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Mi, 07:38 Uhr
15.02.2006

Nach der Eiszeit

Nordhausen (nnz). Was unser Nachbarland Frankreich und das heimische Schlafzimmer mit der Bandgeschichte des Nordhäuser Elektropop-Duos INFERNOSOUNDS zu tun haben, das fand jetzt Olaf Schulze heraus.


Im Februar legte das Elektro-Pop-Duo INFERNOSOUNDS seinen zweiten Longplayer „I Feel“ vor. Ganz im Gegensatz zum martialischen Bandnamen gibt es darauf 18 zuckersüße Popsongs zu hören.

Conny und Marko sind seit zwanzig Jahren ein glückliches Paar. Nach nur 12 Jahren gemeinsamen Lebens fanden sie heraus, dass Marko in der Lage ist, gute Songs zu komponieren, die Conny sehr ausdrucksstark singen kann. Grundauslöser ihrer musikalischen Karriere war die Anschaffung eines PCs. Der hauptberufliche Straßenbahnfahrer Marko entdeckte plötzlich ungeahnte Möglichkeiten und beschloss, vom Hörer zum Macher zu werden. Er kreierte fortan seine eigenen Hits. Schon bald wurde Marko klar, dass er keine harten Techno-Beats wollte, sondern ein feines Händchen für melodischen Synthie-Pop besitzt. Als dann Ehefrau Conny weitere zwei Jahre später ihr sängerisches Talent nicht länger verbergen konnte, war das Duo INFERNOSOUNDS geboren.

Irgendwie ist alles an der Karriere der beiden ungewöhnlich. Auf der Suche nach dem geeigneten Studio für die Gesangsaufnahmen landeten sie schließlich im ehelichen Schlafzimmer. Eher zufällig, wie Marco beteuert. Inwieweit hier Angenehmes mit Nützlichem verbunden wird, wollten die beiden nicht weiter kommentieren. Fakt ist, dass sie den idealen Ort gefunden hatten und sich fleißig ans Produzieren machten. Von Songs natürlich!

„Wir sind ein Familienbetrieb“, lacht Conny, „sozusagen eine Wir-AG“. Schon ihre erste CD „Eiszeit“ entstand komplett in Eigenregie und das world wide web übernahm die Popularisierung des Materials. „Über das Internet haben wir unser Publikum gefunden, über andere Bands, die uns im Netz hörten, kamen wir zu ersten Bühnenauftritten“, erinnert sich Marko. Ein Label (Ionium Records) entdeckte das begabte Duo. 2004 erschien das Album „Eiszeit“, vom Titel „I Die Now To Life“ entstand ein Video.

Feedback zur Infernosound-Musik kam aus der ganzen Welt, der Longplayer verkaufte sich in Mexiko, Brasilien, den USA und Japan genau so gut wie in Deutschland. „In Polen gibt es sogar ein Infernosounds-Fanforum“, erzählt Conny stolz. Plötzlich fanden sich die beiden echten Nordhäuser in den französischen Alternativ Charts auf Platz 18 wieder und kletterten dort bis auf Rang 16. Im französischen Fanzine „Orpheus“ war die „Eiszeit“ im Juni 2004 sogar CD des Monats. Für Deutsche, die auch noch deutsch singen, ist das in einem Votum der „Grande Nation“ ein beachtlicher Erfolg.

Aber es sollte noch besser kommen. In den German Electronic Week Charts, dem Hörer-Voting eines Internet-Senders, hielten sich INFERNOSOUNDS die maximal möglichen 10 Wochen unangefochten unter den Top 5 und konnten stellenweise Größen wie Depeche Mode, Funker Vogt oder Apoptygma Berzerk hinter sich lassen.

Conny und Marko engagieren sich sehr stark sozial und steuerten beispielsweise die Musik für einen Trailer zum „Bundesweiten Aktionstag gegen Kindesmissbrauch“ bei. Diesem Thema ist auch einer der Songs auf dem neuen Album gewidmet („One Touch Too Deep“), der in Zusammenarbeit mit den befreundeten Bands „Say Y“, „Enemy natioN“ und „Highbeat“ entstanden ist. Einen Euro aus dem Erlös jeder verkauften CD spenden die dreifachen Eltern an eine Hilfsorganisation, die sich um die Belange missbrauchter Kinder kümmert.

Kurz vor der VÖ von „I Feel“ (Ionium Records, Vertrieb: SX) am 3. Februar sind Conny und Marko aufgeregt und gespannt, wie die Fans die neuen Songs aufnehmen werden. Sie selbst bezeichnen ihren Stil als „Electro Dark Synthpop“ und wünschen sich für 2006, dass es vielleicht einmal mit einem Auftritt bei einem der großen Festivals wie dem Wave Gotic Treffen, M’ era Luna oder beim Event in Utrecht klappt.

Das wünschen wir den Südharzern auch von Herzen. Obwohl sie dann ihr kreatives Schlafzimmer verlassen müssen.

Am Freitagabend, 17. Februar präsentieren die beiden ihr Album auf einer großen Record-Release-Party mit vielen Gästen, Freunden und Fans im „Papa del Sol“ in der Bäckerstraße.
Olaf Schulze
Autor: osch

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