Di, 10:16 Uhr
02.11.2021
Auswertung eines Verbraucherinformationsdienstes:
Kraftstoffpreise erreichen im Oktober Rekordhöhen
Beim Stopp an der Tankstelle gruselte es viele Autofahrer und Autofahrerinnen im Oktober auch ohne Halloween. Denn die Anzeigen an den Preistafeln kletterten in neue Höhen. Nach Angaben des Verbraucherinformationsdienstes Clever Tanken kostete der Liter Super E10 im Monatsschnitt rund 1,6551 Euro...
Marginal teurer war der Kraftstoff seit Start der Auswertungen von Clever Tanken im Juni 2012 bis dato nur im September des gleichen Jahres mit rund 1,6601 Euro gewesen. Der Liter Diesel kostete im Oktober rund 1,5367 Euro. Damit haben die Preise für Diesel einen neuen Rekord erreicht, der nach Auswertungen von Clever Tanken zuletzt im September 2012 markiert worden war. Damals hatte der Liter Diesel im Monatsschnitt 1,5120 Euro gekostet.
Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer von Clever Tanken: Der Vergleich mit dem Vormonat zeigt, dass sich viele Autofahrer an den Zapfsäulen beim Blick auf die angezeigten Preise aus gutem Grund ungläubig die Augen gerieben haben. Denn Super E10 kostete im Oktober 8 Cent, Diesel satte 12 Cent mehr als noch im September. Gegenüber Januar, dem bisher preisgünstigsten Jahresmonat, haben sich die Preise sowohl für Super E10 als auch für Diesel um rund 31 Cent erhöht. Gegenüber dem Vorjahresmonat sind die Preise sogar um 43 Cent beziehungsweise 49 Cent gestiegen. Und ein Ende dieser Aufwärtsspirale ist nicht in Sicht.
Vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 kosteten im Oktober im Schnitt 397,22 Euro. Das waren rund 19,66 Euro mehr als im September und 73,87 Euro mehr als im Januar dieses Jahres sowie 102,65 Euro mehr als im Vorjahresmonat. Dieselbe Menge Diesel kostete im Oktober im Bundesschnitt rund 368,81 Euro – und damit etwa 29,98 Euro mehr als im September und 73,97 Euro mehr als im Januar dieses Jahres sowie rund 118,61 Euro mehr als im Oktober 2020.
Der Preisunterschied zwischen Super E10 und Diesel lag im Oktober bei 0,1184 Euro pro Liter. Damit hat sich die Benzin-Diesel-Schere gegenüber September (0,1614 Euro) um rund 4 Cent zusammengezogen.
Der günstigste Tanktag im vergangenen Monat war für beide Kraftstoffsorten Freitag, der 1. Oktober. 1,5990 Euro kostete an diesem Tag der Liter Super E10 und 1,4610 Euro der Liter Diesel im bundesweiten Schnitt. Am teuersten hingegen waren Super E10 und Diesel am Mittwoch, den 27. Oktober, mit durchschnittlich 1,6840 Euro beziehungsweise 1,5720 Euro pro Liter.
Ausblick
Hauptursache für die anziehenden Preise an den Zapfsäulen sind die gestiegenen Rohölpreise. Für deren Rallye wiederum sind zum einen die stark kletternden Preise für Gas und Kohle verantwortlich, die die Nachfrage nach Alternativen wie Erdöl ankurbeln. Zum anderen wird der Ölpreis durch die seit Monaten konjunkturell bedingte weltweit hohe Nachfrage nach Erdöl getrieben. Aber auch überraschend fallende Benzin-Lagervorräte in den USA haben die Rohölpreise im Oktober verteuert.
