Sa, 09:56 Uhr
10.11.2001
Industrie spürt Konjunkturflaute
Nordhausen (nnz/ihk). Laut aktuellen Umfrageergebnissen hat der Optimismus unter den Industrieunternehmen im Kammerbezirk nochmals nachgelassen. Zum wiederholten Mal werden die Geschäftsaussichten weniger günstig als in der vorangegangenen Umfrage beurteilt. Der Klimaindex erreicht einen Wert von 133 Prozentpunkten und verringert sich zur letzten Umfrage um 2 Punkte, zum Vorjahr sogar um 20 Prozentpunkte. Teil 3: Industrie
Nur noch jedes vierte Industrieunternehmen gibt ein positives Lageurteil ab, in der Frühjahrsumfrage war es noch jedes Dritte. Die Umsätze in der Industrie konnten zum Vorjahr nur noch um 3,1 Prozent erhöht werden. Im vergangenen Jahr lag die Steigerungsrate noch bei 14,6 Prozent. Großen Einfluss auf diese Tendenz hatten die Computerindustrie im Raum Sömmerda, die Automobilindustrie am Standort Eisenach und die Lebensmittel/Tabakindustrie in Nordhausen. Negative Auswirkungen auf die Kapazitätsauslastung sind bei der Mehrzahl der Industriebetriebe noch nicht eingetreten. Ein Drittel der Unternehmer berichtet von über 90-prozentiger Auslastung der Anlagen. Erfreulich: Nur 15 Prozent der Firmenchefs schreiben "rote Zahlen". Dennoch hat sich auch bei den mit Gewinn arbeitenden Betrieben (43 Prozent) die Lage merklich verschlechtert. Kostenerhöhungen bei Energie und Transport können durch steigende Preise nur teilweise kompensiert werden.
Bei jedem dritten Industrieunternehmen sind die Auftragseingänge rückläufig. Impulse kommen lediglich aus dem Auslandsgeschäft. Im Kammerbezirk macht der Auslandsumsatz inzwischen ein Viertel vom Gesamtumsatz aus. Fortschritte in der Marktfähigkeit und Akzeptanz des Warenangebotes werden als Gründe dieser Entwicklung am meisten genannt. Elektrotechnische Erzeugnisse sowie feinmechanische und optische Produkte aus Thüringen haben mittlerweile wieder einen international guten Ruf. Die Geschäftsaussichten werden durchweg von allen Industriebranchen weniger optimistisch als in der Frühjahrsumfrage und vor Jahresfrist gesehen. Die allgemeine Eintrübung lässt eine weitere Verlangsamung des industriellen Wachstums erwarten. So rechnen nur 21 Prozent der Industrieunternehmen mit besseren Geschäften; 18 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus. Im Vorleistungsgütergewerbe sinken die Hoffnungen infolge der anhaltend kräftigen Schrumpfung der Bautätigkeit erneut.
Die Exporterwartungen deuten auf weitere Zuwächse hin. 18 Prozent der Industriebetriebe werden ihre Exporttätigkeit verstärken, jeder zweite erwartet gleichbleibende Geschäfte. Die Schwerpunkte der Ausfuhrtätigkeit liegen im europäischen Ausland. Mit den Vereinigten Staaten wickelt Thüringen 8,5 Prozent seines Warenaustausches ab. Nach statistischen Angaben haben die Industriebeschäftigten im ersten Halbjahr um 3.260 Personen zugenommen. Jedoch halten sich die Unternehmen mit ihren Beschäftigungsplanungen auch wegen der Überregulierung am Arbeitsmarkt eher zurück. In den nächsten Monaten wird laut Umfrageergebnis bei jedem vierten Unternehmen die Beschäftigtenzahl schrumpfen.
