Fr, 06:35 Uhr
13.08.2021
Dr. Peter Wurschl zum 60. Jahrestag des Mauerbaus
Erinnerungen bewahren und gedenken
Der Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erinnert anläßlich des 60. Jahrestages des Mauerbaus in Berlin, aber auch an die Aktion Festigung zur Umsiedlungen tausender Thüringen und an das Leid, das diese Maßnahmen des kommunistischen SED-Regimes verursachte...
Heute vor 60 Jahren - in der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 - begannen Einheiten der NVA, der Betriebskampfgruppen und Polizeikräfte der DDR mit der Abriegelung der West-Berliner Sektorengrenze. In den Folgetagen wurde sie kontinuierlich mit Stacheldraht, Zäunen und ersten Mauersegmenten bebaut, die schmerzhafte Teilung Berlins und Deutschlands war in der Folge für mehr als 28 Jahre besiegelt...
Der Mauerbau sollte verhindern, dass die DDR-Bürger den Arbeiter- und Bauernstaat Richtung Bundesrepublik verließen. Die Grenze trennte Familien und Freunde, mindestens 327 Menschen verloren bei dem Versuch der Überwindung ihr Leben. Das Bauwerk sollte die Macht der SED-Diktatur stärken und steht dabei klar für das Scheitern des DDR-Regimes. Die Mauer wurde zu dem Symbol der deutschen und europäischen Teilung.
Für viele Thüringer hatten Sperrgebiet, Zwangsaussiedlungen und Schießbefehl Auswirkungen auf ihren Alltag. Der Mauerbau und die folgenden Absperrmaßnahmen seit dem 13. August 1961 leiteten eine zweite erzwungene Aussiedlungswelle ein, von der in Thüringen knapp 1.600 Menschen betroffen waren. Zur Sicherung des Grenzregimes mussten DDR-weit insgesamt rund 11.000 Menschen ihre Heimat aufgeben.
Die Einschnitte für die betroffenen Menschen waren tiefgreifend. Bei der sogenannten Aktion Festigung wurden tausende Menschen zwangsumgesiedelt und verloren Haus, Hof und die Heimat. Freundschaften wurden zerstört und Familien auseinandergerissen. Menschen über Jahre als Staatsfeinde verdächtigt.
Von insgesamt 1.378 Kilometern der innerdeutschen Grenze hat das heutige Thüringen 763 Kilometer als Landesgrenze zu Niedersachsen, Hessen und Bayern. Die Erinnerung zu bewahren und an die Teilung zu erinnern haben sich unter anderem das Grenzlandmuseum Eichsfeld, die Gedenkstätte Point Alpha, das Grenzmuseum Schifflersgrund und das Deutsch-Deutsche Museum Mödlareuth zur Aufgabe gemacht. Eine Grenze die heute Deutschland und Europa eint, ist nicht nur ein Mahnmal der jahrzehntelangen Teilung, sondern auch ein Symbol für ein gemeinsames Europa, das Grenzen überwinden kann. Umso wichtiger ist es, dass die ehemalige innerdeutsche Grenze als Grünes Band erhalten bleibt, um dort an die Schicksale und Geschichten der Teilung Deutschlands und Europas zu erinnern. so der Thüringer Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Dr. Peter Wurschi.
Autor: redHeute vor 60 Jahren - in der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 - begannen Einheiten der NVA, der Betriebskampfgruppen und Polizeikräfte der DDR mit der Abriegelung der West-Berliner Sektorengrenze. In den Folgetagen wurde sie kontinuierlich mit Stacheldraht, Zäunen und ersten Mauersegmenten bebaut, die schmerzhafte Teilung Berlins und Deutschlands war in der Folge für mehr als 28 Jahre besiegelt...
Der Mauerbau sollte verhindern, dass die DDR-Bürger den Arbeiter- und Bauernstaat Richtung Bundesrepublik verließen. Die Grenze trennte Familien und Freunde, mindestens 327 Menschen verloren bei dem Versuch der Überwindung ihr Leben. Das Bauwerk sollte die Macht der SED-Diktatur stärken und steht dabei klar für das Scheitern des DDR-Regimes. Die Mauer wurde zu dem Symbol der deutschen und europäischen Teilung.
Für viele Thüringer hatten Sperrgebiet, Zwangsaussiedlungen und Schießbefehl Auswirkungen auf ihren Alltag. Der Mauerbau und die folgenden Absperrmaßnahmen seit dem 13. August 1961 leiteten eine zweite erzwungene Aussiedlungswelle ein, von der in Thüringen knapp 1.600 Menschen betroffen waren. Zur Sicherung des Grenzregimes mussten DDR-weit insgesamt rund 11.000 Menschen ihre Heimat aufgeben.
Die Einschnitte für die betroffenen Menschen waren tiefgreifend. Bei der sogenannten Aktion Festigung wurden tausende Menschen zwangsumgesiedelt und verloren Haus, Hof und die Heimat. Freundschaften wurden zerstört und Familien auseinandergerissen. Menschen über Jahre als Staatsfeinde verdächtigt.
Von insgesamt 1.378 Kilometern der innerdeutschen Grenze hat das heutige Thüringen 763 Kilometer als Landesgrenze zu Niedersachsen, Hessen und Bayern. Die Erinnerung zu bewahren und an die Teilung zu erinnern haben sich unter anderem das Grenzlandmuseum Eichsfeld, die Gedenkstätte Point Alpha, das Grenzmuseum Schifflersgrund und das Deutsch-Deutsche Museum Mödlareuth zur Aufgabe gemacht. Eine Grenze die heute Deutschland und Europa eint, ist nicht nur ein Mahnmal der jahrzehntelangen Teilung, sondern auch ein Symbol für ein gemeinsames Europa, das Grenzen überwinden kann. Umso wichtiger ist es, dass die ehemalige innerdeutsche Grenze als Grünes Band erhalten bleibt, um dort an die Schicksale und Geschichten der Teilung Deutschlands und Europas zu erinnern. so der Thüringer Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Dr. Peter Wurschi.

