verlieren den Überblick über die eigenen Finanzen, manche glauben sogar, sie hätten versagt.
Qualifizierte und anbieterunabhängige Hilfe ist in solchen Situationen ganz wichtig, macht Silvia Georgi Betroffenen Mut. Wer schon auf einen Kreditvermittler hereingefallen ist, sollte folgendes wissen:
Ein Kreditvermittlungsvertrag muss immer schriftlich abgeschlossen werden, darf nicht mit dem Darlehensvertrag verbunden sein und muss bestimmte Pflichtangaben beinhalten. So muss die Provision, die der Kunde an den Vermittler zahlt, in Prozent angegeben sein. Erhält der Vermittler auch eine Vergütung durch die Bank, muss diese ebenfalls genannt werden. Dem Kunden ist eine Abschrift auszuhändigen. Liegt kein Vertrag vor oder enthält er nicht die Pflichtangaben, braucht keine Provision gezahlt zu werden. Unzulässig ist es auch, ohne Kreditvergabe eine Vergütung zu verlangen.
Deshalb:
- Prüfen Sie genau, ob der Kredit notwendig ist! Eine
vorschnelle Kreditaufnahme ist häufig der erste Schritt in eine langfristige Verschuldung.
- Keine Verträge mit Kreditvermittlern - immer Banken und
Sparkassen direkt ansprechen und mehrere Vergleichsangebote einholen. Dabei stets auf den effektiven Jahreszins, den Preis des Kredites, achten.
- Wer bei Banken und Sparkassen keinen Kredit erhält, der
bekommt ihn auch über einen Vermittler grundsätzlich nicht.
- Wem der Schuldenberg über den Kopf wächst, der sollte sich an eine anerkannte Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle wenden. Dabei gilt: Schuldnerberatung ist immer kostenlos. Adressen der anerkannten Insolvenzberatungsstellen können in jeder
Verbraucherberatungsstelle erfragt werden.
- Wer unberechtigt Gebühren oder Provisionen an einen
Kreditvermittler oder gewerblichen Schuldenregulierer gezahlt hat, sollte diese zurückverlangen. Die Verbraucherzentrale bietet hier Rat und Hilfe an.
Autor: nnz"Bargeld sofort, auch in schwierigen Fällen, ohne Schufa-Auskunft!" Solche Anzeigen klingen verlockend. Doch sollte man lieber die Finger davon lassen. "Diese Geldgeber bieten keinen Ausweg. Sie nutzen die Notlage von Menschen
aus und schwatzen nicht selten zusätzlich unnötige Versicherungen und andere Verträge auf", warnt Verbraucherberaterin Silvia Georgi. Selbst wenn ein Kredit vermittelt wird, können enorme Nebenkosten anfallen. Auch Frau S. musste diese Erfahrung machen. Sie beantragte per E-Mail einen Kredit in Höhe von 3.500 Euro und unterschrieb bei einem Hausbesuch mehrere Vereinbarungen in dem Glauben, diese seien für den versprochenen Kredit als Sicherheit notwendig. Alle unterschriebenen Verträge konnten mit Unterstützung der Verbraucherzentrale erfolgreich widerrufen werden.
Offen ist noch die von der Finanzvermittlung völlig unberechtigt geforderte "Servicegebühr" in Höhe von 119,00 Euro. Viele Menschen wissen nicht, was sie tun sollen, wenn Kreditvermittler ihnen übel mitgespielt haben, weiß Silvia Georgi aus Erfahrung. Sie verlieren den Überblick über die eigenen Finanzen, manche glauben sogar, sie hätten versagt.
Qualifizierte und anbieterunabhängige Hilfe ist in solchen Situationen ganz wichtig, macht Silvia Georgi Betroffenen Mut. Wer schon auf einen Kreditvermittler hereingefallen ist, sollte folgendes wissen:
Ein Kreditvermittlungsvertrag muss immer schriftlich abgeschlossen werden, darf nicht mit dem Darlehensvertrag verbunden sein und muss bestimmte Pflichtangaben beinhalten. So muss die Provision, die der Kunde an den Vermittler zahlt, in Prozent angegeben sein. Erhält der Vermittler auch eine Vergütung durch die Bank, muss diese ebenfalls genannt werden. Dem Kunden ist eine Abschrift auszuhändigen. Liegt kein Vertrag vor oder enthält er nicht die Pflichtangaben, braucht keine Provision gezahlt zu werden. Unzulässig ist es auch, ohne Kreditvergabe eine Vergütung zu verlangen.
Deshalb:
- Prüfen Sie genau, ob der Kredit notwendig ist! Eine
vorschnelle Kreditaufnahme ist häufig der erste Schritt in eine langfristige Verschuldung.
- Keine Verträge mit Kreditvermittlern - immer Banken und
Sparkassen direkt ansprechen und mehrere Vergleichsangebote einholen. Dabei stets auf den effektiven Jahreszins, den Preis des Kredites, achten.
- Wer bei Banken und Sparkassen keinen Kredit erhält, der
bekommt ihn auch über einen Vermittler grundsätzlich nicht.
- Wem der Schuldenberg über den Kopf wächst, der sollte sich an eine anerkannte Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle wenden. Dabei gilt: Schuldnerberatung ist immer kostenlos. Adressen der anerkannten Insolvenzberatungsstellen können in jeder
Verbraucherberatungsstelle erfragt werden.
- Wer unberechtigt Gebühren oder Provisionen an einen
Kreditvermittler oder gewerblichen Schuldenregulierer gezahlt hat, sollte diese zurückverlangen. Die Verbraucherzentrale bietet hier Rat und Hilfe an.

