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Mi, 09:03 Uhr
28.12.2005

nnz-Betrachtung: Ziele (2)

Nordhausen (nnz). Gestern hatte sich die nnz Gedanken über die Oberbürgermeisterwahlen in Nordhausen im kommenden Jahr gemacht. Heute nun geht es mit einigen Merkwürdigkeiten weiter – im Landkreis, denn da soll ein neuer Landrat her...


Dieser Meinung sind natürlich die Genossen der SPD und der Linkspartei.PDS. Die Allianz soll nicht nur Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) in der Rolandstadt zu einem klaren Sieg verhelfen, sie soll auch im historischen Landratsamt für eine historische Wachablösung sorgen. Dort regiert seit 1990 Joachim Claus (CDU), vor mehr als fünf Jahren zum dritten Mal – mit absoluter Mehrheit – vom mündigen Bürger des Landkreises gewählt. Doch im kommenden Jahr wird es für Claus nicht nur schwerer, sondern auch verworrener. Und das liegt an seiner CDU.

Einflussreiche Christdemokraten des Landkreises sind mit dem Führungsstil des jetzigen Verwaltungschefs nicht so ganz glücklich, um es vorsichtig auszudrücken. Einen ersten Aufstand gab es bereits im vorigen Jahr, doch da konterte der Amtsinhaber mit einem nnz-Interview. In dem gab er seinen innerparteilichen Kontrahenten klipp und klar auf den Weg, dass er auch als Einzelkandidat antreten werde. In Ermangelung einer personellen Alternative schwenkten die Unzufriedenen um und positionierten sich für den Ungeliebten.

Die Unzufriedenheit ist allerdings geblieben, sie ist noch intensiver geworden, zumal bei Wahlen und Kandidaten auch schon mal über den Tellerrand einer Legislatur nachgedacht wird. Wie zum Beispiel sollen bei der Landtagswahl 2009 die Wahlkreise (sie bleiben wohl noch gleich) personell besetzt werden? Zwei Wahlkreise im Landkreis und zwei Minister! Die sind dann wohl gesetzt. Bleibt also Egon Primas, der bislang der Dauerabgeordnete der ländlichen Wählerschaft war und damit immer sicher im Landtag saß.

Und so wird aus CDU-Kreisen kolportiert, dass auch dieser Egon Primas Ambitionen auf das Landratsamt hätte. Offiziell gibt es zwar kein Statement, doch intern das eine oder andere Raunen. Und schon werden Boten losgeschickt, um diese Entwicklung zu verkünden. Vielleicht sind das alles noch Testballons genauso wie das Gerücht, dass es zum Nominierungsparteitag der CDU im Landkreis einen Gegenkandidaten zu Joachim Claus geben könnte.

Dann jedoch wäre das Chaos innerhalb der Christdemokratie perfekt. Das wissen die Beteiligten und wollen bis zum 20. Januar 2006 Ruhe in die Reihen bringen. Doch – ein Stein, der mal ins Rollen gebracht wurde, der kann nicht so schnell aufgehalten werden. Klar ist für den politischen Beobachter aber auch, dass eine wirkliche personelle Alternative aus CDU-Sicht nicht sichtbar ist. Klar ist auch, dass Joachim Claus mitunter sehr stur sein kann – schließlich hat er im Landkreis Eichsfeld seine Heimat. Klar ist weiterhin, dass selbst (mal angenommen) ein Egon Primas dem größten Ortsverband der CDU, dem in Nordhausen überhaupt nicht vermittelbar ist.

Und was machen die anderen Parteien? Die rot-rote Einheitsfront kann sich voll und ganz auf die gemeinsame Kandidatin Birgit Keller konzentrieren. Ab und zu wird man mit einem Lächeln das Gezerre in der CDU beäugen, doch siegessicher darf auch dieses Zweckbündnis nicht sein – die Wahlen im nächsten Jahr sind Personen- und weniger Parteiwahlen.
Autor: nnz

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