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Di, 17:21 Uhr
09.11.2021
Pogrom-Gedenken vor der alten Synagoge

Einer dunklen Nacht gedacht

Der 9. November ist ein Tag des Erinnerns und in Nordhausen gedachte man auch heute der Zerstörung der Synagoge und der Reichspogromnacht von 1938. Die Rede von Bürgermeisterin Krauth veröffentlichen wir wie üblich im Rahmen unserer Dokumentationsreihe...

Gedenken an die Reichspogromnacht von 1938 (Foto: S. Müller) Gedenken an die Reichspogromnacht von 1938 (Foto: S. Müller)


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Das Erinnerungsgedenken wurde durch Schülerinnen und Schüler des Herder-Gymnasiums Nordhausen mitgestaltet. Unter Leitung ihres Lehrers Herrn David Lux berichteten sie über die Reichspogromnacht in Nordhausen und trugen ausgewählte Biografien und Rezitationen vor.

Im Namen der Stadt erinnerte Bürgermeisterin Jutta Krauth mit folgenden Worten an die Pogrome:

Meine sehr geehrten Damen und Herren

ich begrüße die Vertreterinnen und Vertreter der jüdischen Gemeinde Nordhausens, die Vertreterinnen und Vertreter der Nordhäuser Religionsgemeinschaften,
und alle Nordhäuserinnen und Nordhäuser,

ich darf Sie im Namen der Stadt Nordhausen zur Gedenkveranstaltung anlässlich des 83. Jahrestags der Pogromnacht vom 9. November 1938, hier am Standort der ehemaligen Nordhäuser Synagoge begrüßen.

Ganz besonders freue ich mich, dass unser Erinnerungsgedenken durch Schülerinnen und Schüler des Herder-Gymnasiums mitgestaltet wird.
Denn wir Nachgeborenen tragen die Verantwortung für all das, was hier in Nordhausen, Thüringen, Deutschland, Europa im Namen einer kranken und wahnhaften Ideologie - vor 1938 und danach - passiert ist, weil dies die Konsequenz unser Geschichte ist.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, warum kann uns dies nicht erlassen werden? Ich antworte mit einer Gegenfrage: Haben die Menschen, die in Nordhausen und im ganzen Land Schlimmstes erlebten - haben sie es verdient, dass wir heute keine Verantwortung übernehmen?

Die Schülerinnen und Schüler berichteten uns über die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938. Aber bereits vor diesem Ereignis gab es Hass, Hetze und Gewalt gegen die Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens in Deutschland. Die Gräuel des 9. November 1938 - wie auch die unmenschlichen Taten die folgten - wurden von Menschen an Menschen verübt und begangen mit Worten - Hass und Hetze.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, in den letzten Tagen habe ich oft darüber nachgedacht, was mit Worten tatsächlich angerichtet werden kann.
Und es hat mich betrübt, dass für eine schlimme Tat sinnbildlich einer ganzen Gruppe, Religion, Herkunft, die Schuld gegeben wurde.

Aber ich weiß auch, dass der 9. November 2021 nicht der 9. November 1938 ist! Zeigen wir als Stadt und Gesellschaft, dass wir weder Hass, Rassismus noch Antisemitismus in unserer Mitte dulden! Setzen wir mit Worten und Taten Zeichen gegen die Diskriminierung und Verfolgung von Minderheiten und Religionen.

Vielen Dank.
Gedenken an die Reichspogromnacht von 1938 (Foto: S. Müller)
Gedenken an die Reichspogromnacht von 1938 (Foto: S. Müller)
Gedenken an die Reichspogromnacht von 1938 (Foto: S. Müller)
Gedenken an die Reichspogromnacht von 1938 (Foto: S. Müller)
Gedenken an die Reichspogromnacht von 1938 (Foto: S. Müller)
Gedenken an die Reichspogromnacht von 1938 (Foto: S. Müller)
Autor: red

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Kommentare
ChristianNDH
09.11.2021, 17:55 Uhr
Einseitig
Schade das es kein offizielles Statement seitens der Stadt zur friedlichen Revolution am 09.11.1989 gab (Ich habe jedenfalls keins wargenommen). Hier zeigten die Bürger der Stadt nämlich ein anderes deutsches Gesicht.
Immerhin wurde so der Grundstein für mehr als 30 gute Jahre für Nordhausen und ganz Deutschland gelegt.
Was hat Nordhausen für eine tolle Entwicklung genommen.