Das Investitionsklima hat sich vor dem Hintergrund der schlechten wirtschaftspolitischen Stimmung wiederum eingetrübt. Insgesamt gewinnen Rationalisierungsinvestitionen an Bedeutung. Die rückläufige Konjunktur verstärkt den Wettbewerbsdruck auf den meisten Märkten erheblich. Zudem zwingt in vielen Bereichen der Fachkräftemangel zu investiven Rationalisierungsmaßnahmen.
Autor: nnzNur noch jedes vierte Industrieunternehmen gibt ein positives Lageurteil ab, in der Frühjahrsumfrage war es noch jedes Dritte. Die Umsätze in der Industrie konnten zum Vorjahr nur noch um 3,1 Prozent erhöht werden. Im vergangenen Jahr lag die Steigerungsrate noch bei 14,6 Prozent. Großen Einfluss auf diese Tendenz hatten die Computerindustrie im Raum Sömmerda, die Automobilindustrie am Standort Eisenach und die Lebensmittel/Tabakindustrie in Nordhausen. Negative Auswirkungen auf die Kapazitätsauslastung sind bei der Mehrzahl der Industriebetriebe noch nicht eingetreten. Ein Drittel der Unternehmer berichtet von über 90-prozentiger Auslastung der Anlagen. Erfreulich: Nur 15 Prozent der Firmenchefs schreiben "rote Zahlen". Dennoch hat sich auch bei den mit Gewinn arbeitenden Betrieben (43 Prozent) die Lage merklich verschlechtert. Kostenerhöhungen bei Energie und Transport können durch steigende Preise nur teilweise kompensiert werden.
Bei jedem dritten Industrieunternehmen sind die Auftragseingänge rückläufig. Impulse kommen lediglich aus dem Auslandsgeschäft. Im Kammerbezirk macht der Auslandsumsatz inzwischen ein Viertel vom Gesamtumsatz aus. Fortschritte in der Marktfähigkeit und Akzeptanz des Warenangebotes werden als Gründe dieser Entwicklung am meisten genannt. Elektrotechnische Erzeugnisse sowie feinmechanische und optische Produkte aus Thüringen haben mittlerweile wieder einen international guten Ruf. Die Geschäftsaussichten werden durchweg von allen Industriebranchen weniger optimistisch als in der Frühjahrsumfrage und vor Jahresfrist gesehen. Die allgemeine Eintrübung lässt eine weitere Verlangsamung des industriellen Wachstums erwarten. So rechnen nur 21 Prozent der Industrieunternehmen mit besseren Geschäften; 18 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus. Im Vorleistungsgütergewerbe sinken die Hoffnungen infolge der anhaltend kräftigen Schrumpfung der Bautätigkeit erneut.
Die Exporterwartungen deuten auf weitere Zuwächse hin. 18 Prozent der Industriebetriebe werden ihre Exporttätigkeit verstärken, jeder zweite erwartet gleichbleibende Geschäfte. Die Schwerpunkte der Ausfuhrtätigkeit liegen im europäischen Ausland. Mit den Vereinigten Staaten wickelt Thüringen 8,5 Prozent seines Warenaustausches ab. Nach statistischen Angaben haben die Industriebeschäftigten im ersten Halbjahr um 3.260 Personen zugenommen. Jedoch halten sich die Unternehmen mit ihren Beschäftigungsplanungen auch wegen der Überregulierung am Arbeitsmarkt eher zurück. In den nächsten Monaten wird laut Umfrageergebnis bei jedem vierten Unternehmen die Beschäftigtenzahl schrumpfen.
Das Investitionsklima hat sich vor dem Hintergrund der schlechten wirtschaftspolitischen Stimmung wiederum eingetrübt. Insgesamt gewinnen Rationalisierungsinvestitionen an Bedeutung. Die rückläufige Konjunktur verstärkt den Wettbewerbsdruck auf den meisten Märkten erheblich. Zudem zwingt in vielen Bereichen der Fachkräftemangel zu investiven Rationalisierungsmaßnahmen.