Die hohen Rohölpreise in Kombination mit der seit Jahresbeginn 2021 geltenden CO2-Abgabe haben die Kraftstoffpreise im Oktober in neue Höhen katapultiert, erläutert Steffen Bock. Nach den Worten des Experten dürfte sich daran im November wenig ändern. Mit weiter fallenden Temperaturen wird die Nachfrage nach Heizöl zunehmen. Das wird die Preise an den Börsen zusätzlich treiben, insofern nicht andere Maßnahmen greifen. Denn entgegenwirken könnte dem, dass die Opec+ ihre Fördermengen weiter ausweitet. Allerdings gehen Beobachter davon aus, dass der Ölverbund seinen aktuell zögerlichen Kurs weiterführen wird. Darüber hinaus könnte der Ölpreis unter Druck geraten, insofern Russland, wie Ende Oktober angekündigt, bald mehr Erdgas nach Europa liefert, was die Nachfrage nach Rohöl drücken könnte. Ein weiterer Punkt, der für fallende Ölpreise sprechen könnte, ist die Hoffnung auf Verhandlungen über das iranische Atomprogramm. Sollten diese erfolgreich verlaufen, könnten US-Sanktionen fallen, die auch den iranischen Ölexport betreffen. Damit könnte das Ölangebot erhöht werden.
Preisvergleich lohnt sich in jedem Fall
Autofahrern rät der Experte in jedem Fall, die Kraftstoffpreise im November regelmäßig entlang der geplanten Fahrtroute zu vergleichen. Über Apps, das Navigationsgerät oder das Internet lassen sich die günstigsten Tankstellen der Umgebung ermitteln. Darüber hinaus sollten Autofahrer teure Autobahntankstellen meiden, wenn das ohne Umwege zu fahren, möglich ist. Mit diesem Verhalten sparen sie bei steigenden wie auch bei fallenden Preisen.
Beachten sollten Autofahrer dabei, dass es seit Ende März mancherorts bis zu sechs Preisspitzen am Tag gibt – insbesondere an den Markentankstellen. Steffen Bock: Teilweise kommt es an ein und derselben Tankstelle zu Unterschieden von bis zu 15 Cent pro Tag. Beim Vergleich aller Tankstellen einer Stadt sind innerhalb von 24 Stunden auch schon mal bis zu 22 Cent drin. Günstige Tankzeiten bieten sich oft im Zeitraum zwischen 8 und 10 Uhr, 12 und 13 Uhr sowie 20 und 22 Uhr.
Autor: redMarginal teurer war der Kraftstoff seit Start der Auswertungen von Clever Tanken im Juni 2012 bis dato nur im September des gleichen Jahres mit rund 1,6601 Euro gewesen. Der Liter Diesel kostete im Oktober rund 1,5367 Euro. Damit haben die Preise für Diesel einen neuen Rekord erreicht, der nach Auswertungen von Clever Tanken zuletzt im September 2012 markiert worden war. Damals hatte der Liter Diesel im Monatsschnitt 1,5120 Euro gekostet.
Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer von Clever Tanken: Der Vergleich mit dem Vormonat zeigt, dass sich viele Autofahrer an den Zapfsäulen beim Blick auf die angezeigten Preise aus gutem Grund ungläubig die Augen gerieben haben. Denn Super E10 kostete im Oktober 8 Cent, Diesel satte 12 Cent mehr als noch im September. Gegenüber Januar, dem bisher preisgünstigsten Jahresmonat, haben sich die Preise sowohl für Super E10 als auch für Diesel um rund 31 Cent erhöht. Gegenüber dem Vorjahresmonat sind die Preise sogar um 43 Cent beziehungsweise 49 Cent gestiegen. Und ein Ende dieser Aufwärtsspirale ist nicht in Sicht.
Vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 kosteten im Oktober im Schnitt 397,22 Euro. Das waren rund 19,66 Euro mehr als im September und 73,87 Euro mehr als im Januar dieses Jahres sowie 102,65 Euro mehr als im Vorjahresmonat. Dieselbe Menge Diesel kostete im Oktober im Bundesschnitt rund 368,81 Euro – und damit etwa 29,98 Euro mehr als im September und 73,97 Euro mehr als im Januar dieses Jahres sowie rund 118,61 Euro mehr als im Oktober 2020.
