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Fr, 17:45 Uhr
27.01.2006

Es trifft jede neunte Frau

Nordhausen (nnz). Vor Krebs ist niemand sicher. Jede neunte Frau erkrankt statistisch gesehen an Brustkrebs. Die Krankheit macht Angst, die nicht immer begründet ist. Modernste Technik hilft Leben und Lebensqualität zu retten.

Es trifft jede neunte Frau (Foto: nnz) Es trifft jede neunte Frau (Foto: nnz) „Es ist eine Volkskrankheit“ sagt Dr. Ansgar Malich, Chefarzt für Radiologie am Südharzkrankenhaus in Nordhausen. Er spricht von Brustkrebs, eine Erkrankung, die viele Frauen als diffuse Bedrohung erleben. Bei vielen findet eine Mammographie Mikrokalkablagerungen in der Brust. Das können Krebsvorstufen sein, aber oft ist auch alles ganz harmlos. Bis zum November 2005 mußten sich alle Frauen einer Operation unterziehen, wenn sie Klarheit darüber haben wollten. Neben dem Risiko des Eingriffs hatten viele Angst davor, hinterher weniger attraktiv auszusehen. Eine Narbe von etwa fünf Zentimetern Länge und die Entnahme eines größeren Stücks Brustgewebe gaben den Bedenken der Frauen recht. Damit ist nun Schluß, die meisten Patientinnen können ohne große Operation und nahezu ohne Narbe untersucht werden.

Das Stereotaxiesystem „Multi Care“, welches eine Untersuchung der Frauen im Liegen ermöglicht, macht die Untersuchung ganz einfach. Die Brust wird von einer speziellen Vorrichtung festgehalten und geröntgt. Auf dem Monitor sieht Dr. Ansgar Malich dann genau, wo sich die Kalkablagerungen befinden. Mit Hilfe zweier Bilder aus unterschiedlichen Perspektiven kann er berechnen lassen, wie tief sich der Kalk im Gewebe befindet. Alle drei Koordinaten gibt der Computer an das Steuergerät für die Biopsie weiter. Eine etwa 2 mm dicke Führung wird dann in die Brust gestochen. Liegt sie an der richtigen Stelle, folgt die Vakuumbiopsienadel. Durch einen Unterdruck wird ein Teil des Gewebes eingesaugt und schließlich mit einem eingebauten, runden Skalpell abgetrennt. Wird die Nadel wieder herausgezogen, bleibt nur eine winzige Narbe von zwei bis drei Millimetern. Das entnommene Gewebe wiegt nur ein paar Gramm. Sind die Kalkablagerungen harmlos, dann bleiben keine Beeinträchtigungen zurück. Die Brust sieht genauso aus wie vorher. Ist es doch Krebs, dann muß operiert werden. Die bösartigen Tumore können computergestützt genau markiert werden. So kann der operierende Gynäkologe das betroffene Gewebe leichter wiederfinden und schonender operieren.

Das neue Diagnosegerät steht außer in Nordhausen noch in Halle und Jena. Von dort kam Dr. Ansgar Malich im Juli 2005. Er ist der Nachfolger von Dr. Hans-Henning Heuer, der sich besonders um die Mammographieuntersuchungen verdient gemacht hatte. Dr. Malich, der seit vier Jahren mit der modernen Technik arbeitet, geht auf diesem Weg weiter. Bisher hat er 30 Patientinnen untersucht. Die Trefferquote des Gerätes liegt bei nahezu 100 %. Nur bei sehr schlanken Frauen mit extrem kleinen Brüsten könne es Schwierigkeiten geben, wenn die Kaltablagerungen ganz nah an der Brustwand liegen.

Ab Mitte dieses Jahres können alle Frauen von 50 bis 69 Jahren alle zwei Jahre eine verbesserte Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen. Sie ist freiwillig und kostenlos für die Zielgruppe nach den Wechseljahren. In dieser Zeit tritt der Brustkrebs besonders häufig auf, kann aber rechtzeitig mit einer Mammographie entdeckt werden. Für junge Frauen mit einem festen Drüsengewebe ist hingegen die Ultraschalluntersuchung günstiger. Wichtig ist auch, daß die Frauen regelmäßig selbst ihre Brüste abtasten und die Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen nutzen. „Vor Brustkrebs muß niemand mehr Angst haben und auch nicht quer durch Deutschland zu einem Spezialisten reisen. Wir haben hier in Nordhausen die modernste Technik.“ Versichert Dr. Malich.
Autor: wf

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