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Mi, 14:38 Uhr
30.03.2022
Deutschlandwetter im März mild und erheblich zu trocken

Sonnigster März seit Aufzeichnungsbeginn

Den ersten Frühlingsmonat 2022 prägte eine außergewöhnlich lange Schönwetterperiode. Hoher Luftdruck mit verbreitet neuen Rekordwerten über dem nördlichen Mitteleuropa regenerierte sich immer wieder...

Viel Sonnenschein prägte den März, außer in Thüringen (Foto: oas) Viel Sonnenschein prägte den März, außer in Thüringen (Foto: oas)


Er ließ der West-Ost-Zugbahn der Tiefdruckgebiete kaum eine Chance, sodass uns deren Ausläufer nur kurzzeitig erreichten. Dies führte zu einer ungewöhnlich langen trockenen und sehr sonnigen Witterungsphase. Unterm Strich ergab dies einen milden, sehr niederschlagsarmen und außergewöhnlich sonnigen ersten Frühlingsmonat. „Der März 2022 war mit sehr deutlichem Abstand zum bisherigen Spitzenreiter aus dem Jahre 1953, der sonnenscheinreichste seit Aufzeichnungsbeginn 1951 und übertraf damit sogar den vieljährigen Mittelwert für den Juli“, sagt DWD Pressesprecher Andreas Friedrich. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

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Einem kühlen Monatsstart folgte frühlingshafte Wärme
Der Temperaturdurchschnitt lag im März 2022 mit 5,1 Grad Celsius (°C) um 1,6 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 betrug die Abweichung +0,5 Grad. In der ersten Dekade blieb es trotz viel Sonnenschein noch relativ kalt und die Nächte fast landesweit frostig. Reit im Winkl verzeichnete am 1. mit -11,2 °C den tiefsten Monatswert. Der März verbuchte im Mittel 18 Frosttage und war damit der frostreichste Monat im Winterhalbjahr. Nachfolgend wurde es aus Südwesten vor allem tagsüber spürbar milder, wodurch auch die Natur aus ihrem Winterschlaf erwachte. In der dritten Monatswoche erreichten die Temperaturen im Einflussbereich des stabilen Hochs „Peter“ ein frühlingshaftes Niveau. Hierbei stieg das Thermometer in Regensburg am 28. mit 23,0 °C bundesweit am höchsten. Zum Monatsende ging „Peter“ jedoch langsam die Puste aus und von Norden sickerten allmählich kältere Luftmassen ein, welche auch im Süden die frühlingshafte Wärme beendete und teilweise für Neuschnee sorgte.

Verbreitet erheblich zu trocken; regional hohe Waldbrandgefahr
Der März 2022 fiel mit aufgerundet 20 Litern pro Quadratmeter (l/m²) deutlich zu trocken aus und erreichte nur 35 Prozent des Solls der Referenzperiode 1961 bis 1990 (57 l/m²). Verglichen mit der Periode 1991 bis 2020 waren dies ebenfalls nur 35 Prozent. Damit zählte der März zu den trockensten seit Beginn kontinuierlicher Wetteraufzeichnung 1881. Schuld an den oftmals niederschlagsarmen Witterungsabschnitten waren ausgedehnte Hochdruckgebiete, die in manchen Regionen, besonders im Nordosten, die Regenmesser regelrecht einstauben ließen. Gebietsweise kam dort kein messbarer Niederschlag zustande. Hier war die Waldbrandgefahr bereits sehr hoch, es kam zu ersten kleinräumigen Bränden. Tage, an denen in Deutschland regional nennenswerter Niederschlag fiel, ließen sich an einer Hand abzählen. Dies war um die Monatsmitte sowie zum Monatsende, vor allem in einem breiten Streifen vom Westen bis in den Südosten der Fall. Hier kam es Mitte März aufgrund des Zustroms von Saharastaub und der Auswaschung durch den Regen gebietsweise zu Ablagerungen auf Gegenständen und Schneeflächen. Am meisten Niederschlag gab es im äußersten Südosten Bayerns mit teils 30 l/m². Hier wurde am 15. in Marktschellenberg mit 25,4 l/m² auch die größte Tagesmenge für den März gemessen (Stand 29.3.2022).

Sonnigster März seit Messbeginn 1951
Mit über 235 Stunden überragte die Sonnenscheindauer im März ihr Soll von 111 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um mehr als das Doppelte. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 betrug die positive Abweichung gut 85 Prozent. Aufgrund dessen war der Märzmonat 2022 der mit Abstand sonnenscheinreichste seit Messbeginn 1951 und lag damit deutlich über dem bisherigen Rekord von 195 Stunden im März 1953. Im Süden schien die Sonne mit bis zu 250 Stunden am häufigsten. In der Lüneburger Heide, dem Thüringer Wald und dem Frankenwald war sie mit rund 200 Sonnenstunden etwas seltener zu sehen.

Das Wetter in Mitteldeiutschland im März
(In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

Sachsen:
Sachsen verzeichnete im Mittel 4,1 °C (3,2 °C) und war nach Thüringen das zweitkühlste Gebiet Deutschlands. Der Niederschlag akkumulierte sich auf über 15 l/m² (47 l/m²). Aufgrund der Trockenheit kam es regional zu kleinräumigen Waldbränden: In Neunkirchen, südwestlich von Chemnitz, brannten am 12. mehrere hundert Quadratmeter Wald- und Wiesenboden. Die Sachsen durften sich über außergewöhnliche 230 Sonnenstunden (110 Stunden) freuen. Dennoch gehörte es zu den sonnenscheinärmsten Bundesländern. Der März übertrumpfte den bisherigen Spitzenreiter aus 1953 mit knapp 200 Sonnenstunden recht offensichtlich.

Sachsen-Anhalt:
Die DWD-Klimaexperten kalkulierten für Sachsen-Anhalt eine Durchschnittstemperatur von 4,6 °C (3,7°C) und eine Niederschlagsausbeute von knapp 5 l/m² (40 l/m²). Im März zählte Stiege, im Oberharz am Brocken, noch 28 Frosttage. Die Sonne schien annähernd 235 Stunden (109 Stunden). Damit löste der März 2022 den bisherigen Rekordhalter von 2011 mit aufgerundet 195 Sonnenstunden deutlich ab.

Thüringen:
Thüringen war im Ländervergleich mit 4,1 °C (2,8 °C) und knapp 220 Stunden (106 Stunden) sowohl die kühlste als auch die sonnenscheinärmste Region. Im Thüringer-Wald zeigte sich die Sonne mit rund 200 Stunden bundesweit am geringsten, übertrumpfte aber den bisherigen Spitzenreiter von 1953 mit gut 205 Sonnenstunden deutlich. Der Niederschlag summierte sich auf annähernd 15 l/m² (52 l/m²).
Autor: red

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