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Mo, 11:23 Uhr
08.02.2021
nnz-Forum

Nordhausen und die Bomben

Auch in Nordhausen wird nach mehr als 75 Jahren durchaus emotional diskutiert, was die Frage der Zerstörung der Perle des Südharzes Anfang April 1945 anging, in 10 Punkten will Tim Schäfer eine Diskussionsgrundlage geben, die Wahrheit könnte dazwischen liegen…

1945, Nordhausen, welch großes Grauen herrscht um diese Stadt. Die Nazis, das Deutsche Reich hat es mit der SS vermocht, das Grauen nationalsozialistischer Vernichtung „in der kalten Hölle des KZ Mittelbau-Dora“ durch Truppen von Richard Baer, dem ehem. Auschwitz Kommandanten, auf einem nie dagewesenen Niveau zu adressieren. Längst war Mittelbau krakenhaft ausgeufert über ein Gebiet hauptsächlich in der Umgebung von Nordhausen, mit vielen Nebenlagern und Werkstätten.

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Dennoch ist man sich bis heute in Nordhausen offenbar nicht so ganz bewusst, was „Mittelbau“ 1945 für die Alliierten bedeutete. Ein Militär-Industrieller Komplex, in dem unterirdisch Material für die Sprengstoffe/kriegswichtige Produktionen gewonnen wurde, das Deutsche Reich in Verwaltung von SS-Sonderstäben selbst agierte, in den Stollen, ganze Fertigungslinien von Wunder- oder Vergeltungswaffen der Nazis (wie V1 oder V-2-(A4-Raketen) Produktion), dazu Teile, Materialien wie Treibstoffe, Unterkünfte, Entwicklung, wahnwitzig große Bauvorhaben, Fließserienproduktion, Krankenstationen- insbesondere Sklavenarbeiter und das KZ Mittelbau. Seit spätestens 1944 bestanden Erkenntnisse der alliierten Aufklärung, teils aber als „nicht gesicherte“ Informationen.

Allierte Luftaufklärung (Foto: Dr. R. Pientka) Allierte Luftaufklärung (Foto: Dr. R. Pientka)

Ich möchte 10 Punkte darstellen, die ich nicht geordnet habe, um einen noch anderen Blickwinkel zu ermöglichen, deren Kombination oder Variation im Bereich einer Kriegswahrheit liegen können. Nicht alle Punkte sind neuartig. Es gipfelt in einer gewagten These, die nichts beschönigen oder rechtfertigen soll, wie gesagt, ein Beitrag zur Diskussion:

1.Geländegewinne/ Erreichung wichtiger Ziele
Es gibt eher banal, ja sogar kriminell anmutende Gründe wie auch speziellere, die mitunter in Nordhausen aber nicht so gern gehört werden. Letztere aber nicht von der Hand zu weisen sind.

Zunächst einmal, es sind ja auch viele andere kleine Städte mit ebenso schönen Altstädten bombardiert worden, das relativiert vieles nicht, entschuldigt auch nichts. Die Altstädte konnten immer Wohngebiete sein, die im Häuserkrieg verlustreich zu erobern waren. Wenn man und es ging nicht nur Stalin 1945 so, (extrem opferreiches Vorgehen, dies auch in den eigenen Reihen!), dass man sich beeilen müsste… Man hatte Zeit verloren, der Russe drohte alles zu übernehmen!

2.Schwächung des Gegners
Natürlich gab es immer auch kriegsrechtlich einwandfreie Begründungen für Luft-Angriffe auf urbane, zivil geprägte Orte: Nordhausen etwa war ein Verkehrsknotenpunkt für die Festung Harz und gen Mitteldeutschland, mit Flugplatz und Kaserne, hier konnten auch deutsche Jagdflugzeuge getankt werden. Die Zerstörung der Stadt Nordhausen schwächte die Möglichkeiten der Wehrmacht und der SS, ggf. Nachschub für den Kampf gegen die Alliierten bereitzustellen. Bei Nordhausen wurden tatsächlich „Wunderwaffen“ und sollten in Kürze auch Treibstoffe hergestellt werden, … V-2 wurde bis Ende März/April (Anfang April eher nicht mehr oder nur noch teilweise) produziert und bis Ende März auf Antwerpen abgeschossen. Das darf man nicht negieren! Natürlich war das aufgeklärt, auch woher die Raketen kamen. Wie sollte man rechtfertigen, wenn die Deutschen mit V-2 erneut London massiver beschossen hätten?

