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Do, 10:10 Uhr
28.10.2021
Arbeitslosenquote knapp über 5 Prozent

Zahl der Arbeitslosen in Nordthüringen sinkt weiter

Vom Arbeitsmarkt gibt es aktuell gute Nachrichten. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Oktober weiter zurückgegangen. Karsten Froböse, Chef der Nordhäuser Arbeitsagentur zieht während eines Pressegespräches im Autohaus Barbarossa in Artern Bilanz...

Arbeitslosenzahlen (Foto: Agentur für Arbeit) Arbeitslosenzahlen (Foto: Agentur für Arbeit)

„Wir haben knapp 1.400 Arbeitslose weniger als im letzten Jahr und die Arbeitslosenquote erreicht den bislang niedrigsten Stand in Nordthüringen.“ Fachkräfte, Ausbildung und Demografie sind die entscheidenden Themen, die uns unabhängig von Corona begleiten werden“, so Froböse.

7.031 Männer und Frauen waren im letzten Monat arbeitslos, 3,7 Prozent weniger als im September und 16,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der Arbeitslosen liegt damit sogar unter dem Vorkrisenniveau. Gleichwohl hätten aber auch noch Unternehmen Kurzarbeit. „Allerdings gehen die Zahlen hier seit Monaten zurück“, bestätigt Froböse.
Aktuell liegt die Arbeitslosenquote bei 5,3 Prozent, 0,2 Prozentpunkte unter dem Vormonat. Vor einem Jahr betrug die Quote noch 6,3 Prozent.

Zahl der jugendlichen Arbeitslosen sinkt deutlich
Jugendliche Arbeitslose haben in den letzten vier Wochen verstärkt von der Herbstentwicklung profitiert. Nicht zuletzt, weil sie noch verspätet in Ausbildung gestartet sind. Daneben melden sich aber auch weniger Jugendliche arbeitslos.

492 unter 25-Jährige waren Ende Oktober ohne Arbeit, rund siebzig Personen weniger als im September. Gegenüber Oktober 2020 ging die Jugendarbeitslosigkeit sogar um ein Drittel zurück.

Die Arbeitslosenquote der Jugendlichen liegt aktuell bei 4,7 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 7,3 Prozent.

Arbeitsstellen – Bestand auf hohem Niveau
Rund 300 freie Stellen wurden im letzten Monat von den Unternehmen und Verwaltungen der drei Landkreise gemeldet, 28 weniger als im September. Acht von zehn Stellen verlangen den Einsatz von qualifiziertem Personal. Man schöpfe aktuell aus einem Bestand von insgesamt rund 2.000 freien Arbeitsstellen. „Kurzarbeit und Lieferengpässe schlagen nicht automatisch auf alle Branchen durch“, sagt Froböse.

„Es gibt konjunkturunabhängige Bereiche, wie beispielsweise den Dienstleistungssektor oder die Pflege. Personalbedarf ist hier ein Dauerthema“, so Froböse. Zudem habe das verarbeitende Gewerbe insgesamt noch immer den höchsten Anteil aller Stellenangebote. „Von hier kommt derzeit jede zweite Stelle.“

Oktober 2021 in den Landkreisen:
Der Kyffhäuserkreis nimmt bereits über einen längeren Zeitraum eine positive Entwicklung. Die Arbeitslosenquote sank hier im Berichtsmonat weiter und erreichte mit 6,5 Prozent den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Der Landkreis hat damit eine deutlich bessere Quote als Städte wie Düsseldorf, Bonn, Berlin oder Hamburg. Im Vorjahresmonat lag die Quote im Kyffhäuserkreis noch bei 7,4 Prozent. 2.382 Männer und Frauen waren in den letzten vier Wochen auf Jobsuche, rund 400 weniger als im Vorjahresmonat. Gegenüber September ging die Zahl der Arbeitslosen um 76 Personen zurück.

Der Landkreis Nordhausen liegt aktuell mit 2.794 Arbeitslosen und einer Arbeitslosenquote von 6,7 Prozent ebenfalls deutlich unter dem Vorjahresniveau. Die Quote betrug vor einem Jahr 7,6 Prozent. Damals lag die Zahl der Arbeitslosen um rund 450 Personen höher. Verglichen mit September sank die Arbeitslosigkeit um rund 100 Personen.

