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So, 09:57 Uhr
03.04.2022
Kranzniederlegung an der Stele

Nordhausen gedenkt Zerstörung vor 77 Jahren

Oberbürgermeister Kai Buchmann gedachte heute gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern Nordhausens, Vertreterinnen und Vertretern der Stadtratsfraktionen sowie Religionsgemeinschaften der Stadt vor der Stele der Zerstörung der Stadt Nordhausen vor 77 Jahren. Erstmals seit dem April 2019 konnte die Stadt wieder gemeinsam vor der Stele gedenken...

Nordhausen gedenkt der Opfer des 3. und 4. April 1945 (Foto: agl) Nordhausen gedenkt der Opfer des 3. und 4. April 1945 (Foto: agl)

Oberbürgermeister Kai Buchmann spannte in seiner Rede den Bogen von der Zerstörung Nordhausens im April 1945 bis zum Ukrainekrieg. „In die Betroffenheit um die eignen Opfer im April 1945 und der sinnlosen Zerstörung unserer Stadt mischt sich die Beklemmung und Angst, wenn wir in den Nachrichten die Aufnahmen aus Mariuopol, Charkow, Sumy, Luhansk, Tschernihiw und Kiew sehen“, so Buchmann. In Europa werden im russischen Angriffskrieg auf die Ukraine wieder zivile Einrichtungen, Kulturgüter zerstört und der gegenseitige Hass unter Nachbarvölkern geschürt. Es sind Mütter und Kinder auf der Flucht quer durch unseren Kontinent und Söhne, Männer sowie Väter ziehen gegeneinander in den Krieg.

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„Die Aufnahmen des zerstörten Nordhausens, die Berichte der Nordhäuser Zeitzeugen und die täglichen Bilder aus den weltweiten Kriegsgebieten machen eines deutlich: Im Krieg kann man wenig gewinnen aber alles verlieren!“ Die Rede kann unter www.nordhausen.de abgerufen werden.

Vor 77 Jahren war Nordhausen Ziel von zwei schweren Luftangriffen am 3. und 4. April 1945 durch die britische Royal Air Force. Das Erscheinungsbild der über tausendjährigen Stadt wurde massiv verändert. Die Luftangriffe kosteten tausenden Menschen das Leben, unter ihnen viele Häftlinge des KZ Mittelbau-Dora und Zwangsarbeiter, die in der Stadt zur Zwangsarbeit eingesetzt und nahe der "Boelcke"-Kaserne untergebracht waren. Eine Woche später wurde die Stadt von Einheiten der US-Armee besetzt. Die Luftangriffe stehen damit in Nordhausen auch für das Ende des Zweiten Weltkrieges.

Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bombardierung Nordhausens (Foto: agl)
Autor: red