3. Geheimdienstinformationen
Und wenn ein Geheimdienst ggf. „streng geheim“ Informationen zu Absichten und Zielen dieser Waffen und Materialien und deren Stand hatte, nun, dies waren Informationen, die konnten zutreffen, mussten es aber nicht. Nicht gesichert. Also wer sollte genau sagen, was die Nazis, selbst wenn man mit SS-General Kammler verhandelt hat, wirklich noch machen würden? Konnte man mit der Bombardierung aus der Luft nicht die Ressourcen der Bodentruppen besser schützen und vielmehr noch schneller Bodengewinne machen, die man vorher nicht so effizient erreicht hatte?

4. Militärische Aufklärung-Verkehr
Wer „intelligent“ den Verkehr um Nordhausen aufgeklärt hat, dem waren die bekannten Züge nicht verborgen geblieben, die 1945 viele Häftlinge, Material und Waffen nach bzw. aus Nordhausen wieder heraus, transportierten. Eine Schlussfolgerung konnte sein, dass die Nazis bei Nordhausen Kräfte bündelten.

5. Mittelbau -Rüstungskomplex
Um möglichst viel zu erobern, Russen vs. Alliierte… und explizit auch zu verhindern, dass die Deutschen Ihre Rüstung und Militär konsolidieren konnten, auch um bestimmte Waffen neu einsetzen zu können. Da war Mittelbau bei Nordhausen, der Autor sieht es als zutreffend an, dass die westlichen Alliierten (US-Geheimdienst) sehr wohl (1944 schon) im Bilde waren, welche Waffen oder Materialien wie Treibstoffe man im Mittelwerk, Nordwerk oder gesamt im Mittelbau in Entwicklung oder sogar Produktion hatte, 1945 ein militärisches Ziel exorbitanter Bedeutung. Sollten diese Technologien vorschnell den Russen in die Hände fallen. NEIN!

6. Strategie und Taktik -gegebene Mittel
Es wäre also nicht spekulativ, bereits ab März 1945 für einen vorsichtiger, prädikativ agierenden, intelligenten Service der Armee, von Bedeutung gewesen, dieses Ziel schnell frei zu bomben, um dieses Claim abzustecken. Artillerie aus der Luft, sozusagen. Natürlich, bevor die Russen da waren. Da liegt es doch nicht fern, sich einer gut funktionierenden Bomberflugflotte zu bedienen und aus der Luft „hin und weg“, solche Ziele klar zu machen? Diese Ziele kapitulationsreif zu bomben, dann mit den Aufklärern zu nehmen? Das ist nicht „aus der Luft“ gegriffen, wenn man die tatsächliche Taktik bspw. der US-Armee sich vor Augen führt.

7. Angst vor Flugabwehrraketen, nicht vor V-2
Ich habe auch die These entworfen, dass es den Alliierten nicht militär-taktisch 1945 in Wahrheit um V-2 ging, denn V-2 war 1945 keine geeignete Waffe mehr, den Krieg zu beeinflussen, das war eher doch kein objektiver Grund, um Nordhausen zu bombardieren, das ist eine Art Camouflage, die gern narrativ revolvierend und populär bedient wird. Es sollte vor diesem Hintergrund also nicht V-2 die Rolle gespielt haben, sondern die neuartigen, fernlenkbaren Flugabwehrraketen aus den Mittelbauprojekten (Schmetterling, Taifun), auch die Frage „Festung Harz“ mit Mittelwerk, Treibstoffen für Raketen und neue Jagdflugzeuge, Produktion, Waffen, Truppen, Krankenhäuser, Wohnorte, unter der Erde...