1.855 Jobsuchende gab es im letzten Monat im Landkreis Eichsfeld, knapp 540 weniger als im Vorjahresmonat und 93 weniger als im Monat zuvor. Die Quote liegt aktuell bei 3,5 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 4,4 Prozent.

Bilanz am Ausbildungsmarkt – knapp 90 Prozent der Stellen besetzt
Für viele Jugendliche beginnt in diesen Wochen ein neuer Lebensabschnitt. Sie starten mit einer Ausbildung in ihr Berufsleben. Die Nordhäuser Arbeitsagentur zieht regelmäßig im Oktober Bilanz zum vergangenen Berufsberatungsjahr. 1.348 Ausbildungsstellen waren bis Ende September von den Unternehmen gemeldet worden, nur 33 weniger als im Jahr zuvor.
„Wir stellen fest, dass die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen hoch ist“, bestätigt Agenturchef Karsten Froböse. „Daran hat die Corona Krise nichts geändert. Wir hatten deutlich mehr Ausbildungsstellen als Bewerber.“

898 Bewerberinnen und Bewerber waren in diesem Berufsberatungsjahr gemeldet. Das waren mit einem Minus von 23 Prozent deutlich weniger als im Herbst 2020.

42 Jugendliche sind noch unvermittelt, 9 weniger als vor einem Jahr. „Es gibt ein gemeinsames Engagement mit der Industrie- und Handelskammer und den Kreishandwerkerschaften“, unterstreicht Froböse. „Wir haben gemeinsam verstärkt in diesen schwierigen Zeiten für Berufsausbildung geworben. Die Jugendlichen hatten gute Ausbildungschancen, auch wenn die Pandemie Jugendlichen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel abverlangt hat.“ Man habe junge Leute über neue Onlinekanäle erreicht und die Videoberatung eingeführt auch wenn das persönliche Gespräch noch immer favorisiert wird. Im Ergebnis habe sich der Einsatz für Bewerberinnen, Bewerber und Ausbildungsbetriebe gelohnt. „1.200 Ausbildungsstellen konnten besetzt werden und wir haben damit weniger unvermittelte Jugendliche.“

Knapp 150 Ausbildungsstellen waren bis Mitte Oktober noch frei. Die Nachvermittlung könne aber durchaus hier noch für den einen oder anderen unversorgten Bewerber erfolgreich sein. Betriebe ermöglichen noch bis Jahresende den Einstieg in eine Ausbildung.
Rein rechnerisch kommen auf jeden Bewerber jetzt noch drei freie Ausbildungsstellen. Gesucht werden Azubis noch im Baugewerbe, in der Metall- Elektrobranche, im Einzelhandel oder als Tischler. Auch wenn der Wunschberuf nicht immer zum Tragen kommt, könne dennoch der zweite Blick auf die Alternativen lohnend sein.
Autor: red