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Kommentare
DDR-Facharbeiter
03.04.2022, 14:28 Uhr
War die Bombardierung der Boelcke-Kaserne im April 1945 ein Kriegsverbrechen?
Wir Kinder gingen bis zum 3. April 1945 gern im Kies-Schacht schwimmen. Dabei sah ich auch KZ-Häftlinge und  Arbeiter und  auf dem Gelände der Boelcke-Kaserne. Warum wurde auch dieses ehemalige Kasernen-Gelände  bombardiert? Vor einiger Zeit las ich im Buch "Die V2" , , von einem englischen Autor namens Murray R. Barber auf Seite 276, dass die "Bombardierung der Boelcke-Kaserne Nordhausen genauso ein Kriegsverbrechen war wie die Ermordung von KZ-Häftlingen durch SS  in einer Feldscheune bei Gardelegen".
Der Autor Barber  bezweifelte die Behauptung des Britischen Bomber Air Commands, dass "hochrangige Nazi-Funktionäre in der Boelcke-Kaserne untergebracht waren".
Damals wusste jeder Nordhäuser, dass 1944 und 1945 in den Boelcke-Kasernen keine Soldaten , sondern KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter untergebracht waren. Täglich schlurften die  "Zebras", von Soldaten mit aufgepflanztem Bajonett  bewacht, durch die Stadt. In einem Heft der  Gedenkstätte Dora ist zu lesen, dass im Februar 1945 6000 Kriegsgefangene als Rüstungs-Arbeiter Arbeiter im Mittelwerk und im Nordwerk  im Zwei-Schicht-System arbeiteten. Trotz strikten Verbots an die Alliierten Bomber- Besatzungen, Kriegsgefangenenlager zu bombardieren, befahl der Kommandierende Air Marshal Sir Arthur Harris am 2. April 1945 die Bombardierung der Boelcke-Kasernen. Laut vielen Flugblättern wollte er den Rüstungsarbeitern und ihren Behausungen  die Zerstörung britischer Städte vergelten.  Der hochgeheime (TOP SECRET) -Angriffs-Befehl kann im Buch des Nordhäusers Walter Geiger auf Seite 109 nachgelesen werden. Der Thüringer Fred Dittmann berichtete, dass bereits 1943 britische Agenten aus Nordhausen dem britischen BBC-Rundfunk über Gäste und Musiktitel einer Geburtstagsfeier in dem Boelcke-Kasino berichteten. Die Agenten wurden nie enttarnt.  Der Britische Geheimdienst und Marshal Harris wussten aus Agentenberichten , dass in den Boelcke-Barracks keine "hochrangigen Nazis" , sondern KZ-Häftlinge und alliierte Zwangsarbeiter schutzlos den britischen Bomben ausgeliefert waren.
Es ist für mich zum Heulen, dass heute wieder Menschen von Bomben zerrissen werden wie der Nordhäuser Schulkamerad, der ohne Kopf aus den Trümmern geborgen wurde..
ArreeTim
03.04.2022, 15:33 Uhr
Die Bombardierung von Nordhausen war
ein schlimmes Kriegsereignis, aber hier ,,alle Jahre wieder, von einem bewussten Kriegsverbrechen gegen Häftlinge" zu sprechen, halt ich nicht für legitim und bei aller Tragik auch für unbegründet. Schon aus den Ursachen heraus kann man die grauenvolle NS-SS Zwangsarbeit mit KZ Mittelbau-Dora und sw. auch nicht in der Weise relativieren. Ich wollte dies also erneut hier in nnz-Kommentaren nicht so stehen lassen. Und ja auch heute sehen wir, Krieg ist oft schrecklich und eine Bombardierung trifft insbesondere auch diejenigen, die nicht im Ziel standen, möglicherweise. ...
diskobolos
03.04.2022, 19:22 Uhr
Kriegsverbrechen?
Mit diesem Begriff tue ich mich schon lange schwer. Basiert er nicht auf der Vorstellung, dass es so erwas wie einen fairen oder sauberen Krieg gibt? Den gibt es m. E. nicht.
Im konkreten Beispiel NDH: Wäre es wirklich moralischer, die Bomben wären nicht auf Kriegsgefangene, sondern auf ganz normale Arbeiter und Arbeiterinnen gefallen? Auch die hätten wohl kaum die freie Wahl der Arbeitsstelle gehabt.
Auch die Vorstellung junge Männer dürfe man eher töten als junge Frauen scheint nicht mehr zeitgemäß.
grobschmied56
03.04.2022, 19:29 Uhr
Nach dem Krieg waren viele tapfer...
... und auch oberschlau. Wer den Luftkrieg 1939 bis 1945 eingehender verfolgt, kommt sehr schnell zur Erkenntnis, daß Zielen und treffen damals zwei sehr verschiedene Sachen waren. Sowohl auf allierter Seite als auch bei den sogenannten 'Achsenmächten' waren Fehlwürfe eher die Regel, als die Ausnahme. Im schlimmsten Fall in Form von 'friendly fire' auf eigene Truppen. Etliche Battalione der Invasions-Streitmacht hatten 1944 in der Normandie höhere Verluste durch eigene Bomben als durch deutsches Abwehrfeuer.
Mit schöner Regelmäßigkeit wurden von britischen und US-Bombern nicht nur die falschen Stadtviertel sondern sogar die falschen Städte bombardiert.
Gleiches passierte auch Hermann Görings 'Reichsluftwaffe'. So wurde von einer Heinkel He 111-Staffel statt Dijon in Frankreich Freiburg im Breisgau angegriffen, man hatte sich 'verfitzt'.
Navigation und Zielerkennung waren oft sehr mangelhaft. Das war auch den Stäben aller beteiligten Seiten bewußt. Obwohl man wußte, daß die eigenen Bomber oft ihr Ziel weit verfehlten, nahm man an, daß feindliche Bomber genau das getroffen hatten, was auch beabsichtigt war.
Dazu kamen die üblichen Fehlinterpretationen bei der Luftbildauswertung und Fehler in den Befehlsketten.
Auch Berichte über Agenten-Meldungen sind mit Vorsicht zu betrachten. Oft schenkte man solchen Meldungen wenig oder gar keine Beachtung, weil man sie für gefälscht oder unqualifiziert hielt.
Bleibt ein einfaches Fazit: Für die Zerstörung Nordhausens sind weder Harris noch britische Piloten verantwortlich zu machen, sondern das Nazi-Regime, welches diesen Krieg vom Zaun gebrochen hatte.
Leser X
03.04.2022, 19:38 Uhr
77 Jahre Frieden
Leider sind finstere Mächte der Meinung, dass 77 Jahre Frieden nun langsam mal genug sein müssen.

Diesmal hat man sich die Ukraine als Ausgangspunkt ausgeguckt und mit den Kriegesvorbereitungen dort Ende 2013 begonnen.

Von Beginn an wird versucht, Deutschland da rein zu ziehen. Da wird sogar der Bruder eines Boxers wie ein Staatsgast empfangen. Mit welcher Kompetenz eigentlich?

Deutschland muss wachsam sein, dass sich solche Infernos wie vor 77 Jahren nicht wiederholen. Und wir Bürgerinnen und Bürger müssen unsere Regierung zurück pfeifen, die sich gerade auf Kriegskurs befindet.
Echter-Nordhaeuser
03.04.2022, 19:57 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema
Psychoanalytiker
03.04.2022, 21:05 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema
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