8. Strategie in Gefahr!
Die Gefahr bestand, oder besser deren Möglichkeit, dass auch nur ein begrenzter Einsatz von einigen hundert Stück dieser Abwehr- Raketen schwere Verluste in Sir Harris Bomberflotte bedeutet hätten. Auch wenn dies nur temporär möglich gewesen wäre, man hätte bei Verlust von hunderten Bombern diese Einsätze beenden oder ändern müssen. Der Vormarsch wäre verhindert gewesen, die Deutschen hätten sich sammeln können, neue Waffen präparieren. Flugbenzin für die Jagdflugzeuge und so weiter. Wie gesagt, unter den genannten Prämissen!

9. Mindestens unmoralisch
Unmoralisch. Vergeltung: die Rückzahlung für die Luftschlacht um England 1940/41 (wie Sie Harris sagte) noch 1945 zu realisieren, und sie erfolgte mit grausamem Zins und Zinseszins. Nein, besser, es wurde mit totaler Bombardierung das mit Wucher erneut kreditiert, was die Deutschen proklamiert hatten, hier im totalen Luftkrieg. Auch da ist insoweit die Provinzstadt Nordhausen eher eine Fußnote gewesen, aber eine tragische (Bölke Kaserne, massive Zerstörung). Eher wohl nicht der weitere Hauptgrund. Es gibt sogar gute Gründe, jedenfalls einige der Luftangriffe im Frühjahr 1945 als unnötige Gewalt, ja als Verbrechen zu bewerten, das soll aber nicht die Frage sein, die es hier zu klären gilt. Nordhausen würde, wenn die genannten Punkte einschlägig sind, aber wohl eher dann nicht dazu gehören.

10. Andere strategische Überlegungen
Andererseits strategische Überlegungen, die ggf. weit über den Krieg gegen Hitler hinausreichten. Dresden ging ggf. auch deshalb in einem Feuersturm unter, weil die Royal Air Force die Leistungsfähigkeit ihrer Offensivkräfte (gegenüber den Russen) demonstrieren wollte, was schlicht 1945 als verbrecherisch subsumiert werden könnte, dafür wird Sir Harris ja mitunter auch „Bomber-Harris“ genannt… Wenn die Russen im Kampf zeigten, welche massiven militärischen Schläge sie ausführen konnten, dann sollte auf alliierter Seite in nichts nachgestanden werden! Man zeigte also auf dem Rücken Deutschlands, wo der Hammer hing und womöglich hat dieses Wissen davor bewahrt, auch konventionell im kalten Krieg nicht loszuschlagen, man stand sich ja waffengewaltig gegenüber.

Der Gipfel, eine gewagte These: Die Atombombe hätte Nordhausen noch 1945 getroffen, wenn SS-General Kammler die Bomberflotten teils vom Himmel geholt hätte und militärisch konsolidieren konnte oder noch gewollt hätte. Denken Sie, lieber Leser, doch mal darüber nach. Wie gesagt, eine gewagte These, das ist klar. Und es kam ja nicht so, sondern, …
Tim Schäfer
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Real Human
08.02.2021, 17:47 Uhr
„Hasardeure wählt man nicht!“,
… ist schon das Fazit der Geschicht'.

Der These, „Die Atombombe hätte Nordhausen noch 1945 getroffen, wenn SS-General Kammler die Bomberflotten teils vom Himmel geholt hätte und [die deutsche Luftwaffe] militärisch konsolidieren konnte oder noch gewollt hätte.“, stimme ich zu. Allerdings aus einem tieferen Grund.

