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Di, 18:00 Uhr
29.03.2022
Werther

Grundschüler setzen ein Zeichen für den Frieden

Seit letzter Woche sind die Fenster der Grundschule Werther nicht, wie gewohnt, jahreszeitlich dekoriert. In großen blauen und gelben Buchstaben ist zu lesen: „STOPPT DEN KRIEG“. Diese Botschaft ist den 108 Grundschülern, sowie ihren Lehrern und Erziehern, in dieser schwierigen Zeit wichtiger denn je...

Einige Wochen ist es nun her, dass wir alle mit den schrecklichen Ereignissen in der Ukraine konfrontiert wurden. Natürlich war der Krieg und seine Auswirkungen auch bei unseren Schülern in dieser Zeit ein Thema. Einige haben Bilder in der Zeitung gesehen, Nachrichten im Radio und Fernsehen verfolgt oder auch ukrainische Flüchtlinge in ihrem Zuhause aufgenommen. Wir wollten sie mit den Bildern und Worten des Kriegsgeschehens nicht allein lassen und haben deshalb im Unterricht das Gespräch miteinander gesucht.

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Zunächst haben wir uns auf der Karte angesehen, wo Deutschland und die Ukraine sich befinden, sprachen altersgerecht über den Krieg aber auch über die Bedeutung des Friedens. Wertvolle Anregungen hierzu erhielten wir auch vom Schulpsychologischen Dienst des Staatlichen Schulamtes Nordthüringen, wofür wir uns an dieser Stelle recht herzlich bedanken möchten. Bei alledem war und ist uns eines besonders wichtig: Das Benennen unserer Gefühle auf der einen Seite sowie das Annehmen der Ängste und Unsicherheiten. Auf der anderen Seite wollten wir den Kindern aber ganz bewusst auch Handlungs- und Bewältigungsstrategien an die Hand geben und mit ihnen gemeinsam ins Handeln kommen.

Stoppt den Krieg - die Grundschule Werther wurde in diesen Tagen einmal nicht der Jahreszeit sondern dem Zeitgeschehen entsprechend geschmückt (Foto: Marietta Schröter) Stoppt den Krieg - die Grundschule Werther wurde in diesen Tagen einmal nicht der Jahreszeit sondern dem Zeitgeschehen entsprechend geschmückt (Foto: Marietta Schröter)


Somit entstand im Klassenrat der Klasse 2 die Idee, mit Kreide ein großes Peace-Zeichen auf den Schulhof zu malen und damit aktiv ein Zeichen für den Frieden zu setzen. Emily, Lilly und Adele brachten nicht nur den Vorschlag ein, sondern entwarfen jeweils auch ein eigenes Layout. Mittels einer demokratischen Klassenratabstimmung wurde ein Entwurf ausgewählt und gemeinsam mit der Hortkoordinatorin Frau Schädlich und ganz viel bunter Kreide umgesetzt. Außerdem wollten alle Klassen bunte Friedenswimpel gestalten. Egal ob Friedenstaube, Peace-Zeichen, Herzen oder Regenbögen – alles ist auf den über 100 Wimpeln zu finden, welche nun unsere Fenster schmücken.
Aber was können wir noch tun? Was wird gerade wirklich benötigt? Wie können wir helfen? Auch hier waren es die Kinder verschiedener Klassen, die im Klassenrat die Idee einbrachten, Geld zu spenden.

Gemeinsam fassten wir den Entschluss, etwas von den Spendengeldern unseres ersten Sponsorenlaufes im September 2021 an die Nothilfe Ukraine der „Aktion Deutschland hilft“ zu geben. Pro Klassenstufe gingen 100 Euro auf das Spendenkonto. Und weil unsere Lehrer und Erzieher ja beim Sponsorenlauf nicht mitgelaufen sind, haben sie die Spendensumme auf insgesamt 500 Euro erhöht.

