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Mi, 07:27 Uhr
31.08.2005

Es stinkt gefährlich

Nordhausen (nnz). Wer sich für den Kauf dieser vermeintlichen Schnäppchen entschließt, der ist nicht gut beraten. Die Stiftung Warentest kommt zu einer besorgniserregenden Analyse.


Am Anfang war der Hammer
Seit einigen Wochen gibt es immer wieder Hinweise von Lesern über übel riechende Billig-Werkzeuge. Ekelerregender Geruch ist noch kein Beweis, dass die Werkzeuge auch die Gesundheit gefährden. Aber es ist ein Hinweis. Die bereits untersuchten Billig-Werkzeuge Hammerset und Winkelschleifer von Aldi und die Maurerkellen von Lidl haben enorm gestunken und in ihnen fand die STIFTUNG WARENTEST auch krebserregende Stoffe. Nun hat die Stiftung wieder Discounterprodukte ausgesucht, die Kunststoffgriffe oder Teile haben, in denen krebserregende Stoffe stecken können.

Handsäge von Lidl
Die Handsäge von Lidl stinkt nicht, aber sie riecht. Und zwar der Handgriff. Der Hersteller wirbt auf der Verpackung mit einem „2-Komponenten-Handgriff“, der einen „Super Grip“ haben soll. Das mag stimmen. Doch im Handgriff steckt auch eine „Super“-Menge Nonylphenol: 890 Milligramm pro Kilogramm Kunststoff. Nonylphenol ist eine hormonell wirkende Substanz, die sich in der Umwelt anreichert und bei Tieren zur Veränderung der Sexualorgane führen kann. Inwieweit Nonylphenol in den Körper eindringen und derartige Wirkungen verursachen kann, ist ungeklärt. Fazit. Finger weg, Handschuhe anziehen oder am besten zurückbringen!

Bits- und Bohrer-Set von Lidl
Schon der Griff der Verpackung riecht. Und enthält auch eine sehr geringe Menge an Weichmachern. Doch das Problem steckt im Kasten. Der Griff des Geräts zum Aufsetzen der Bohrer und Bits enthält 8,5 Milligramm je Kilogramm PAK. Ebenso finden sich fast 16 Prozent des Weichmachers DEHP (Di(2-ethylhexyl)phthalat) - das ist zu viel. Und auch nicht nötig für die Herstellung. Der Stoff gilt zumindest bei Tieren als krebserregend, frucht- und fortpflanzungsschädigend.Fazit. Finger weg, Handschuhe anziehen oder am besten zurückbringen!

Tacker von Plus
Weiter mit dem Tacker von Plus. Auch hier ein ähnliches Bild. Öffnet der Kunde den kleinen Kasten, beginnt es zu stinken. Wieder ist es der schwarze gummiähnliche Griff. Und wieder ist es der Weichmacher DEHP. Diesmal ein Anteil von 18 Prozent. Dazu kommen: 69 Milligramm PAK. Sie stehen unter dem Verdacht, Krebs zu erzeugen.Fazit. Finger weg, Handschuhe anziehen oder am besten zurückbringen!

Universalsäge von Plus
Eine ganze Palette giftiger Chemikalien fand die STIFTUNG WARENTEST in der Universalsäge von Plus. Das Werkzeug von Einhell hat zwei Griffe: einen blauen für die Hand, die den Schalter drückt und einen schwarzen für die Hand, die beim Sägen stabilisiert. Der schwarze Griff besteht aus mehr als zehn Prozent des Weichmachers Diisobutylphthalat. Und außerdem stecken darin: 75 Milligramm PAK, davon 68 Milligramm Naphthalin. Dieser polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) ist dafür verantwortlich, dass der Griff stinkt. Der blaue Griff enthält - wie die Handsäge von Lidl - 1 450 Milligramm Nonylphenol. Und es hört nicht auf mit dem Fund von krebserregenden Substanzen: In der Kabelummantelung fanden die Prüfer insgesamt 2 486 Milligramm PAK, darunter Naphthalin und Benzo[a]pyren. Letzteres in einer unglaublich hohen Menge von 147 Milligramm. Mögliche Wirkung für den Körper: Krebserregend, fruchschädigend, erbgutverändernd und die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigend.· Fazit. Finger weg, Handschuhe anziehen oder am besten zurückbringen!

Discounter reagieren
Seit die STIFTUNG WARENTEST Billig-Werkzeuge auf krebserregende Substanzen untersucht, reagieren die Anbieter. Aldi Nord etwa hat einen Winkelschleifer und ein Hammerset aus der Verkauf genommen, nachdem die STIFTUNG WARENTEST über die gefährlichen Substanzen berichtet hatte. Außerdem kommt es jetzt häufiger vor, dass Discounter Billig-Werkzeuge in Prospekten anbieten, aber im Laden nicht verkaufen. STIFTUNG WARENTEST vermutet, dass die Discounter teilweise Produkte, die PAKs oder Weichmacher enthalten, kurzfristig aus dem Sortiment nehmen. Anscheinend erfolgt das aber nicht umfassend genug.
Autor: nnz

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