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Mi, 11:11 Uhr
16.03.2022
Bauarbeiter: Lohn-Check, notfalls Firmenwechsel

„Viele verdienen zu wenig“

Die rund 1.600 Bau-Beschäftigten im Landkreis Nordhausen können sich über fehlende Arbeit nicht beschweren. Doch viele von ihnen verdienen deutlich weniger, als ihnen zusteht. Darauf weist die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hin – und ruft die Bauarbeiter dazu auf, im Zweifelsfall die Firma zu wechseln...

Facharbeiter auf dem Bau werden oft schlecht bezahlt (Foto: IG BAU) Facharbeiter auf dem Bau werden oft schlecht bezahlt (Foto: IG BAU)

„Der Bau boomt – auch in der Pandemie. Die Betriebe suchen händeringend Fachleute. Es kann nicht sein, dass in dieser Situation viele Beschäftigte um einen angemessenen Lohn gebracht werden“, sagt Matthias Lötzsch, Bezirksvorsitzender der IG BAU Nordthüringen.

Wer mit einer dreijährigen Ausbildung als Spezialbaufacharbeiter arbeite, müsse aktuell auf einen Stundenlohn von 20,63 Euro kommen. Carsten Burckhardt vom Bundesvorstand der IG BAU, der die Tarifverhandlungen für die Gewerkschaft geführt hat, ruft jetzt zum Lohn-Check auf: „Jeder, der weniger verdient, sollte seinem Chef Bescheid sagen und sich nicht länger unter Wert verkaufen. Im Klartext heißt das dann auch: den Betrieb wechseln.“

Nach Informationen der Gewerkschaft liegt der Durchschnittsverdienst von Bauarbeitern in Thüringen aktuell bei 16,26 Euro pro Stunde – 4,37 Euro weniger als der Tariflohn. „Rein rechnerisch gehen einem gelernten Straßenbauer oder Zimmerer damit pro Jahr rund 9.100 Euro durch die Lappen“, betont Lötzsch. Die IG BAU Nordthüringen weist darauf hin, dass jeder Anspruch auf die tarifliche Bezahlung hat, der in der Gewerkschaft ist und dessen Betrieb dem Arbeitgeberverband im Bauhandwerk oder in der Bauindustrie angehört
Autor: red

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Kommentare
Mister X
16.03.2022, 11:49 Uhr
Populismus pur
Genau das ist es, purer Populismus. Die Hauptamtlichen Angestellten der Gewerkschaften leben gut von den Beitragszahlungen der Mitglieder. Noch schlimmer ist es mit den DGB, die leben von den Beiträgen der Einzelgewerkschaften und tun was für ihr Geld? Sie klopfen Populistische Sprüche und feiern Erfolge die keine sind. Ich sage nur auf solche Gewerkschaften kann man getrost verzichten, dass Beitragsgeld ist wo anders viel besser angelegt. (Sprit, Strom, Heizung und Lebensmittel)
Alex Gösel
16.03.2022, 14:14 Uhr
Den Betrieb wechseln
Alles schön und gut, aber dafür muss man den neuen Arbeitsplatz erstmal in "Sack und Tüten" haben, oder? Das sind immer so "tolle" Tipps von den Gewerkschaften! Oder helft ihr euren Mitglieder, einen angemessenen Arbeitsplatz und fairen Arbeitgeber zu finden? Desweiteren hat die Evelin schon recht, im Moment ist es doch so, dass die Gewerkschaften Erfolge ausgeben, die absolut keine sind. Ich erinnere hier nur an den Streik der Nordhäuser Großbäckerei, oder irre ich mich hier?

Außerdem, werte Gewerkschaften und DGB: Es gibt derzeit wirklich wichtigeres zu tun, als "mehr Geld" zu verlangen, oder? Was nützt das Geld, wenn man es nicht ausgeben kann, weil es nichts mehr "zum Fressen" gibt???

„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann.“ (Weissagung den Cree zugeschrieben)
Leser X
16.03.2022, 15:20 Uhr
Auch wenn's wehtut...
... aber die Gewerkschafter können auch nicht zaubern. Sie brauchen vor allem einen hohen Organisierungsgrad der Beschäftigten. Und letztere sollten auch ihre teilweise Feigheit ablegen und mal Mumm zeigen gegen Lohndumping.

Mir fällt es mittlerweile schwer, noch Mitleid für die zu empfinden, die Schiss vor'm Boss haben. Andere Länder zeigen doch, dass es sich lohnt, was für sich selbst zu tun. Und die haben weniger Arbeitszeit, höhere Einkommen und später auch höhere Renten.

Dafür braucht es eine Wiederstandskultur und kein die-Stadt-hoch-und-runter-latschen.

Also: an welcher Stelle ist nun der pure Populismus?
Alex Gösel
16.03.2022, 17:39 Uhr
Werter Leser X,
Sie haben Recht, die Gewerkschaften und Gewerkschafter können nicht zaubern, aber dann sollen sie auch nicht so tun, als ob sie Bäume ausreißen oder gar zaubern könnten, oder? (siehe Beispielsweise nochmals die ortsansässige Großbäckerei)

Apropos in anderen Ländern arbeiten: Sie wissen aber schon, dass man sich auch in vielen EU-Ländern privat Versichern muss? Man mag zwar als "einfacher, dummer" Bauarbeiter dann einen Nettolohn um die 4000 Euro haben, aber effektiv hat man nach allen sonstigen, privaten Abgaben auch nur noch maximal 2000 Euro für Essen, Miete, Strom und weitere Lebenshaltungskosten. Man darf auch nicht vergessen, dass die Mieten und die Nahrungsmittel in Deutschland, trotz der derzeitigen Inflation, immer noch recht günstig sind. Vergleichen Sie doch einmal die Preise in den Niederlanden, Frankreich, Luxemburg oder anderen westlichen EU-Ländern.

Und für was die Stadt-hoch-und-runter-Latscher noch auf die Straße gehen, wissen wohl nur selbige, allerdings habe ich gehört, dass dort auch der eine oder andere höhere Gewerkschafter dabei sein soll oder zumindest Sympathieen für diesen Personenkreis hegen soll...

Was davon nun der "pure Populismus" ist möge jetzt jeder für sich selbst entscheiden...
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