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Fr, 17:00 Uhr
14.10.2005

nnz-Forum: Planschen

Nordhausen (nnz). nnz-Leser Dirk Patze geht regelmäßig ins Badehaus schwimmen. Doch einige gefällt ihm da nicht. Was er verbessert haben will und was das Badehaus-Team dazu meint, das erfahren Sie mit einem Klick.


„Waren sie schon einmal im Nordhäuser Badehaus? Es hat ihnen sicherlich gefallen, gibt es dort doch eine Menge Möglichkeiten dem alltäglichen Stress zu entfliehen. Aber wenn sie erst einmal regelmäßig dort schwimmen wollen, dann stehen ihnen noch ganz andere Möglichkeiten offen. Wollten sie schon einmal getreten und gekratzt werden, und dafür noch bezahlen? Oder die Gelegenheit haben in einer überdimensionalen Vogeltränke zu plantschen?

Natürlich gibt es auch eine Menge zwischenmenschliche Kontakte, schliesslich sitzt man sich beim Schwimmen so dicht auf der Pelle, dass selbst der am leisesten geknurrte Fluch gut hörbar ist. Insbesondere, wenn man sich wie eine wildgewordene Bowlingkugel durch die Bahnen schlängelt. Derer gibt es natürlich auch genug. Drei um genau zu sein ... ausser - leider Dienstags und Donnerstags. Da sind es 2... im Durchschnitt..., denn wenn ein Drittel des (halbierten) Beckens für Wassergymnastik abgesperrt wird, ist es doch irgendwann schwierig überhaupt noch zu schwimmen, und nicht in Imitation eines Lachses auf Heimreise aus dem Wasser gequetscht zu werden.

Ob es ein Fehler bei der Planung, oder einfach der Hochmut von Architekten gewesen ist ein Schwimmbecken in eine pränatale Vogeltränke (Wassertiefe im Schnitt 1m; gefühlte Temperatur 37°C) zu verwandeln und das ganze Jugendstilbad zu nennen, ist eine müßige Frage. Daran lässt sich im Moment genauso wenig ändern, wie an dem Fakt, dass die Kapazitäten im Freischwimmerbereich einfach zu gering sind.

Eine Möglichkeit gibt es allerdings, eine positive Verbesserung im Badehaus anzubringen. Im Moment ist es leider so, dass ein Nordhäuser der regelmäßig schwimmen will, sich Besuch um Besuch der Frage stellen muss: Schaffe ich es heute in anderthalb Stunden? Oder zahle ich nach? Oder zahle ich gleich mehr? Wissen Sie, wie seltsam diese Frage für einen Schwimmer ist, der regelmäßig schwimmt, und aus einer anderen Stadt kommt?

Denn durch eine bewundernswerte Leistung im Bereich Kundendienst haben es Bäder in anderen Städten tatsächlich geschafft ein völlig neues Konzept zu entwickeln. Halten sie sich fest, es nennt sich "Jahreskarten". Statt einen Missgriff wie die einfach sinnlose "Geldwertkarte" zu verfolgen, ist es diesen Bädern tatsächlich gelungen, ihren Kunden freies Besuchsrecht für ein ganzes Jahr anzubieten, und dafür einfach den Betrag zu verlangen, den ein regelmäßiger Besucher im Jahr ausgibt.

Eine Lösung, die das Badehaus vielleicht auch einmal in Betracht ziehen sollte. Denn die momentane Preispolitik ist monopolistische Geldschneiderei, und wird sich letztendlich nur negativ auf die Besucherzahlen und damit auf die Qualität auswirken.“

Soweit die Meinung von Dirk Patze, nun die Antwort von Badehaus-Betriebsleiter Jens Eisenschmidt:

„Gern setzen sich die Verantwortlichen der Badehaus Nordhausen GmbH mit der Form des Gedankenaustausches über die Medien auseinander, wobei es doch vielleicht vorteilhafter wäre, wenn Gäste oder Studenten einer ansässigen Bildungseinrichtung, den direkten Weg einer Klärung suchen würden. Anregungen und Kritiken werden nämlich im Haus an der Grimmelallee als Anstoß zum Nachdenken und zu Verbesserungen betrachtet.

Die Mitarbeiter des Nordhäuser Badehauses arbeiten täglich daran, dass in der Freizeiteinrichtung die Kundenwünsche und –interessen erfüllt werden und sich alle Badegäste in dem Familien- und Gesundheitsbad wohlfühlen. Die stabilen hohen Besucherzahlen sind ein Beleg für den Erfolg. Schon in den ersten Planungen und Gesprächen Ende der 90-er Jahre wurde klar, dass mit der Rekonstruktion des alten Jugendstilbades an dem Standort in der Grimmelallee kein großflächiges Spaßbad entstehen wird. Die Nordhäuser haben sich entschieden, ihr vor fast 100 Jahren gebautes Jugendstilbad zu erhalten und ausgehend von den Standortmöglichkeiten mit neuen Attraktionen zu erweitern. Dabei fanden natürlich auch die Anforderungen verschiedener Nutzergruppen, so auch der Vereine und der Schulen Berücksichtigung. Um diese Nutzung zu gewährleisten reichte das Land Thüringen Fördermittel für die Rekonstruktion des Bades aus. Unter anderen auch dadurch haben verschiedene Nutzer ihre Daseinsberechtigung im Badehaus . Dass es dabei neben Schwachlastzeiten auch hochfrequentierte Stunden gibt, beweist die erfolgreiche Umsetzung des Betreibungskonzeptes.

Es ist erfreulich, wenn Besucher das Gespräch suchen und andere Nutzungszeiten in Erwägung ziehen, um entsprechend ihren Ansprüchen das Erlebnis „Baden, Schwimmen, Schwitzen“ zu genießen. Gern stehen die Mitarbeiter des Badehaus-Teams beratend zur Seite, denn auch für sie gibt es nichts Schöneres als zufriedene Gäste, die gleichzeitig das Kapital für morgen in solch einer Freizeiteinrichtung sind.

Übrigens belegen Preis-Leistungsanalysen, dass die Tarife im Badehaus im Vergleich zu anderen Anbietern trotz exklusiver Angebote am unteren Level angesiedelt sind. Trotz alledem gibt es auch seit einigen Wochen Überlegungen, Stammgästen und Schwimmern durch ein weiteres Angebot neben der Geldwertkarte, die Besuche durch einen Preisvorteil noch attraktiver zu machen.“
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
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