Der Preisunterschied zwischen Super E10 und Diesel lag im Oktober bei 0,1184 Euro pro Liter. Damit hat sich die Benzin-Diesel-Schere gegenüber September (0,1614 Euro) um rund 4 Cent zusammengezogen.
Der günstigste Tanktag im vergangenen Monat war für beide Kraftstoffsorten Freitag, der 1. Oktober. 1,5990 Euro kostete an diesem Tag der Liter Super E10 und 1,4610 Euro der Liter Diesel im bundesweiten Schnitt. Am teuersten hingegen waren Super E10 und Diesel am Mittwoch, den 27. Oktober, mit durchschnittlich 1,6840 Euro beziehungsweise 1,5720 Euro pro Liter.
Ausblick
Hauptursache für die anziehenden Preise an den Zapfsäulen sind die gestiegenen Rohölpreise. Für deren Rallye wiederum sind zum einen die stark kletternden Preise für Gas und Kohle verantwortlich, die die Nachfrage nach Alternativen wie Erdöl ankurbeln. Zum anderen wird der Ölpreis durch die seit Monaten konjunkturell bedingte weltweit hohe Nachfrage nach Erdöl getrieben. Aber auch überraschend fallende Benzin-Lagervorräte in den USA haben die Rohölpreise im Oktober verteuert.
Die hohen Rohölpreise in Kombination mit der seit Jahresbeginn 2021 geltenden CO2-Abgabe haben die Kraftstoffpreise im Oktober in neue Höhen katapultiert, erläutert Steffen Bock. Nach den Worten des Experten dürfte sich daran im November wenig ändern. Mit weiter fallenden Temperaturen wird die Nachfrage nach Heizöl zunehmen. Das wird die Preise an den Börsen zusätzlich treiben, insofern nicht andere Maßnahmen greifen. Denn entgegenwirken könnte dem, dass die Opec+ ihre Fördermengen weiter ausweitet. Allerdings gehen Beobachter davon aus, dass der Ölverbund seinen aktuell zögerlichen Kurs weiterführen wird. Darüber hinaus könnte der Ölpreis unter Druck geraten, insofern Russland, wie Ende Oktober angekündigt, bald mehr Erdgas nach Europa liefert, was die Nachfrage nach Rohöl drücken könnte. Ein weiterer Punkt, der für fallende Ölpreise sprechen könnte, ist die Hoffnung auf Verhandlungen über das iranische Atomprogramm. Sollten diese erfolgreich verlaufen, könnten US-Sanktionen fallen, die auch den iranischen Ölexport betreffen. Damit könnte das Ölangebot erhöht werden.
Preisvergleich lohnt sich in jedem Fall
Autofahrern rät der Experte in jedem Fall, die Kraftstoffpreise im November regelmäßig entlang der geplanten Fahrtroute zu vergleichen. Über Apps, das Navigationsgerät oder das Internet lassen sich die günstigsten Tankstellen der Umgebung ermitteln. Darüber hinaus sollten Autofahrer teure Autobahntankstellen meiden, wenn das ohne Umwege zu fahren, möglich ist. Mit diesem Verhalten sparen sie bei steigenden wie auch bei fallenden Preisen.
Beachten sollten Autofahrer dabei, dass es seit Ende März mancherorts bis zu sechs Preisspitzen am Tag gibt – insbesondere an den Markentankstellen. Steffen Bock: Teilweise kommt es an ein und derselben Tankstelle zu Unterschieden von bis zu 15 Cent pro Tag. Beim Vergleich aller Tankstellen einer Stadt sind innerhalb von 24 Stunden auch schon mal bis zu 22 Cent drin. Günstige Tankzeiten bieten sich oft im Zeitraum zwischen 8 und 10 Uhr, 12 und 13 Uhr sowie 20 und 22 Uhr.