Natürlich beendet das alles nicht von heute auf morgen den Krieg in der Ukraine. Das wissen auch die Kinder. Aber es ist ein kleiner Schritt und außerdem ein großes „Wir sind für euch da“ für die geflüchteten Schüler, welche vielleicht auch bald mit uns an der Grundschule Werther lernen werden.
Stoppt den Krieg - die Grundschule Werther wurde in diesen Tagen einmal nicht der Jahreszeit sondern dem Zeitgeschehen entsprechend geschmückt (Foto: Marietta Schröter)
Stoppt den Krieg - die Grundschule Werther wurde in diesen Tagen einmal nicht der Jahreszeit sondern dem Zeitgeschehen entsprechend geschmückt (Foto: Marietta Schröter)
Stoppt den Krieg - die Grundschule Werther wurde in diesen Tagen einmal nicht der Jahreszeit sondern dem Zeitgeschehen entsprechend geschmückt (Foto: Marietta Schröter)
Stoppt den Krieg - die Grundschule Werther wurde in diesen Tagen einmal nicht der Jahreszeit sondern dem Zeitgeschehen entsprechend geschmückt (Foto: Marietta Schröter)
Stoppt den Krieg - die Grundschule Werther wurde in diesen Tagen einmal nicht der Jahreszeit sondern dem Zeitgeschehen entsprechend geschmückt (Foto: Marietta Schröter)
Stoppt den Krieg - die Grundschule Werther wurde in diesen Tagen einmal nicht der Jahreszeit sondern dem Zeitgeschehen entsprechend geschmückt (Foto: Marietta Schröter)
Autor: red

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Kommentare
henry12
29.03.2022, 23:19 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Bezug zum Artikel?
grobschmied56
29.03.2022, 23:37 Uhr
Deja` vu der besonderen Art...
... überkommt mich, wenn ich lese, daß man Kindern ein besonderes 'Geschichtsbild' beibringen will und sie für den 'Kampf für den Frieden' einspannt.
Dann sehe ich mich zurückversetzt in einen altmodischen Klassenraum einer DDR-Grundschule, in der uns alle Jahre wieder (im September) die Geschichte von den bösen Menschen erzählt wurde, die arme unschuldige und friedliche Leute mit ATOMBOMBEN bewarfen.
Das war eines der Standard-Programme der DDR - Grundschule.
Im August 1945 haben die bösen, schlimmen Amis die friedlichen armen Bewohner von Hiroshima und Nagasaki in Japan mit Atombomben beworfen und umgebracht!
So simpel war die Botschaft, von schlichten Grundschul-Lehrern an acht oder neunjährige Schüler gerichtet. Die konnten damit natürlich nicht viel anfangen, außer abzuspeichern, daß AMIS natürlich ganz fürchterliche und böse UNMENSCHEN sein müssen.
Mehr war ja auch gar nicht erforderlich.
>Sie haben Ihr Ziel erreicht< hätte das Navi verkündet.
Kein Wort darüber, daß es gar nicht die Amerikaner waren, die den Krieg begannen.
Kein Wort über japanische Kriegsverbrechen, besonders gegen die leidgeprüfte chinesische Zivilbevölkerung.
Kein Wort über japanische Kriegsverbrechen gegen alliierte Kriegsgefangene.
Kein Wort auch über das klare Ultimatum, welches die Vereinigten Staaten dem Bombenabwurf vorausschickten.
Es genügte, den Kindern zu erzählen, daß böse Amerikaner Atombomben abgeworfen haben.
Schon mit 16 Jahren hatte ich mir ein Geschichtsbild erarbeitet, welches mich über derart kindische Sachen nur noch lächeln lies. Da hatte ich mit den Grundschul-Tanten aber nichts mehr zu tun.
Junge Menschen zu Gewaltfreiheit und Friedfertigkeit zu erziehen, ist natürlich ein sehr ehrenwertes Anliegen, nur hüte man sich davor, allzu viel linke Ideologie hineinzubringen!
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