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Di, 08:26 Uhr
20.09.2005

Zeitzeugen

Nordhausen (nnz). Einer guten Tradition folgend fand am vergangenen Wochenende im Landratsamt Nordhausen das 8. Südharz-Symposium der Umweltakademie Nordthüringen und der Kreisvolkshochschule Osterode statt. Was da so über den Südharz beraten und besprochen wurde, das hat die nnz erfahren.

Zeitzeugen (Foto: nnz) Zeitzeugen (Foto: nnz)

Das Thema “Zeitzeugen der Baugeschichte“ - Baukultur und Denkmalpflege in der Region Südharz und Kyffhäuser, ist von großer Wichtigkeit für eine qualifizierte Regionalentwicklung und Betonung der regionalen Identität, so das Fazit nach einer fachlich anspruchsvollen und vielgestaltigen Präsentation. Prof. Dr. Stefan Winghart aus Erfurt begeisterte durch seinen Vortrag zur Rolle der Geschichte und zum Reichtum unseres Kulturgutes, das es zu erhalten und in die Regionalentwicklung einzubinden gilt.

Besonderheiten und Charakteristisches referierten und präsentierten aus Sicht der Denkmalpflege wie auch der Landschaftsarchitektur Hans-Jürgen Grönke, Nordhausen und Günther Quentin, Göttingen. Letzterer begeisterte vor allem durch sein fantasievolles Wortspiel mit anstehendem zu anständigem Material, den einheimischen Rohstoffen, deren Verarbeitung für die Bewahrung der Kulturdenkmale unbedingt vor kurzlebigen, modernen Materialien Vorrang gegeben werden sollte. Das wurde durch den Vortrag von Dr. Hans -Ullrich Kothe, Dorste und die Exkursion mit Detlef Kiel , Nordhausen am Beispiel der St. Blasii-Kirche unterstrichen.

Die hohe Bedeutung des traditionellen Handwerks und die Bewahrung von Denkmalen aus touristisch-wirtschaftlicher Sicht für das Handwerk und den Tourismus betonte Dr. Klaus George aus Quedlinburg von der Naturpark Harz-Verwaltung. Sein Vortrag ließ erkennen, wie kurzsichtig die Landesregierung Thüringen sich in der Ablehnung der Mitgliedschaft zum Naturpark Harz verhält, so Gisela Hartmann von den Bündnisgrünen.

Eine Studie über die Gipsvorkommen in ganz Deutschland, die unter anderem von der Bundesstiftung Umwelt gefördert wird, referierte Dr. Hendrik Visser, Hannover. Der Gipsabbau im Südharz und seine Verarbeitung haben über Jahrhunderte Menschen ernährt. Die Rohstoffvorkommen im Südharz müssen auch für die nächsten Generationen noch verfügbar bleiben. Die Schnelllebigkeit des technischen Fortschritts gibt den Menschen und der Natur nicht die geringste Chance, regionale Interessen zu berücksichtigen, wenn die Zahl der Abbaufirmen auch in der Zukunft ungebremst den Gips aus dem Südharz abbaggert und abtransportiert. Baukultur im Dorf und regionale Identität präsentierten Bürgermeister Siegfried Junker aus Görsbach und Karsten Götze aus Nordhausen.

Eine qualifizierte und spannende Fachtagung der Umweltakademie Nordthüringen und der Kreisvolkshochschule Osterode, die als Zielgruppe Bürger, Handwerker, Verwaltung und die Politiker im Interesse einer nachhaltigen Regionalentwicklung angesprochen hat, wird hoffentlich 2006 mit dem 9. Südharzsymposium ihre Fortsetzung finden.
Autor: nnz

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