Der Bau der V2 (alias Aggregat 4) hätte MILITÄRISCH nur dann richtig Sinn gemacht, wenn sie als Trägerrakete für eine deutsche Atombombe entwickelt worden wäre. Genau das war die Horrorvorstellung der Westalliierten. Nur so hätte „der Führer“ seinem geliebten(?) Volk zur Weltherrschaft verhelfen können. „Deutschland wird entweder Weltmacht oder überhaupt nicht sein“, schrieb Hitler 1925 in sein Buch „Mein Kampf“.

Aber:
In einem überlieferten Gespräch zwischen Hermann Göring und Adolf Hitler anlässlich der britischen Kriegserklärung 1939 riet Göring Hitler: „Wir wollen doch das Vabanque-Spiel lassen“, worauf Hitler antwortete: „Ich habe in meinem Leben immer Vabanque gespielt.“

Das Völkchen in der Mitte Europas hatte sich 1933 also einen Führer gewählt, der es nur für seinen extremen narzisstischen Größenwahn missbrauchen wollte. Als die Hybris zu Ende war, zog er auf einmal das Fazit: „[...] das [deutsche] Volk hat sich als das schwächere erwiesen, und dem stärkeren Ostvolk gehört ausschließlich die Zukunft.“ (Ian Kershaw)

Selbst wenn die Rote Armee von der Wehrmacht besiegt worden wäre, hätten die USA bis etwa 1950(?) so viele Kernwaffen über Deutschland (und Japan) abgeworfen, dass das Dritte Reich mit allen eroberten Gebieten zur Kapitulation gezwungen worden wäre. Auch Horten-Jagdflieger hätten das kaum verhindern können.

Hätte ein „Advocatus Diaboli” Hitler zu einem Zweckbündnis mit dem „Relativitätsjuden“ Einstein raten und so z.B. Einsteins Brief an Roosevelt verhindern können? Nein, denn völkisch/rassistisch beschränkte Blut-und-Boden-Schollis sind nicht nur potenzielle Verbrecher, sie sind dazu naturgemäß auch noch borniert. Siehe dazu z.B. Dokus wie „Der Weg ins Atomzeitalter - Hitlers Forscher im Wettlauf um die Atombombe“!