Als ich heute von der Arbeit nach Hause ging mußte ich so an die Zeit denken (Ich war damals 16 Jahre alt). Alles war dunkel, überall Staub und Kohlendreck. Demonstrieren erforderte damals für mich echten Mut.

Ja es stimmt. Wir Deutsche sollten auch an den 09.11.1938 denken, wir sollten uns aber auch der eigenen guten Taten in der Zeit vom Herbst 1989 erinnern, denn da haben wir gehandelt und den Grundstein für unsere Freiheit gelegt.

Ein paar Worte von Frau Krauth wären da nicht schlecht gewesen.
Paulinchen
09.11.2021, 18:07 Uhr
Das hat diese Stadt nun..
... davon, wenn sie von Personen regiert wird, welche nicht hier geboren sind. Nur wer hier mit der Geschichte unserer Stadt verwurzelt ist, weiß was diese "alte" Stadt geleistet hat und heute leisten kann. Aber wenn Bremsklötze am Werk sind, geht es eher bergab...... Eigentlich schade für die Stadt Nordhausen, welche mal wirtschaftlich nicht schlecht war. Es geht nur noch um das eigene Konto......
Piet
09.11.2021, 19:11 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – gehört nicht zum Thema des Beitrages
geloescht.20240214
09.11.2021, 19:18 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema des Beitrages
Echter-Nordhaeuser
09.11.2021, 20:16 Uhr
"Nachgeborene tragen Verantwortung!?"
Denn wir Nachgeborenen tragen die Verantwortung für all das, was hier in Nordhausen, Thüringen, Deutschland, Europa im Namen einer kranken und wahnhaften Ideologie - vor 1938 und danach - passiert ist.
Nein wieso soll ich geb. in den 70 Jahren und meine Kinder Verantwortung übernehmen für Sachen die wir nicht begangen haben. Die Leute und davon nicht wenig die es betrifft hat man größtenteils laufen lassen, meine Kinder und ich sind auf jeden Fall keinen in Europa und der Welt was schuldig.

Anmerkung techn. Support:
Es geht nicht um ihre persönliche Verantwortung für das Geschehene.
Es geht um die Verantwortung, aus den Fehlern von Damals zu lernen!
henry12
09.11.2021, 21:57 Uhr
Gedenkfolklore am 9. November
Immer die gleiche Leier.
Der 9.November 1918 spielt überhaupt keine Rolle, der 9.November 1989 auch nicht.
Aber der Termin war eh nur der Beginn eines riesen Irrtums.
Herr Taft
09.11.2021, 22:05 Uhr
der beste Kommentar zum Artikel...
...kam wie so oft - vom technischen Support.

Natürlich tragen wir Nachgeborenen keine Verantwortung für die Gräueltaten unserer oder auch anderer Väter und Großväter. Das sagt ja auch niemand. Aber gerade in einer Zeit in der Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus wieder drohen aufzublühen...gerade in so einer Zeit ist es wichtig, sich an die Folgen solcher Tendenzen zu erinnern - und sie nicht zu vergessen.

Mit Grauen denke ich an Statements, wonach an der Grenze auf Frauen und Kinder geschossen werden sollte - nur weil sie Fremde sind, oder auch Äußerungen über Andersgläubige.... wir leben im 21sten Jahrhundert und sollten endlich mal aus dem KleinKlein der Vergangenheit entwachsen sein.
Rene Strube
10.11.2021, 05:21 Uhr
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