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Mo, 17:07 Uhr
23.01.2006

Die politische Feuerwehr

Nordhausen (nnz). Die SPD-Fraktion im Nordhäuser Kreistag wollte bereits im November gern einen Beschluß für die Erstellung eines Katastrophen- und Brandschutzplanes herbeiführen. Ihr zur Seite stand die damalige PDS. Nun stellte sich heraus, dass all das überhaupt nicht nötig ist.


Es gebe im Landkreis Nordhausen seit 1986 solche Pläne, meinte Kreisbrandinspektor Erich Etzrodt und rasselte die entsprechenden Zahlen herunter. Klar eingeteilt sei der Landkreis zum Beispiel in acht Brandschutzverbände, denen die jeweiligen Stützpunktfeuerwehren zugeordnet seien. Das alles teilt sich auf in 78 freiwillige Feuerwehren, eine Berufsfeuerwehr, eine Werksfeuerwehr und einen Ortsverband des technischen Hilfswerkes (THW). Allein im vergangenen Jahr sei dieses „Streitmacht“ gegen 185 Brände im Landkreis vorgegangen und hätte in über 101.000 Fällen Hilfe geleistet. Auch für die Katastrophe, die im Behördendeutsch nicht mehr Katastrophe, sondern Großschadensereignis heißt, sei man gerüstet. Schließlich seien die Einsatzmittel für Nordthüringen in Nordhausen stationiert – 600.000 Sandsäcke, Betten, Zelte und technische Ausrüstungen im Gesamtwert von 450.000 Euro.

Und so war es nach diesen Vorstellungen relativ einfach für CDU-Fraktionsvorsitzenden Egon Primas, den Spielball aufzunehmen: „Herr Etzrodt, haben wir einen Plan?“ Die Antwort war Ja, seit eben dem Jahr 1986 und seitdem würde er fortgeschrieben werden, Jahr für Jahr. Nachzulesen in der Leitstelle. Also, so argumentierte Primas, sei die „rote“ Beschlussvorlage sachlich falsch gewesen. Statt „Erstellung“ hätte es „Fortschreibung“ heißen müssen. Mit Erstellung habe die SPD suggerieren wollen, dass der Landkreis Nordhausen für ein katastrophales Großschadensereignis nicht gerüstet gewesen sei. Und das sei schlicht und ergreifend nicht nur falsch, sondern politisch eine Katastrophe, wurde indirekt unterstellt.

Und so wurde denn aus einer sachlichen Katastrophe doch noch ein politisches Feuerwehrthema. Ein politisches Großschadensereignis konnte aber verhindert werden.
Autor: nnz

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