Damit nichts in die falsche Kehle kommt, siehe auch
Erich Kästner: „Die andere Möglichkeit“ … (bzw. „Alternative“–)
grobschmied56
08.02.2021, 20:07 Uhr
Nicht ganz nachvollziehbar...
... sind für mich alle Thesen Schäfers. Einige schon.
Den (West)Alliierten war wohl bekannt, daß die verhaßten V-Waffen, gegen die sie nur teilweise (Flügelbombe V1) oder gar keine Abwehrmöglichkeiten hatten (V2-Rakete) im Kohnstein bei Nordhausen produziert wurden. Da sich dieser 'Naturbunker' mit konventionellen Bomben (selbst Tallboy und Grandslam hätten dort wohl nicht durchgeschlagen) kaum 'knacken' lassen würde, taten sie halt das Nächstliegende. Sie versuchten, durch massive Bombardierung die Transport - Infrastruktur um die Produktionsstätte herum zu zerstören.
Wenn man Bahnanlagen, Straßen, Brücken, Tunnel und Unterführungen zerstört, dann 'geht eben irgendwann nix mehr'. So einfach war das.
Arthur Harris ('Bomber Harris') war kein Unmensch und kein Ungeheuer. Er war einfach nur ein phantasieloser Kommandeur, der perfektionierte, was Hermann Göring und Jupp Goebbels (wollt ihr den totalen Krieg?!) vorgedacht hatten.
'Möglicherweise wird es irgendwann mal machbar, einem Sch****kerl wie Hitler eine Bombe mit einem Lancaster - oder Short Stirling direkt auf den verblödeten Kopp zu schmeißen' - das war sein Grundgedanke. Nur war das eben wegen der Unzulänglichkeiten des 'Oboe- GEE und H2S'- Verfahrens damals kaum hinzukriegen.
Also schicke ich meine RAF-Bomber auf die großen Ziele los und 'prügele den damned Krauts die Seele aus dem Leibe. So wurde das dann auch gemacht. Wind gesät, Sturm geerntet.
Totofino
08.02.2021, 20:11 Uhr
Es entspricht der Taktik
der US-Armee auch heute noch erst einen Bombenteppich zu legen und dann zu erobern, siehe Irak. Bezeichnend auch , dass die meisten Brücken erhalten blieben, man am 3./4. April bombardierte (80 % der Stadt und ca. 8000 Opfer) und am 10. April einmarschierte.
Die V-Waffen waren aber schon das Ziel der Eroberung der Raketenproduktion, die ganze Raketentechnik und die Weltraumprogramme der Amerikaner und Russen basiert auf diesem Know How. Die Amis als Erstverwerter und die Russen als Zweitverwerter. Dabei hat es die Amis auch nicht interressiert, ob ein Wernher von Braun Nazi war oder nicht.
Aber die Deutschen haben bei ihren Gegnern auch viel Leid unter der Zivilbevölkerung gebracht, leider ist dies bei jedem Krieg so.
Und leider wurden viele Erfindungen in der Menschheitsgeschichte nur gemacht um sie militärisch zu nutzen (so eben auch die Raketentechnik).
Wenn Deutschland nicht im Mai 1945 besiegt worden wäre, dann wären bestimmt auch in Deutschland Atombomben gefallen und vielleicht auch auf NDH, glücklicherweise waren die Amis zu diesem Zeitpunkt noch nicht so weit.
DDR-Facharbeiter
09.02.2021, 01:37 Uhr
Die Toten von Nordhausen waren Opfer des Vergeltungswahns des britischen Air Marshals Harris
Die Alliierten haben nicht gewusst, dass im Kohnstein V-Waffen produziert wurden. Sie wussten nur aus den Aussagen von Kriegsgefangenen, dass in einem "Mittelwerk Dora" Geheimwaffen produziert werden. Wo das war, war ihnen unbekannt. Das erfuhren die US-Truppen erst, als ihnen am 10. April 1945 Direktor Sawatzki das Tor zu einer hochmodernen Rüstungsproduktion im Kohnstein öffnete. Da die Gleisanlagen nicht zerbombt waren, begannen sie noch am gleichen Tag mit dem Abtranport der
V-Waffen--Aggregate zu den Seehäfen.
Die Alliierten wussten von Agenten, dass die hochrangigen Rüstungsingenieure in der Oberstadt und in Ilfeld wohnten. Deshalb wurde die Oberstadt kaum getroffen. Ilfeld mit den Unterkünften von Wernher v. Braun, SS-General Kammler und den Direktoren Rudolph, Sawatzki und Rickhey wurde überhaupt nicht bombardiert.
Der britische Kommandeur der strategischen Bomberflotte, Sir Arthur Harris, liess am 2. April 1945 einen entsetzlichen Plan zur Zerstörung der Nordhäuser Altstadt und der Vernichtung ausarbeiten. Sein Ziel war - so steht es in abgeworfenen Flugblättern - " deutsche Rüstungsarbeiter und ihre Wohnbehausungen als Vergeltung für die deutschen Bomben auf Coventry und London zu töten." Harris gab auch den Befehl zur Bombardierung der Boelcke-Kaserne, um die dort untergebrachten ca 6000 ausländischen Rüstungsarbeiter umzubringen. Am 3. April 1945 trafen in der Boelcke Kaserne die britischen Bomben nachmittags die etwa 3000 Fremdarbeiter der schlafenden Nachtschicht. In aller Frühe des 4. Aprils 1945 liess Marshall Harris überraschend für die Bomberbesatzungen die Standard-Bombenmischung mit Brandbomben durch Sprengbomben mit hoher Sprengtemperatur ersetzen, um möglichst viele Brände anzustiften. Aus den alliierten Unterlagen geht hervor, dass die schnell vorrückenden US-Truppen keine britischen Bomber angefordert hatten. Der von Harris beabsichtigte Angriff auf Erfurt wurde in letzter Minute abgebrochen, weil die US-Panzer bereits vor Erfurt standen. Eine militärische Unterstützung als Grund für die Nordhäuser Bombardierungen ist nie von den Amis angefordert worden. Die Toten von Nordhausen waren Opfer des Rache- und Vergeltungswahns des britischen Air Marshal
grobschmied56
09.02.2021, 01:46 Uhr
Worüber beklagt man sich...
... denn da wieder?
Pöhse. Pöhse, Amis, die Bomben auf arme, unschuldige deutsche Zivilisten geschmissen haben.
Nordhausen kaputt - Schuld an allem - nur die AMIS!