Kommentare
Gehard Gösebrecht
28.10.2021, 10.25 Uhr
Oh ja
Die Zahl der Arbeitslosen ist wieder einmal gesunken.
Wahrscheinlich durch Maßnahmen des letzten Arbeitsmarktes und durch Rentenabgänge.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann fasst das Hänselchen das Gretelchen im Pfefferkuchenhaus an das Mündchen.
Leser X
28.10.2021, 12.27 Uhr
Schlechte Nachrichten
Mehr Jobs heißt hierzulande leider immer auch mehr Billigjobs. Also noch mehr Leute, die sich arm arbeiten müssen. Das sind nicht die guten Nachrichten, die durch die Schlagzeilen suggeriert werden sollen.
Pe_rle
28.10.2021, 12.51 Uhr
arbeitslos
"Der Landkreis Nordhausen liegt aktuell mit 2.794 Arbeitslosen und einer Arbeitslosenquote von 6,7 Prozent ebenfalls deutlich unter dem Vorjahresniveau"
Wir liegen um 450 Arbeitslose weniger
Das ist doch mal eine tolle Leistung
Also wenn ich durch die Stadt laufe sehe ich viele Firmenfahrzeuge die Händeringend Leute suchen.
Sind unter den Arbeitslosen keine Handwerker???
Marino50
28.10.2021, 13.31 Uhr
Arbeitslosenzahl
Das sind ja nur die Leute, die ALG I bekommen. Damit sind nicht die ALG II - Bezieher gemeint. Die zählen nicht mit rein. Und die Zahl wird auch selten genannt. Sicher sind da auch gewerbliche Arbeitnehmer mit dabei. Aber die meisten haben da schon wieder einen Job bekommen, z.B. von der Fa. Henning.
Kobold2
28.10.2021, 14.07 Uhr
Handwerker??
Ja das sind die Leute, die man in der Vergangenheit (und teils heute noch) für einen Knochenjob nur schlecht bezahlen brauchte, ihnen Überstunden ( Freizeit brauchen die eh nicht) abverlangte, damit sie einen halbwegs brauchbaren Betrag nach Hause brachten und denen man wenig, oder kaum gesellschaftliche Achtung entgegen bringen brauchte. Ist ja nur ein ( jetzt noch ein mehr oder weniger abwertendes Adjektiv....) Trotzdem waren sie vielen noch zu teuer....
Ja, einfach Leute, von denen man annahm, das sie endlos auf Bäumen wachsen und dann kam leider das Waldsterben und vorbei war es mit dem weiter so. In die Kategorie gehören auch Mitarbeiter des Gast und Hotelgewerbes, LKW Fahrer, Logistiker, " Maschinenknechte", Landwirte......
Es sind aber auch Leute, von denen man Flexibilität, Eigenständigkeit und Montagewilligkeit erwartet.
Ob letzteres auch mit dem Waldsterben zusammen hängt, oder mit der nicht übersehbaren Tendenz der gesellschaftlichen Entwicklung, bedarf bestimmt einer gut bezahlten Studie.....
Es wird noch spannend.
Heimathistoriker
28.10.2021, 14.39 Uhr
Arbeitslosenzahlen
Es ist doch hinlänglich bekannt, das AGH (sog. 1-Euro-Job), Geringverdiener / geringfügig Beschäftigte (bsp. 450-Euro-Jobber), krankgeschriebene Arbeitssuchende, Trainingsmaßnahmenteilnehmer sowie andere Teilnehmer mehr oder minder sinnloser "Beschäftigungsmaßnahmen" schöngerechnet werden. Zusätzlich streichen die Arbeitsagenturen und Jobcenter alle aus der Statistik, die eine Vermittlung erschweren, weil sie ihre Pflichten bei der Jobsuche nicht erfüllen. Die Kriterien hier wären beispielsweise: weil sie nicht oder nicht zeitnah dazu bereit sind, an Maßnahmen der Arbeitsagenturen teilzunehmen, oder weil sie sich weigern (an einer Sinnlosmaßnahme teilzunehmen).

Noch etwas: Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit galten 2019 nur rund 37 Prozent der erwerbsfähigen Empfänger von Arbeitslosengeld II, das 2005 Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe abgelöst hat, auch als arbeitslos. Der Rest stand dem Arbeitsmarkt aus verschiedenen Gründen formal nicht zur Verfügung oder nahm an einer Fördermaßnahmen teil. Eine weitere Gruppe sind Aufstocker. Sie arbeiten zwar mindestens 15 Stunden in der Woche und gelten deshalb nicht als arbeitslos. Weil ihr Einkommen für den Lebensunterhalt aber nicht reicht, bekommen sie zusätzlich Arbeitslosengeld II. Auch Empfänger von Arbeitslosengeld I gelten nicht automatisch als arbeitslos.

Also alles eine Schönrechnerei, um nicht zu sagen eine riesige Ver... .

Die "Dunkelziffer" wäre interessant zu wissen, aber sowas brisantes darf man ja nicht erfahren!

Ihr

ottO treberT
tannhäuser
28.10.2021, 17.13 Uhr
Ich lese ihn gerne...
...den Froböse-Report.

Zuviel Orwell, Huxley und Bradbury tut auch nicht gut ;)
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