Mal zur Erinnerung: Es war der 'Führer und Reichskanzler'des Großdeutschen Reiches, Adolf Hitler, der am 11. Dezember 1941 den Vereinigten Staaten von Amerika den Krieg erklärte.
Das war übrigens die einzige völkerrechtlich gültige Kriegserklärung, die er je erlassen hat. (nach meinem Kenntnisstand). Alle anderen Staaten, auch die UDSSR hat er einfach so durch seine Wehrmacht, die eigentlich besser Angriffsmacht hätte heißen müssen, überfallen lassen.

Wer sich in Gefahr begibt, kann darin umkommen

Wenn ein Pinscher einem Dobermann ans Bein pinkelt, dann darf er sich nicht empören, wenn der Dobermann erst ein- und dann zuschnappt!
Wenn sich ein Gefreiter, der die meiste Zeit des 1. Weltkriegs als Meldegänger zugebracht hat, als Feldherr aufspielt und sich im Größenwahn mit der stärksten Wirtschaftsmacht der Erde anlegt, dann müssen sich die, die ihm zugejubelt haben nicht über die Folgen beklagen.
Die Folgen sind bekannt.
Die stärkste Wirtschaftsmacht und Demokratie der Erde kurbelte ihre Rüstungsindustrie an, sandte ihre Flotte und Luftmacht aus.
Das Rezept war einfach: Man nimmt kein Hämmerchen, man nimmt den Hammer, und kloppt immer feste drauf, immer auf dieselbe Stelle, bis es richtig wehtut.
Und es hat richtig weh getan.
Das haben die 8. USAAF (Gen. Maj. C. Spaatz, Gen. Arnold) dann auch getan. Man nenne mir einen Grund, warum die sich als Zimperliesen hätten zieren sollen.
Es war der GRÖFAZ (spöttische Bezeichnung von Wehrmachtsoffizieren für Hitler, 'Größter Führer aller Zeiten'), der Präsident F.D.Roosevelt und seinem Volk den Fehdehandschuh ins Gesicht geklatscht hatte. Man muß sich nicht darüber beklagen, daß dann der böse Ami mit dem Baseball-Schläger zurückgehauen hat.
Kritiker2010
09.02.2021, 09:34 Uhr
Spekulationen sind erlaubt...
Die von Herrn Schäfer skizzierten Motive und Möglichkeiten sind wieder sehr interessant.

Es hilft bei der Betrachtung ungemein, wenn man die ideologische Brille absetzt und das Thema ganz pragmatisch betrachtet.
Dennoch waren die Motive und Möglichkeiten damals vielleicht sogar noch umfangreicher und spekulativer, getrieben von allseitiger Propaganda.
Je länger an der Geschichte herum geschrieben wird, umso schwerer wird es wohl die "Wahrheit" zu erfahren.

Aber wenn man schon beim Spekulieren ist, könnte man auch weitere mögliche Szenarien zur Diskussion stellen (nicht zum ersten und bestimmt auch nicht zum letzten Mal):

1. Welche alternativen Verläufe hätte es nach dem Krieg, bei gleichem Ausgang, geben können?

2. Wie hätten mögliche Szenarien, bei anderen Aufteilungen der Gewinner und Verlierer, ausgesehen?
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